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Noch kann man als Fußgänger nur unterirdisch am Marbachweg die Straßenseite wechseln. Doch das wird sich schon bald ändern, denn die Stadt plant zusätzlich eine oberirdische, ebenerdige Querungsmöglichkeit.

Eschersheimer Landstraße

Erleichterung für Fußgänger und Radfahrer: Stadt plant Querungen am Marbachweg und am Sinai-Park

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Zwei neue Übergänge über die Eschersheimer Landstraße will die Stadt realisieren. Für insgesamt 1,23 Millionen Euro. In Höhe des Sinai-Parks sowie am Marbachweg. Damit sind nicht alle im Stadtteil einverstanden.

Wer als Fußgänger die Eschersheimer Landstraße überqueren will, der braucht einen Plan. Denn die vierspurige Straße wird von der Stadtbahn getrennt und kann nicht überall gequert werden. Doch das will die Stadt jetzt ändern und plant zwei neue Überwege. Am Marbachweg und von der Klimsch-Anlage zum Sinai-Park kann man künftig sicher die Seiten wechseln. Über die Vorplanung soll nun die Stadtverordnetenversammlung entscheiden, im Anschluss soll der Magistrat eine Planung erstellen sowie eine Bau- und Finanzierungsvorlage erarbeiten. Der Gesamtinvestitionsbedarf wird auf 1,23 Millionen Euro geschätzt.

Ortsvorsteher Friedrich Hesse (CDU) freut sich, dass endlich die Planungen begonnen haben. Das ist verständlich, schließlich beschäftigt sich der Ortsbeirat 9 (Dornbusch, Eschersheim, Ginnheim) bereits seit 2011 mit diesem Thema.

Unterführung bleibt

Ebenso wie mit der Diskussion, ob durch eine oberirdische Querung von der Straße „Am Dornbusch“ zum „Marbachweg“ die dort bereits existierende Unterführung erhalten bleiben soll. Jetzt steht fest: Der Tunnel kann weiterhin genutzt werden. „Das ist wichtig. Die Unterführung wird fleißig genutzt, vor allem von den Menschen, die von der U-Bahn in den Bus umsteigen“, sagt Friedrich Hesse. Zudem sei die Unterführung auch der Stammplatz des am Dornbusch seit Jahren so beliebten Akkordeonspielers. „Er ist schon fast Inventar und muss bleiben“, sagt der Ortsvorsteher.

4,20 Meter breit wird dort der künftige, ebenerdige Überweg über die Eschersheimer sein. Für den fließenden Verkehr bleiben beide Spuren erhalten. Das sei in diesem Bereich der Straße auch nötig, heißt es in der entsprechenden Vorlage des Magistrats. Eine Reduzierung der Fahrbahnbreite oder auch der Verzicht auf einen der beiden Fahrstreifen seien nicht machbar. Aufgrund der Leistungsfähigkeit der Eschersheimer müssten diese erhalten bleiben, so die Begründung.

Bei der zweiten neuen Querung, die künftig die Klimsch-Anlage mit dem Sinai-Park als Teil des „Grünen Ypsilons“ verbinden soll – reagiert Friedrich Hesse deutlich zurückhaltender. Zum einen, weil er sie an dieser Stelle als nicht unbedingt notwendig ansieht – „70 Meter weiter gibt es den nächsten Überweg“. Zum anderen, weil er weiß, dass es vor allem bei den Dornbuschern „viele Kritiker zu dieser Lösung“ gibt.

So fallen zum Beispiel durch den Bau vor der Rosegger-Apotheke die Kurzzeitparkplätze weg. Für die Sorgen der Inhaberin, die mit Umsatzeinbußen rechnete, gibt es mittlerweile eine Lösung. Nur einige Meter weiter, vor der Hausnummer 381, sollen vier gleichwertige Stellplätze eingerichtet werden.

Mehr Sozialkontrolle

„Es wird zudem die Verbindung der beiden Grünanlagen kritisiert, weil Drogendealer vom Sinai-Park in die Klimsch-Anlage kommen könnten“, sagt Friedrich Hesse, der das jedoch gänzlich anders sieht. „Solch ein Durchgang ist auch eine Sozialkontrolle“, sagt der Ortsvorsteher, fordert aber, dass die Wege in den Grünanlagen künftig auch beleuchtet werden sollten. Nicht dauerhaft, aber mit Bewegungsmeldern. Um den Menschen, die dort unterwegs sind, mehr Sicherheit zu vermitteln.

Für den Bau des Überwegs zum Sinai-Park wird die Fahrbahn leicht verschwenkt, die Breite von sechs Metern bleibt auch hier erhalten. Während auf der Westseite die Parkbucht wegfällt, wird auf der Ostseite der Gehweg verlegt. Er verläuft künftig östlich der Bäume, die durch diese Variante erhalten bleiben können. Auch für Radfahrer soll der Übergang gut nutzbar sein, die künftig schnell von der einen in die andere Grünanlage kommen. „Ich denke, ich werde ihn dann doch mal nutzen“, sagt der passionierte Radler Friedrich Hesse.

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