1. Startseite
  2. Frankfurt

Public Viewing zur WM 2022? Stadt Frankfurt positioniert sich klar

Erstellt:

Von: Florian Dörr

Kommentare

Wie geht die Stadt Frankfurt mit der umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar um? Der Sportdezernent äußert sich deutlich. 

Frankfurt - Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar rückt näher: Vom 20. November bis zum 18. Dezember sollen die Spiele ausgetragen werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich immer mehr die Frage, wie Kommunen wie etwa die Stadt Frankfurt mit dem umstrittenen Großereignis umgehen. Denn in der Vergangenheit gehörten etwa Public Viewings und Fanmeilen bei großen Turnieren fast schon zum guten Ton.

Insbesondere in einem deutschen Nachbarstaat wurde der Widerstand zuletzt laut: In Frankreich sprachen sich immer mehr Städte gegen ein Public Viewing aus. Zuletzt hatten sich laut Le Monde Paris, Marseille, Bordeaux und Nancy gegen eine Übertragung der WM 2022 auf Großbildleinwänden entschieden.

Begründet wurde der Schritt jeweils mit den ökologischen und vor allem sozialen Umständen in Katar. Das Land steht etwa wegen des Umgangs mit Gastarbeitern schon lange in der Kritik. In der Vergangenheit war es auch zu zahlreichen tödlichen Unfällen auf den WM-Baustellen gekommen. Die Regierung des Emirats weist Teile der Kritik zurück. Immer wieder im Fokus steht auch das Thema LGBTQ+, denn laut Gesetz ist etwa Homosexualität in Katar verboten.

Public Viewing in Frankfurt zur WM 2022 in Katar? Stadt erteilt Absage

Wie also steht die Mainmetropole Frankfurt, wo in den vergangenen Jahren etwa im Stadion im Stadtwald große Übertragungen organisiert wurden, zur Thematik? Die Entscheidung ist laut Sportdezernent Mike Josef klar: „Wir fördern Projekte, machen erfolgreiche Kampagnen und rufen zur Achtung der Menschenrechte auf. Alle Verantwortlichen sind daher im Zusammenhang mit der bevorstehenden WM gefordert, ihren Einfluss und ihre Möglichkeiten bereits im Vorfeld und während der WM zu nutzen, um die Menschenrechtslage in diesem Land dauerhaft und nachvollziehbar zu verbessern.“ Ergo: „Die Stadt Frankfurt plant kein Public Viewing.“

Gruppenerlebnis Fußball: Auch diese junge Frau genießt das Public Viewing in der Frankfurter WM-Arena.
Bei der EM 2016 wurde auch in Frankfurt im ganz großen Rahmen gefeiert. In diesem Winter dürften die Gegebenheiten andere sein. © Boris Roessler (dpa)

Kein öffentliches Rudelgucken der Stadt Frankfurt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar also. Ohnehin hätte sich die Frage gestellt, wie groß das Interesse der Fans gewesen wäre. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa sprachen sich im Juli sogar 48 Prozent der Befragten für einen WM-Rückzug des Teams von Bundestrainer Hansi Flick aus. Nur 28 Prozent befürworteten die Teilnahme an der Endrunde. Zudem wäre das Ambiente in diesem Jahr ohnehin ein anderes als gewohnt gewesen: Schließlich finden die Spiele im Winter statt. (fd)

Auch interessant

Kommentare