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Neue Entwicklung bei historischem Gebäude: Frankfurts Pläne für die Villa Meister

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Von: Michael Forst

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Die historische Villa Meister und ihr Park FOTO: reuss
Die historische Villa Meister und ihr Park © Maik Reuß

Bei der Meistervilla in Frankfurt gibt es Neuigkeiten. Das Interesse der Stadt weckt Hoffnung bei der Bürgerinitiative - doch nicht alle sind begeistert.

Frankfurt - 2019 hatte die Stadt Frankfurt beim Kauf der Villa Meister und des Parks noch abgewunken - mangels Geld, wie es hieß. Die neue Koalition sieht das anders - und greift jetzt nach dem historischen Bau und dem Anwesen. "Die Erschließung öffentlicher Grünflächen hat einen hohen Stellenwert in der Koalition", erklärte Jan Pasternack, Referent von Sylvia Weber, der Dezernentin für Immobilien und Neues Bauen, auf Anfrage dieser Zeitung.

Dies belege auch eine Erklärung im Koalitionsvertrag von Grünen, SPD, FDP und Volt: "Die Gesamtanlage Villa Meister soll als Denkmal deutscher Kultur- und Industriegeschichte erworben werden und für die Öffentlichkeit wieder zugänglich sein", heißt es darin. "Das prüfen wir als Magistrat zurzeit dezernatsübergreifend und sprechen darüber mit den Eigentümern", sagt Pasternack. Offen ließ er indes die Frage nach der Finanzierung des Vorhabens.

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Mit seiner Aussage bestätigt er das, was diese Zeitung schon vom Eigentümer der Cairos-Gruppe erfahren und berichtet hatte. Die Stadt Frankfurt habe Interesse angemeldet, das Areal zu kaufen, hatte Geschäftsführer Marcus Bube erklärt. Diesem Ansinnen gegenüber sei man offen und warte nun auf konkrete Angebote.

Für Thomas Müller-Sonn von der Bürgerinitiative "Rettet den Herbert-von-Meister-Park" sind das gute Neuigkeiten. "Wir begrüßen das sehr, wenn die Stadt das Gelände erwerben würde", sagte er gestern. Man befinde sich auch bereits in Gesprächen mit der Stadt.

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Lief die BI nach dem Verkauf durch die Erbengemeinschaft an die Unternehmensgruppe Cairos noch gegen eine mögliche Bebauung durch den jetzigen Eigentümer Sturm, stehe sie unter den vielleicht bald geänderten Vorzeichen solchen Plänen deutlich entspannter gegenüber. Denn: "Die Stadt möchte eher eine sozial verträgliche Bebauung realisieren - und nicht irgendwelche teuren Eigentumswohnungen", glaubt Müller-Sonn.

Im Gespräch seien etwa eine Altenwohnanlage oder ein Kindergarten. "Solche Einrichtungen wären natürlich auch für Sindlingen sinnvoll, denn sie fehlen hier", erklärte er. Zwar habe man über den Bauverein Höchst eine altengerechte Wohnanlage im "Zehnthof" im Sindlinger Ortskern. "Doch der platzt aus allen Nähten." Mit der Stadt als Eigentümerin werden nach Müller-Sonns Worten solche Projekte wahrscheinlicher, "die dem Park wieder Leben einhauchen". Damit meint er auch die Nutzbarmachung des Anwesens für die Öffentlichkeit. Ganz anders liege der Fall, "wenn jemand den Park für viel Geld erwirbt und dort teure Eigentumswohnung baut - da will natürlich niemand, dass die Leute einem durch den Vorgarten pilgern".

Ganz anders steht der Sindlinger Ortsbeirat Albrecht Fribolin den Kauf-Plänen der Stadt gegenüber. Er ahnt, dass das "horrendes Geld" kosten würde und fragt sich, woher das kommen soll. "Wir kennen doch alle die Situation der Stadt: Es ist noch nicht mal Geld da für eine Ruhebank am Main", sagt Fribolin. Auch angesichts der zu erwartenden hohen Folgekosten durch Reparaturen und Wartung der Anlage ist er dagegen. "Wir Sindlinger lieben unsere Villa Meister über alles", betont Fribolin. "Aber wenn dieses Schmuckstück verfällt und zur Ruine wird, dann bin ich für eine andere Lösung - die Cairos-Gruppe wäre eine solche." (Michael Forst)

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