fff_CoronaFeiern17_061020
+
In einer Gaststätte trägt die Bedienung Maske, die Gäste nicht. Wie lange das noch möglich ist, entscheidet heute der Krisenstab.

Frankfurt: Corona-Zahlen steigen weiter

Stadt nähert sich Alarmstufe rot an

  • Julia Lorenz
    vonJulia Lorenz
    schließen

Wegen des massiven Anstieges der Corona-Neuinfektionen, will die Stadt am Dienstag Maßnahmen verkünden.

Bald gilt in der Mainmetropole Alarmstufe rot, denn die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt rasant weiter an. Gestern lag die wichtige Sieben-Tage-Inzidenz, die Auskunft darüber gibt, wie viele Menschen pro 100 000 Einwohnern sich in den vergangenen sieben Tagen mit Covid-19 infiziert haben, bei 48,5, Damit nähert sich Frankfurt der vierten Eskalationsstufe des Landes. Diese gilt ab 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen einer Woche. Spätestens dann muss die Stadt bei der Eindämmung des Virus wieder härter durchgreifen.

Zwei Drittel der Kranken infiziert sich im Alltag

"Wir befürchten, dass wir beim Infektionsgeschehen in den nächsten Tagen die Eskalationsstufe rot erreichen werden", teilte gestern Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) mit. "Nachdem in der vergangenen Woche der Fokus auf einem lokal begrenzten Infektionsausbruch lag, wird diese Woche deutlich, dass zwei Drittel der Infektionen mittlerweile im Bereich des Alltagslebens stattfinden, und nun andere Maßnahmen erforderlich sind."

In der vergangenen Woche gab es einen Corona-Ausbruch in einer Gemeinschaftsunterkunft im Gallus, weil es Verbindungen in ein Postverteilerzentrum im Landkreis Offenbach gab, wo sich zahlreiche Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert hatten. In der Frankfurter Gemeinschaftsunterkunft wurden mehr als 100 Bewohner, Mitarbeiter und Kontaktpersonen positiv auf das Coronavirus getestet.

Am heutigen Dienstag trifft sich der Krisenstab der Stadt, um darüber zu beraten, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die Ausbreitung des Virus in der Stadt wieder in den Griff zu bekommen. "Neben den lokalen Maßnahmen für Frankfurt werden wir die Beschlüsse aus der Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder aus der vergangenen Woche konsequent umsetzen", teilte Majer gestern weiter mit.

Feiern nur noch mit 25 Menschen

Die Regierungschefs der Länder hatten sich vor einer Woche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) darauf geeinigt, angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus in ganz Deutschland wieder verstärkt durchzugreifen. So wurde sich etwa darauf geeinigt, dass es wieder Vorschriften geben soll, wie viele Menschen höchstens an einer privaten Feier teilnehmen dürfen. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder in einer Kommune über 50 sollen in öffentlichen oder angemieteten Räumen nicht mehr als 25 Menschen zusammenkommen. Für die eigenen vier Wände wurde empfohlen, mit nicht mehr als zehn Personen zu feiern. Diese Vorgaben könnten auch für Frankfurt gelten, kündigte Majer an.

So hoch wie gestern war die Sieben-Tage-Inzidenz in Frankfurt seit Ausbruch der Pandemie im März noch nie. Der Höchstwert wurde zuletzt am 24. August erreicht - eine Woche nach dem Ende der Sommerferien. An diesem Tag lag der Wert bei 34. Danach galt in Frankfurt für zwei Wochen eine Maskenpflicht im Unterricht an den weiterführenden Schulen. Zudem wurde die Einhaltung der Hygieneregeln, wie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung und das Abstandhalten, verstärkt in Gaststätten, Bussen und Bahnen kontrolliert.

Insgesamt haben sich in Frankfurt bisher 3729 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Am Wochenende ist ein 85 Jahre alter Mann an den Folgen der Lungenerkrankung gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle in Frankfurt auf 72.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare