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Stadt baut den Kindergarten nun doch

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Von: Friedrich Reinhardt

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ngrid Reitzammer, Kinderbeauftragte von Nieder-Erlenbach, an der Kita Mühleninsel. FOTO: leonhard hamerski
ngrid Reitzammer, Kinderbeauftragte von Nieder-Erlenbach, an der Kita Mühleninsel. © Hamerski

Kompromiss im Kita-Streit angekündigt

Das Bildungsdezernat hat dem Druck der Eltern und des Ortsbeirats im Nieder-Erlenbacher Kita-Streit nachgegeben. Bei der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses präsentierte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) einen Kompromiss, von dem Kinderbeauftragte Ingrid Reitzammer sagt: "Es ist ein riesiger Gewinn für die Eltern und die Kinder." Schon im Sommer könnten die Mädchen und Jungen in einer neuen Einrichtung betreut werden.

Webers Vorschlag sieht im Kern vor, die Kindertagesstätte, die im Baugebiet Südlich am Riedsteg geplant ist, früher zu bauen - und zwar im Baugebiet am Westrand. Bis der Bau steht, soll die Zeit mit Containern und Pavillons überbrückt werden. In den Pavillons, die sich bereits im Besitz der Stadt befinden, soll die neue Einrichtung innerhalb von nur einigen Monaten an den Start gehen können.

Container müssen zu den Nutzern passen

"Wir prüfen gerade, welche Anlagen geeignet sind", sagt Webers Büroleiterin Jetta Lüdecke. Bei der Stadt seien mehrere Container frei. Da sie aber von Kindern zwischen drei und sechs Jahren genutzt werden sollen, müssten sie dafür auch ausgelegt sein. "Die Toiletten brauchen aber eine gewisse Größe. Die Räume brauchen eine gewisse Größe. Wir überprüfen, welche passen." Auch der Brandschutz und das Stadtschulamt müssen den Containern und Pavillons letztlich zustimmen.

Desweiteren kündigte Weber an, die bestehenden Betreuungsgruppen überbelegen zu wollen, damit die steigende Nachfrage nach Kita-Plätzen gedeckt werden kann. Kinderbeauftragte Ingrid Reitzammer, die auch Leiterin der Krabbelstube Raupennest ist, ist allerdings äußerst skeptisch, ob die nicht städtischen Kitas in Nieder-Erlenbach da auch mitmachen werden.

"Überbelegungen gehen auf Kosten der Erzieher, die mehr Kinder beaufsichtigen müssen, und auf Kosten der Kinder, die ihre Bezugsperson mit mehr Kindern teilen müssen." Die Überbelegung wäre auch nicht für die Dauer weniger Monate möglich. "Da wird Beziehungsarbeit geleistet, man kann die Kinder nicht nach ein paar Monaten aus ihren Gruppen herausnehmen", erklärt Reitzammer.

Außerdem habe das Kinderzentrum Im Sauern schon im vergangenen Jahr weniger Kinder aufgenommen, weil die Räume nicht groß genug seien.

Zwei U3- und

eine Ü3-Gruppe fehlen

Reitzammer hat sich unter den Kitas im Stadtteil umgehört und kommt zu dem Ergebnis, dass eine Gruppe für Kinder über drei Jahre und zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahre fehlen.

Die ganze Diskussion um die Kita im Baugebiet Am Westrand entstand, weil das Bildungsdezernat sie zunächst nicht bauen lassen wollte, obwohl etwa die ABG Frankfurt Holding ihre Doppelhaushälften auch mit der versprochenen Kita bewarb. Das Bildungsdezernat argumentierte, die Kita sei bereits gebaut und 2011 mit der Kita Mühleninsel eröffnet worden. Wegen fehlender Betreuungsplätze habe man den Bau vorziehen müssen. Reitzammer argumentierte dagegen, dass es nichts an der Situation ändere: Es bestehe ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem drittel Lebensjahr, die Kita-Einrichtungen in Nieder-Erlenbach seien voll, und am Westrand ziehen insgesamt 88 Familien in den Stadtteil und die meisten haben Kinder. Die ersten sind bereits eingezogen. Die Eltern seien auf einen Kita-Platz angewiesen, sagt Reitzammer. "Für den Hausbau haben sie Kredite aufgenommen. Um die bezahlen zu können müssen beide Elternteile arbeiten gehen. Friedrich Reinhardt

Eine Mail für einen Kita-Platz

Nieder-Erlenbacher Eltern, die einen Betreuungsplatz in einer Kita im Stadtteil suchen können sich mit einer Mail an rechtsanspruch-amt40@stadt-frankfurt.de. Genannt werden sollten Name, Adresse und Geburtsdaten des Kindes.

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