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Verkehrsdezernent Stefan Majer brachte gestern am S-Bahn-Haltepunkt Zeilsheim die ersten der neuen Radwegweiser an. Zeilsheim und Sindlingen sind das Pilotgebiet für die ganze Stadt Frankfurt.

750 Kilometer Radwege gibt es in Frankfurt

Stadt will Radlern Orientierung bieten

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Voraussichtlich bis Ende 2017 soll die Wegweisung für ein gesamtstädtisches Radverkehrsnetz in allen Stadtteilen erfolgen. Dies soll die Fahrradmobilität verbessern und sicherer machen.

Rund 25 Kilometer ist das Radverkehrsnetz allein in den Stadtteilen Zeilsheim und Sindlingen lang. Das Gebiet wurde als Pilotbereich für die geplante Beschilderung des gesamtstädtischen Radverkehrsnetzes ausgewählt, weil es sich im äußersten Westen um zwei abgegrenzte Stadtteile handelt, die es ermöglichen, das Wegweisungssystem in sich abgeschlossen zu betrachten. Mit der Montage des ersten Wegweisers an der Westhöchster Straße, Ecke Sindlinger Bahnstraße in Höhe der S-Bahn-Station Zeilsheim, fiel für das ambitionierte Projekt gestern der Startschuss. „Eine Fahrradwegweisung ist selbstverständlicher Bestandteil einer Fahrradmobilität in Städten“, betont Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne). Noch in diesem Jahr soll die Beschilderung des Radverkehrsnetzes für alle westlichen und nördlichen Stadtteile angegangen werden. „In 2017 folgen der Süden, der Osten und die Innenstadt“, so Majer. Das gesamtstädtische Radverkehrsnetz, so der Dezernent, umfasse eine Länge von 750 Kilometern. An insgesamt 900 Knotenpunkten sollen Hauptwegweiser aufgestellt werden. Hinzukommen noch Zwischenwegweiser, etwa an einer Gabelung. Mit der Beschilderung soll das, was für den Autoverkehr bereits selbstverständlich ist, auch als Service für Radfahrer zur Verfügung gestellt werden.

Für Sindlingen und Zeilsheim sind 24 Netzknotenpunkte geplant, 98 Einzel-Wegweiser sollen montiert werden. Allein am Sindlinger Kreisel sind 25 Hauptwegweiser vorgesehen. Bereits innerhalb der kommenden vier Wochen soll das Projekt in den Pilot-Stadtteilen abgeschlossen werden. Die Erfahrungen sollen für die zukünftige Befestigung der Schilder berücksichtigt werden.

Günter Schneider, Leiter des Baubezirks beim Straßenbauamt, schätzt die Kosten für den Pilot-Bereich auf 15 000 Euro. „Für die Radwegweisung im gesamten Westen und Norden rechnen wir derzeit mit Kosten in Höhe von 320 000 Euro“, sagt Majer. Zwei entsprechende Förderanträge beim Land seien bereits gestellt, aber noch nicht beschieden worden. Mit der Beschilderung möchte die Stadt dem immer größer werden Anteil an Radfahrern gerecht werden. „13,5 Prozent aller Wege in Frankfurt werden mit dem Fahrrad zurückgelegt“, erklärt Bertram Giebeler, verkehrspolitischer Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Frankfurt, welcher der Stadt bei dem Projekt beratend zur Seite steht.

„Dass die Beschilderung in Zeilsheim starte, ist in Ordnung“, sagt Giebeler: „Wir appellieren aber an die Stadt, die Herausforderung nicht zu unterschätzen und das Projekt auch in der kommenden Zeit mit dem gleichen Elan anzugehen und das System auch in Zukunft gut zu pflegen.“ Auch sei es sinnvoll, das Lückenschlussprogramm und die geplante Beschilderung aufeinander abzustimmen. „Als Lücke wird eine Strecke bezeichnet, die ein Radfahrer nicht sicher und im Sinne der Straßenverkehrsordnung befahren kann. Derzeit gibt es noch mehr als 150 Lücken im Stadtgebiet.“

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