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Sprung ins federnde Tuch, mal Segen, mal Fluch

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Von: Friedrich Reinhardt

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Hoch hinaus und große Sprünge: Mit Schwung fliegt dieser junge Mann über die gepolsterten Hindernisse hinweg. FOTos: rainer rüffer
Hoch hinaus und große Sprünge: Mit Schwung fliegt dieser junge Mann über die gepolsterten Hindernisse hinweg. FOTos: rainer rüffer © rüffer

Frankfurts erste Trampolinhalle eröffnet - Hindernisse und Parcour für mutige Hüpfer

Name eingeben, Buzzer drücken und die Stoppuhr läuft. Justus (14) hüpft schnell auf das erste Trampolin, springt über ein rotes Rechteck. Direkt auf die nächste Sprungfläche. Von dort mit einem Satz über das nächste Hindernis. Der letzte Gegner für Justus ist eine Walze. Statt sich unten durch zu zwängen, springt er elegant drüber. Alles für die Bestzeit. Er landet auf seinen Füßen und rennt zum Buzzer. 9,18 Sekunden. Das reicht aber nur für Platz zwei. Fünf hundertstel langsamer als der Sieger.

Hobbysportler und Möchtegern-Ninja

Der Parcour ist Teil der gestern eröffneten Trampolinhalle von Superfly Air Sports Parks in der August-Schanz-Starße 33. 4 000 Quadratmeter groß ist das Tummelfeld für Hobbysportler und Möchtegern-Ninja. Die Größe entspricht ungefähr einem halben Fußballfeld. Dort stehen 15 verschiedene Stationen mit den verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Was sie alle eint: ein Trampolin gibt den nötigen Schwung, katapultiert die Sportler in die Höhe oder ins nächste Feld.

Beim Bau der Halle gab es viele Herausforderungen. „Wir haben vier Jahre geplant und gebaut“, sagt Betriebsleiter Kevin Müller. Erst am Mittwoch, also zwei Tage vor der Eröffnung, war die letzte Sicherheitsabnahme. „Wir haben einfach einen blöden Zeitpunkt erwischt. Corona-Pandemie und Störungen der Lieferkette sorgten dafür, dass sich der Bau hinzog.“

Auch schon die Suche nach der passenden Immobilie sei langwierig gewesen. „Ursprünglich gab es die Idee schon 2015 in Frankfurt eine Halle zu eröffnen“, sagt Müller. 2015 war auch das Gründungsjahr von Superfly.

Damals hatte die Geschäftsführung die Vision, einer der größten Trampolinhallenanbieter Deutschlands zu werden. Um das zu erreichen, hat Superfly in den vergangenen sieben Jahren zwölf Trampolinanlagen eröffnet. Die erste Halle in Duisburg. Es folgten viele weitere quer durch Deutschland. Auch in Wiesbaden und Kassel. Frankfurt ist die dritte Halle in Hessen. „Mit der modernsten und besten Technik“, sagt Müller

Doch bevor Besucher springen können, müssen sie eine Sicherheitsanweisung durchlaufen. Schon an der Kasse bekommen sie dafür eine Dina-5-Karte mit 14 kurzen Regeln und müssen einmalig Anti-Rutschsocken kaufen, wenn sie noch keine eigenen besitzen. Kurz bevor es losgeht, muss dann jeder noch ein drei Minuten Video schauen, in dem nochmals die wichtigsten Regeln erklärt werden. „Sicherheit hat bei uns oberste Priorität. Deshalb sind die Socken Pflicht und an jeder Station gibt es weitere Sicherheitsanweisungen“, sagt Müller. „Aber am Ende gibt es natürlich beim Sport immer ein gewisses Risiko.“ Für den Notfall sei immer Personal auf der Fläche und Kinder unter neun Jahren würden gesondert beaufsichtigt.

Schon während der Eröffnung ist zu beobachten, dass vor allem die jüngeren Gäste springen gehen. Nur vereinzelt trauen sich auch Ältere auf die Trampoline.

Sprung über den Balken

Die sind je nach Geschicklichkeit und körperlicher Fitness mal Fluch mal Segen, schleudern die Springer auch tatsächlich dorthin, wo sie es geplant haben. Besonders fies: Ein sich waagrecht drehender Balken, Twister genannt, der an einen überdimensionalen Propeller erinnert, den es zu überspringen gilt. Wer nicht hoch genug kommt oder das Timing verpasst, wird von dem dickgepolsterten Balken gnadenlos umgesenst.

„Grundsätzlich ist jeder von 1 bis 99 willkommen. Aber natürlich sind die meisten Gäste eher jung“, weiß Müller von den anderen Hallen. Er empfiehlt den Gästen, sich schon vorher online anzumelden und ein Zeitfenster zu buchen. Aber natürlich könne man auch noch spontan vorbeikommen. Auf die Bahnen dürfen bis zu 120 Spinger.

Justus freut sich derweil, dass es auch in Frankfurt endlich eine Trampolinhalle gibt. „Ich habe ein kleines Trampolin im Garten und musste in den vergangenen Jahren immer nach Wiesbaden fahren. Jetzt ist mein Weg kürzer“, sagt er zufrieden und stellt sich erneut für den Hindernislauf an. Dieses Mal will er die Bestzeit schlagen. An diesem Abend wird er es nicht mehr schaffen. Er geht aber mit der Sicherheit, dass es beim nächsten Mal klappt und er als Tagesgewinner die Halle verlassen wird. Nikolai Kuhnert

Die Preise

Die Superfly hat seinen Firmensitz in Butzbach. Mit Frankfurt eröffnet insgesamt die zwölfte Trampolinhalle der Firma. Die Halle befindet sich in der August-Schanz-Straße 33 in Preungesheim und hat von Dienstag bis Freitag von 15 bis 20 Uhr und am Wochenende ab 10 Uhr auf. Besucher können zwischen drei Varianten wählen: 60 Minuten für 16,90 Euro, 90 Minuten für 22,90 Euro und 120 Minuten für 28,90 Euro. Außerdem gibt es Angebote unter anderem für Familien, Geburtstage und Schulen. fnk

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