Mit Plakaten und Erklärvideos will die Stadt möglichst viele Frankfurter dazu bewegen, am Wahltag, dem 14. März, wegen der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben, aber dennoch ihre Stimme abzugeben: per Briefwahl.
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Mit Plakaten und Erklärvideos will die Stadt möglichst viele Frankfurter dazu bewegen, am Wahltag, dem 14. März, wegen der Corona-Pandemie zu Hause zu bleiben, aber dennoch ihre Stimme abzugeben: per Briefwahl.

Kommunalwahl

Stadt wirbt für Briefwahl und erwartet Rekord

  • Thomas J. Schmidt
    vonThomas J. Schmidt
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Möglichst viele Frankfurter sollen zu Hause abstimmen

Frankfurt -Dezernent Jan Schneider (CDU) erwartet für die Kommunalwahl am 14. März einen Rekord an Briefwählern. Bei der vorigen Kommunalwahl 2016 haben 24,9 Prozent der Wähler per Brief gewählt, bei der Europawahl 2019 waren es 29,6 Prozent, und bei der Kommunalwahl 2020 in Nordrhein-Westfalen hat sich der Anteil der Briefwähler in manchen Kommunen glatt verdoppelt. "Wir rechnen deswegen mit vielen Anträgen auf Briefwahl, mehr als bei vorigen Wahlen", sagte Schneider. Oliver Becker, Leiter des Wahlamts, berichtete bei der Online-Pressekonferenz gestern, dass bereits 6300 Anträge auf Briefwahl im Wahlamt eingegangen sind. Und das, obwohl die Wahlunterlagen erst von Montag an versendet werden.

Viele Bürger, glaubt Schneider, werden zum ersten Mal überhaupt per Briefwahl wählen. Um sie über den Ablauf zu informieren, hat das Wahlamt ein Erklärvideo erstellt, das unter www.frankfurt.de angeschaut werden kann.

515 000 Frankfurter

dürfen wählen

Es gibt etwa 515 000 Wahlberechtigte. Rund 202 000 Frankfurter wählen die kommunale Ausländervertretung. Die Wahlbeteiligung lag bei der Wahl vor fünf Jahren bei 39 Prozent. Schneider erwartet für dieses Mal eine höhere Wahlbeteiligung, nicht zuletzt, weil auch ältere Bürger es jetzt eher gewohnt seien, per Internet und Smartphone zu kommunizieren und es ihnen so leichter falle, die Briefwahl zu beantragen. In Zeiten von Corona sei die Briefwahl die sicherere Methode.

Zumal bei der komplizierten Kommunalwahl in Hessen und speziell in Frankfurt. Neben der Stadtverordnetenversammlung werden auch die 16 Ortsbeiräte und die Kommunale Ausländervertretung neu bestimmt, was bedeutet, dass man bis zu drei Wahlzettel ausfüllen kann, jeder so groß wie ein Tischtuch, mit hunderten Namen und etlichen Listen. "Kumulieren und Panaschieren" sind die Stichworte der hessischen Kommunalwahl, die das Ganze nicht gerade einfach machen, abschreckend für viele. Jedenfalls in der engen Wahlkabine, unter Zeitdruck, wenn draußen eine lange Schlange von Wählern steht. Das ist bei der Briefwahl zu Hause einfacher zu bewerkstelligen. Zumal man mehrere Wochen Zeit hat, sich die Vergabe der Stimmen zu überlegen. Vom 1. Februar an werden die Stimmzettel versendet, am 14. März, 18 Uhr, müssen die Wahlzettel beim Wahlamt eingegangen sein. Die Zahl der Briefwahlbezirke wurde von 117 auf 140 erhöht, und auf dem Messegelände steht für die Auszählung eine Fläche zur Verfügung, die doppelt so groß ist wie bei vorigen Wahlen.

Erklärfilmchen

im Internet

Um die Briefwahl zu beantragen, gibt es fünf Möglichkeiten:

Per Formular: Auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigungen gibt es einen Vordruck, der per Post ans Wahlamt geschickt werden kann.

Online: Auf der Wahlbenachrichtigung und auf 1200 Plakaten in Frankfurt befindet sich ein QR-Code, der mit einem Smartphone gescannt werden kann und der zur Internetseite mit allen Infos zu den Wahlen führt (www.frankfurt.de/wahlen). Unter www.frankfurt.de/briefwahl gelangt man zu einem Formular, in dem alle nötigen Daten für die Briefwahl eingetragen werden können.

Per E-Mail: Eine formlose Mail an briefwahl@stadt-frankfurt.de mit Angabe von Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift der Hauptwohnung und die ggf. abweichende Versandanschrift führt ebenfalls zum Erfolg.

Per Brief: Einen formlosen Brief mit Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift der Hauptwohnung und der ggf. abweichenden Versandanschrift an das Bürgeramt, Statistik und Wahlen, Lange Straße 25-27, 60311 Frankfurt am Main schicken.

Im Briefwahllokal: Wer sich die Unterlagen nicht mit der Post zusenden lassen will, kann sie nach vorheriger Terminvereinbarung online oder unter (069) 212 40 400 direkt in zwei Briefwahllokalen abholen. In der Innenstadt stehen dafür ausreichend dimensionierte Räume in der Lange Straße 25-27 zur Verfügung, zudem im Bürgeramt Höchst (Dalbergstraße 14). Dort ist es auch möglich, die Stimmzettel direkt auszufüllen und in die jeweiligen Urnen zu werfen. In der Lange Straße kann man die Unterlagen an einem Außenfenster an der Pforte entgegennehmen, um Kontakte zu vermeiden. thomas j. schmidt

Die Erklärfilme zur Briefwahl und zum Kumulieren und Panaschieren gibt es online unter https://frankfurt.de/service-und-rathaus/stadtpolitik/wahlen/kommunalwahlen-2021/

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