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Diese Plakate, wie Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) eines zeigt, warnen die Besucher von Grillplätzen und weisen sie darauf hin, dass offenes Feuer bis auf Weiteres untersagt ist. Bei Zuwiderhandlung drohen bis zu 1000 Euro Bußgeld.

Hitzewelle

Stadt untersagt wegen Trockenheit das öffentliche Grillen

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Die lang andauernde Trockenperiode in Verbindung mit der aktuellen Hitze treibt die Feuergefahr in die Höhe. Ab heute ist daher das Grillen auch auf ausgewiesenen Grillplätzen in Frankfurt untersagt. Auch Grablichter dürfen nicht mehr entzündet werden.

Die Stadt zieht Konsequenzen aus der Trockenheit. Gestern gab Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) bekannt: Ab sofort gilt auch auf ausgewiesenen Grillplätzen im Stadtgebiet ein Grillverbot. „Wir werden anfangs nicht gleich mit Strafen drohen, sondern die Leute ansprechen“, kündigte Heilig an, „und um Verständnis werben.“ Dafür sind die Mitarbeiter des Grünflächenamts ebenso aktiv wie Stadt- und auch Landespolizei.

Trotz Verbots ein Grillfeuer zu entzünden, kann allerdings theoretisch zwischen fünf und 1000 Euro Buße kosten. „Wie viel, das liegt im Ermessen des Beamten und hängt vom Einzelfall ab“, erläuterte Heilig. Seit gestern bringen die Mitarbeiter des Grünflächenamts die Schilder an den elf städtischen Grillplätzen an. Das Amt weist zudem darauf hin, dass jedes offene Feuer in den städtischen Grünanlagen verboten ist, so auch das Rauchen von Zigaretten und das Entzünden von Kohlestückchen für Wasserpfeifen. Auf den Friedhöfen dürfen bis auf Weiteres keine Grabkerzen mehr angezündet werden. „Seit April hat es nicht mehr richtig geregnet, alles ist trocken“, begründet Heilig das Verbot. „Die Brandgefahr ist sehr hoch.“

Der Deutsche Wetterdienst hat gestern für Frankfurt und Umgebung die höchste Feuerwarnstufe 5 festgestellt. „Wir orientieren uns meist am Deutschen Wetterdienst“, sagte Dr. Tina Baumann, Leiterin des Stadtforstes. Tagsüber und auch am Wochenende patrouillieren die Förster jetzt noch aufmerksamer durchs Gelände, sprechen Besucher an, falls diese – aller Vernunft zum Trotz – im Wald rauchen und können auch mit Ordnungsstrafen gegen diese Raucher vorgehen, falls die Leute uneinsichtig sind.

Für die Feuerwehr gilt nach wie vor die zweithöchste Alarmstufe A, die das hessische Umweltministerium ausgegeben hat. Dies bedeutet: „Wir haben den Container mit den Schläuchen fest auf einem Fahrzeug angebracht“, sagt Sprecher Thomas Koch. Das Trägerfahrzeug wird normalerweise nach Bedarf be- und entladen. Jetzt steht der große Container mit vielen Schläuchen aber permanent auf der Ladefläche, um im Einsatzfall Zeit zu sparen. Gegebenenfalls werden die Schläuche benötigt, um eine längere Wasserleitung in den Wald zu bauen.

„Zwei Kilometer sind kein Problem“, sagt Koch, „wenn wir dann eine Pumpe dazwischen bauen, können wir weitere zwei Kilometer Wasser befördern. Zudem stehen vier Tanklöschfahrzeuge bereit, die zwischen 6000 und 10 000 Liter fassen.“ Im Ernstfall könnten sie Wasser liefern. Wichtig sei, dass die Feuerwehrteams – der Schwerpunkt der Waldbrandprävention liegt bei der Wache in Sachsenhausen – wissen, wo sie die leeren Tanklöschfahrzeuge wieder füllen können. Eingeübt wird dies mit Kartenstudium und bei Begehungen vor Ort. Kontrolliert wird dabei auch, ob sich die Zufahrtschranken der Waldwege leicht öffnen lassen.

Über ein Szenario wie jüngst in und um Athen will Koch lieber nicht spekulieren. Er beruhigt stattdessen: „Es ist nicht das erste Mal, dass es heiß und trocken ist. Wir sind personell und technisch vorbereitet.“ Im Ernstfall würden bei größeren Bränden auch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren hinzugerufen und nötigenfalls Einsatzkräfte aus Nachbarkommunen. Gegenseitige Hilfe sei selbstverständlich bei der Feuerwehr.

Dass es im Stadtforst so schlimm kommen könnte wie in Griechenland, glaubt auch dessen Leiterin Baumann nicht: „Es gab dort trockene Pinien und trockenes Gras, dazu einen starken Wind.“ In Frankfurt hingegen habe man es mit Mischwald zu tun, der doch noch eine gewisse Feuchtigkeit habe. Die heftigen Winde fehlten ganz, vor allem jedoch gebe es im Stadtwald immer Besucher, die ein Feuer rechtzeitig melden. „In Griechenland sind die Flammen ja von Baumkrone zu Baumkrone gesprungen. Bei uns sind noch nie Bäume in Brand geraten. Die Brände wurden so rechtzeitig entdeckt, so dass lediglich Laub und Gras am Boden brannten.“

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