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(Symbolbild)

Bis zu 1000 Hektar Neubaufläche

Stadtentwicklung: Planer diskutieren mit Bürgern

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Mit einer ersten Veranstaltung auf dem Riedberg beginnt heute die letzte Phase der Bürgerbeteiligung zum neuen Stadtentwicklungskonzept. Dabei wird unter anderem diskutiert, wie viele Neubauflächen die Stadt noch braucht.

Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hat’s eilig. Mitte 2017 will er einen Entwurf für das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ vorlegen – ein halbes Jahr früher, als es sein Vorgänger Olaf Cunitz (Grüne) geplant hatte. Dann soll klar sein, wie und wo Frankfurt weiter wachsen soll. Gelingen soll die Beschleunigung des Verfahrens, indem auf eine Runde Bürgerbeteiligung verzichtet wird. Somit ist die Reihe von vier Veranstaltungen, die heute am Riedberg beginnt (siehe „Info“), die letzte Gelegenheit, eigene Vorstellungen zur Entwicklung der Stadt einzubringen. Diskutiert werden vier verschiedene Wachstumsszenarien aus dem Blickwinkel der Stadtteile im Norden, Osten, Süden und Westen. Grundlage der Diskussion ist die Prognose, wonach Frankfurt bis 2030 auf rund 810 000 Einwohner wachsen wird. In den vier verschiedenen Szenarien wird allerdings unterschiedlich auf die Entwicklung reagiert.

In der ersten Variante („nachhaltige Entschleunigung“) gehen die Planer von einem „gesteuerten Wachstum ohne Außenentwicklung aus“. Das heißt: Neue Stadtteile wird es in diesem Fall nicht geben, Wohnungen entstehen nur im bestehenden Siedlungsgebiet. Die Folge wäre ein hoher Druck auf innerstädtische Freiflächen. 60 000 Wohnungen könnten dadurch entstehen.

Im zweiten Szenario („dynamische Nachhaltigkeit“) legen die Planer ein starkes Wachstum mit „deutlicher Innenentwicklung“ zugrunde. Neben einer intensiven Nachverdichtung würde es in diesem Fall auch neue Bauflächen im Umfang von insgesamt rund 400 Hektar geben. Dadurch entstünde Platz für 100 000 Wohnungen.

Das ist auch bei Szenario 3 („dynamische Stadterweiterung“) der Fall. Allerdings würden sie weniger durch Nachverdichtung, sondern in neuen Quartieren entstehen. Denn es sollen bis zu 1000 Hektar Bauland bereitgestellt werden.

Im Szenario 4 („moderate Stadterweiterung“) würde es am Stadtrand nur ein gedrosseltes Wachstum geben, der Wohnungsbedarf würde stattdessen vor allem in der Region gedeckt. Die bestehenden Quartiere bleiben unverändert, es gibt keine Nachverdichtung. 60 000 Wohnungen könnten auf diese Weise entstehen.

Zwischen diesen vier Szenarien werden sich Bürger und Politik entscheiden müssen. Schon die Bürgerbeteiligung im Sommer hat gezeigt, dass die Flächennutzung – Wohnungsbau oder Erhalt von Freiflächen – ein großes Streitthema ist. Das letzte Wort wird das Stadtparlament haben. Doch das Stadtentwicklungskonzept soll kein statisches Programm sein, sondern am Beginn eines fortlaufenden Prozesses stehen.

(mu)

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