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Rund um die EZB wird das Leben fast zum Stillstand kommen. Fotos: kam

Blockupy-Demo in Frankfurt

Die Stadt rüstet sich für den Ausnahmezustand

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Die ersten Blockupy-Demonstranten sind bereits in der Stadt angekommen. Am Wochenende haben die Ordnungshüter damit begonnen, die EZB wegen der angekündigten Proteste mit Zäunen und Stacheldraht abzuriegeln. Tausende Beamte aus ganz Deutschland werden in den nächsten Tagen im Einsatz sein.

Frankfurt wappnet sich für den befürchteten Ausnahmezustand: An der Zentrale der Deutschen Bank sollen große Holzverkleidungen für mehr Schutz sorgen, rund um die EZB werden Absperrungen aufgestellt. Viele Bewohner des Ostends flüchten, quartieren sich für einige Tage außerhalb ein. Die Polizei ist bereits seit Freitag mit verstärkten Kräften in der Stadt unterwegs, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die zur Eröffnung der neuen Europäischen Zentralbank erwarteten Blockupy-Proteste werfen ihre Schatten voraus.

Noch allerdings ist es nach Angaben der Polizei ruhig in der Stadt. „Ganz vereinzelt haben wir bereits erste Anreisen festgestellt. Mit der großen Welle rechnen wir aber erst ab Dienstag“, berichtet ein Polizei-Sprecher. Bis auf eine ungenehmigte Plakat-Aktion am Römer hatten die Beamten am zurückliegenden Wochenende wenig zu tun. „Bislang ist es ruhig geblieben.“  

Dafür laufen die Vorbereitungen für die Sicherheitszone rund um die EZB im Ostend auf Hochtouren. Das Areal zwischen Honsell- und Horst-Schulmann-Straße, Main und Sonnemannstraße wird mit Sperrgittern abgeriegelt. Nur durch einzelne Durchlassstellen ist dann noch der Zugang möglich. Am Sonntag hat die Anlieferung der Absperrgitter begonnen. „Im nicht-öffentlichen Raum beginnen wir bereits mit dem Aufbau“, sagte ein Polizei-Sprecher. An öffentlichen Straßen und Plätzen soll damit aber noch gewartet werden, bis der Tag der Demonstration näherrückt.

Die Polizei rechnet bei der Demonstration gegen die Politik der Europäischen Zentralbank mit bis zu 10 000 Teilnehmern, möglicherweise auch mehr. Angekündigt hat sich auch das M18-Bündnis, in dem sich rund 40 antiautoritäre, kommunistische und anarchistische Gruppen aus Griechenland, Zypern, Großbritannien, Tschechien, der Schweiz und Deutschland zusammengefunden haben. Obwohl die meisten Demo-Teilnehmer einem bürgerlich-friedlichen Spektrum zugerechnet werden, rechnet die Polizei mit Ausschreitungen. Das Blockupy-Bündnis spricht von Panikmache. Durch die Proteste und die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen der Polizei wird das öffentliche Leben rund um die EZB weitestgehend zum Erliegen kommen.

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