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Dank des Regens liegt der Goepfert-Brunnen nicht ganz auf dem Trockenen. Wasser sprudelt hier seit 2005 nicht mehr.

Eschenheimer Tor

Stadt hat kein Geld: Goepfert-Brunnen bleibt trocken

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Seit dem Jahr 2005 ist der Goepfert-Brunnen versiegt. 700 000 Euro würde die Inbetriebnahme kosten. Geld, das die Stadt derzeit allerdings nicht hat.

Es ist ein trauriges Bild, das der Goepfert-Brunnen am Eschenheimer Tor bietet. Laub, Müll, Dreck und Regenwasser sammeln sich im Becken. Wasser ist aus der 50 Meter langen Brunnenskulptur schon lange nicht mehr gesprudelt. Und daran wird sich wohl auch bald nichts ändern. Rund 700 000 Euro würde die Reparatur kosten, teilt der Magistrat jetzt in einer Stellungnahme mit.

Die Befahrung der Grundleitung, Neuerschließung des Brunnens, Erneuerung der Technik inklusive Demontage und Einlagerung der Rotoren, Chlorung des Beckens, eine neue Schaltanlage und Wasseraufbereitung, die Erweiterung der Brunnenkammer, Restaurierung der Skulptur und Außenanlage sowie Honorar- und Verfahrenskosten ergäben diese hohe Summe. Auch wenn man eine erneute Inbetriebnahme ausdrücklich befürworte, verfügte man jedoch nicht über die notwendigen Mittel, verkündet der Magistrat.

Damit ist klar: Auch im Sommer 2018 sprudelt der Goepfert-Brunnen nicht, so wie er es auch in den vergangenen 13 Jahren nicht getan hat. Warum dies so ist, ist nach wie vor ungeklärt. Derzeit führt die Stadt eine Kanalbefahrung durch, um die Funktionstüchtigkeit und genaue Lage der Kanalanschlüsse zu überprüfen. Das geschieht mit einer kleinen Kamera, die durch die Rohre fährt.

1969 erhielt der Maler und Objektkünstler Hermann Goepfert den Auftrag der Stadt Frankfurt, den Platz am Eschenheimer Turm zu gestalten. Er schuf eine Brunnenskulptur aus Aluminium, deren Rotoren durch Wasser bewegt werden und das Licht reflektieren. Auf ihrer Webseite „Kunst im öffentlichen Raum“ spricht die Stadt von einer „seeähnlichen Skulptur“. Der einzige See im Brunnen ist derzeit aber nur die Pfütze im Becken.

Betreut wird der Goepfert-Brunnen, wie auch die 110 anderen Brunnen in der Stadt, vom Kulturamt. 100 000 Euro stehen dort jährlich für die Pflege zur Verfügung, für die einzelnen Objekte bleibt dort nicht viel Geld übrig. Deswegen haben zentrale Brunnen, wie der am Zoo oder vor der Alten Oper, Priorität und der Goepfert-Brunnen muss weiter warten.

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