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Zwar gibt es in der Bockenheimer Landstraße einen separaten Radweg (rechts), doch Radler dürfen auch die Fahrbahn benutzen.

Mehr Radler auf der Fahrbahn

Stadt hebt auf weiteren Straßen die Benutzungspflicht bei Radwegen auf

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Künftig werden Radfahrer nur noch in begründeten Fällen verpflichtet, auf dem Radweg zu fahren. Die Stadt hat bereits in mehreren Straßen die Benutzungspflicht aufgehoben. Gestern war die stark befahrene Bockenheimer Landstraße an der Reihe. Weitere sollen folgen.

Ein Selbstversuch am Mittwoch hat gezeigt: Es braucht schon etwas Mut, um mit dem Fahrrad auf der Bockenheimer Landstraße die Fahrbahn zu benutzen. Der Platz ist eng, Lieferwagen überholen einen mit geringem Abstand. Und besonders sinnvoll scheint die Wahl auch nicht zu sein: Während sich vor den Ampeln eine lange Autoschlange bildet, lässt sich auf dem baulich von der Straße abgetrennten Radweg zügig daran vorbeifahren.

Das allerdings ist nicht immer so. Die Bockenheimer Landstraße ist eine der Straßen in Frankfurt mit dem höchsten Radverkehrsaufkommen. Im vergangenen September wurden 3364 Radler im Zeitraum von acht Stunden gezählt. „Der schmale Radweg reicht oft nicht mehr aus“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Überholen sei dort nicht möglich. Viele Radler würden auf den Gehweg ausweichen, dort komme es zu Konflikten mit Fußgängern. Künftig können sie sich auch dafür entscheiden, die Fahrbahn zu benutzen. Die Stadt montierte in den vergangenen Tagen in der Bockenheimer Landstraße zwischen Opernplatz und Senckenberganlage die blauen Radwegeschilder ab und folgte damit einer Vorgabe der Straßenverkehrsordnung (siehe „Info“).

„Der Radweg bleibt erhalten“, betont Joachim Hochstein, der Leiter des städtischen Radfahrbüros. Wer unsicher sei, könne ihn weiter benutzen. Fahrradpiktogramme auf Fahrbahn und Radweg weisen auf die Wahlmöglichkeit hin. Nur vor den großen Kreuzungen am Opernplatz und an der Senckenberganlage ist es weiterhin Pflicht, den Radweg zu benutzen. Laut Hochstein prüft derzeit eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe, wie die Bockenheimer Landstraße fahrradfreundlich umgebaut werden kann.

Seit vier Jahren ist die Stadt dabei, die Benutzungspflicht von Radwegen aufzuheben. In den kommenden Jahren soll das in größerem Umfang fortgeführt werden. Zunächst sei das für alle Nebenstraßen außerhalb des Grundnetzes geplant, sagte Oesterling. Dann folgen Hauptstraßen, in denen Tempo 30 gilt. Auf allen übrigen Straßen wird im Einzelfall geprüft, ob das Fahrbahnradeln erlaubt wird. Auf dem Alleenring werde das zum Beispiel nicht der Fall sein, betonte der Verkehrsdezernent. „Dort gibt es einen ausreichend breiten und gut ausgebauten Radweg.“

Zuletzt wurde die Radwegebenutzungspflicht in einem Abschnitt der Homburger Landstraße und in der Rheinlandstraße aufgehoben. Geplant ist das auch in der Fürstenbergstraße. Überprüfen wird das Radfahrbüro in diesem Jahr noch folgende Straßen: Jakobsbrunnenstraße (Fechenheim), Muckermannstraße (Praunheim), Kollwitzstraße (Praunheim), Auf der Insel/Reichsburgstraße (Rödelheim), Waldschulstraße von Mainzer Landstraße bis Oeser Straße (Griesheim), Pfaffenwiese (Zeilsheim), Waldschulstraße von Mainzer Landstraße bis Oeser Straße (Griesheim), Mainzer Landstraße zwischen Schmidtstraße und Galluswarte (Gallus), In der Römerstadt (Praunheim, Nordweststadt, Heddernheim), Westerbachstraße (Sossenheim/Rödelheim), Berkersheimer Weg (Eschersheim/Frankfurter Berg), Wittelsbacher Allee nordöstlich Saalburgallee (Bornheim), Habsburgerallee südöstlich der Wittelsbacherallee (Ostend), Ostparkstraße (Ostend), Saalburgallee zwischen Wittelsbacherallee und Kettelerallee (Bornheim), Raimundstraße zwischen Fallerslebenstraße und Paquetstraße (Ginnheim), Friedberger Landstraße/Ecke Scheffelstraße.

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