Die Branddirektion ist mittlerweile zuständig für die Beschaffung Lagerung von Schutzmaterialien.
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Die Branddirektion Frankfurt ist mittlerweile zuständig für die Beschaffung Lagerung von Schutzmaterialien für Pandemien.

Corona

Mit Blick auf künftige Krisen: Frankfurt bunkert Schutzausrüstung für 12,6 Millionen Euro

  • Julia Lorenz
    VonJulia Lorenz
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Frankfurt wappnet sich gegen künftige Pandemien. Rund 12,6 Millionen Euro kostet die Beschaffung und Lagerung von Masken und Co.

Frankfurt – 3,1 Millionen Einmal-Mund-Nase-Bedeckungen, 868.280 FFP2-Masken, 515.230 Handschuhe in Größe M, 100.500 Infektionsschutzanzüge und 26.850 Liter Flächendesinfektionsmittel: Dies alles und noch vieles mehr muss sich stets in den Lagern der Frankfurter Branddirektion befinden, damit die Stadt gut für das Coronavirus und mit Blick auf künftige Krisen gewappnet ist.

So hat es das Stadtparlament im vergangenen Jahr beschlossen. Mit der Schutzausrüstung werden städtische Ämter, Alten- und Pflegeheime, Kinder- und Jugendeinrichtungen oder Einrichtungen der Obdachlosen- und Drogenhilfe ausgestattet. Doch wie ist die Strategie der Stadt aufgegangen? Wie hat die Beschaffung des Schutzmaterials für Frankfurt funktioniert? Und: Gibt es Anpassungsbedarf? Ein Magistratsbericht gibt dazu Antworten:

Frankfurt lernt aus Corona-Pandemie und will künftigen Versorgungsengpässen vorbeugen

Beschaffung: Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie gestaltete sich die Beschaffung mit Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel als sehr schwierig. „Selbst einfachste Schutzmasken konnten, wenn überhaupt, nur überteuert beschafft werden“, heißt es dazu im Magistratsbericht.

Bis die bestellte Ware geliefert war, hätte es bis zu zehn Wochen dauern können. Deshalb habe sich die Stadt dazu entschlossen, stehts einen „strategischen Grundstock“ vorzuhalten, um künftig keine „Versorgungsengpässe“ zu haben. Denn die Verfügbarkeit von medizinischen Schutzmaterial sei „entscheidend“ für die Eindämmung und Bekämpfung von Pandemien.

Lagerung: Mittlerweile ist die Branddirektion für die Beschaffung von Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel verantwortlich. Die Vorräte werden aktuell an drei Standorten gelagert: im Katastrophenschutzlager in Frankfurt-Eckenheim, in einem seit Juni 2020 angemieteten Lager im Industriepark Griesheim sowie in einem seit Anfang 2021 weiteren Lager in Bad Homburg.

Frankfurt zahlt für Beschaffung und Lagerung des Pandemie-Schutzmaterials 12,6 Millionen Euro

Kosten: Nach Angaben des Magistrats wurden für die Beschaffung des Schutzmaterials, die Kosten für die Lagerung sowie für die Bezahlung von Zeitarbeitskräften insgesamt 12,63 Millionen Euro ausgegeben. Davon sind allein 12,2 Millionen Euro für Masken und Co. zu Buche geschlagen. Das neue Lager in Griesheim kostet die Stadt monatlich 8400 Euro inklusive Nebenkosten. Der Mietvertrag läuft bis Mitte 2023. Seit 1. Januar werden zusätzlich noch die Mietkosten für das Lager in Bad Homburg in Höhe von 12 700 Euro fällig. Sprich: Aktuell werden alleine für Mietkosten monatlich 21.100 Euro bezahlt.

Dazu heißt es in dem Magistratsbericht: „Die parallele Vorhaltung mehrerer Pandemielager verursacht in der Summe hohe Mietkosten, bindet in einem hohen Maß personelle Kapazitäten, erzeugt einen logistischen Mehraufwand und ist im Hinblick auf die Kosten-Nutzen-Relation ineffizienter als ein einziges großes zentrales Lager.“ Die „relativ kurzfristig aufgekommenen Notwendigkeit der Einlagerung der Pandemieartikel“ sei aber nicht anders realisierbar gewesen.

Pandemie-Zentrallager soll in Frankfurt entstehen - Branddirektion arbeitet an Lösung

Auslieferung: Nach Angaben des Magistrats wurden im vergangenen Jahr 337.000 FFP2-Masken, 299 250 Handschuhe, 10.129 Liter Handdesinfektionsmittel, 5430 Antigen-Schnelltests, 1110 Schutzanzüge und 248 Schutzbrillen und vieles mehr ausgeliefert. Davon profitiert haben Alten- und Pflegeheime, gemeinnützige Institutionen und Vereine, Unternehmen, die zur kritischen Infrastruktur gehören, sowie städtische Ämter und Betriebe.

Ausblick: Die Vorhaltung von Schutzausrüstung und die bisherige Arbeitsweise sollen fortgeführt werden. Aus Sicht des Magistrats habe sich die Strategie bewährt. Allerdings gebe es auch Anpassungsbedarf. Etwa bei der Lagerung von Desinfektionsmittel. Dieses habe nämlich nur eine begrenzte Haltbarkeit, weshalb es nicht längerfristig aufbewahrt werden könne und regelmäßig überprüft werden müsse - was wiederum personelle Kapazitäten binde.

„Ziel ist eine Kooperation mit einem großen Klinikum“, heißt es im Magistratsbericht. Zudem sollen die drei Lager „aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit“ zu einem Pandemie-Zentrallager zusammengeführt werden. Der Magistrat: „Das ist das oberste Ziel.“ Die Branddirektion arbeitet bereits an einer Lösung. (Julia Lorenz)

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