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Lachen macht schneller gesund

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Lachen als Medizin: Prominente haben Kinder im Clementine-Kinderhospital besucht und aufgemuntert.

Ex-Ringer Alexander Leipold  sitzt mit einer Trommel auf einem Krankenhausbett. Er ist kein Patient, er ist zu Besuch bei der 13-jährigen Lea. Bei ihr war am ersten Tag der Sommerferien ein Aneurysma im Kopf – so nennt man eine krankhafte Aufweitung eines Hirngefäßes – geplatzt. Danach verbrachte sie 137 Tage in der Uniklinik in Gießen und ist jetzt seit Anfang Oktober zur Reha im Clementine-Kinderhospital.

Leipold kann mit dem Mädchen aus Echzell mitfühlen. „Ich hatte drei Schlaganfälle“, sagt der 49-Jährige, der unter anderem auch deshalb in die Schlagzeilen geraten war, weil ihm wegen eines Dopingurteils bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney die Goldmedaille aberkannt worden war.

Der ehemalige Spitzensportler engagiert sich im Verein „Zeit des Lachens“, der gestern kleinen und nicht ganz so kleinen Patienten in dem Krankenhaus im Ostend einen Besuch abstattete. Mit ihm waren noch der ehemalige Eishockeyprofi Rick Goldmann  , die dänische Triathletin und Ironman-Siegerin Tine Holst  sowie Spieler der Frankfurter Eishockeymannschaft „Die Löwen“ samt Maskottchen Trevor mit am Start. Tine Holst, die seit 2012 Triathlon Profi ist und den Iron Man 2016 gewann sowie vierfache Hessenmeisterin im Radsport wurde, weiß, „was es heißt, niemals aufzugeben“. Und diesen Rat und ihren Leitspruch „Glaube immer daran“ (Don’t stop believing) gab sie auch Lea mit auf ihren Genesungsweg mit.

Es gehe darum, die Patienten mit viel Spaß und Lachen Freude zu schenken, erklärte Jacqueline Althaller  , die den Verein ins Leben rief, weil sie aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig Unterstützung ist und wie gut es tut, ein Ventil – das Lachen – zu haben. Ihr Kind verbrachte sechs Monte in einer Klinik und musste in dieser Zeit fünfmal operiert werden. Damals begriff sie, welche Leistung die Pfleger bringen. „Was sie tun, das ist unbeschreiblich“, sagt Althaller.

Gestern nun boten sie und ihre Mitstreiter allen im Kinderhospital eine kleine Auszeit. Es geht um Abwechslung und Spaß , um damit den Mädchen und Jungen Kraft zur Genesung zu geben. Und genau das gab es von „Zeit des Lachens“ frei nach dem Sprichwort „lachen ist gesund“, hier leicht umgeändert in „lachen macht gesund.“ Beim Besuch bliebt es aber nicht, denn der Verein schenkt Eltern, Pflegepersonal und Ärzten ein Lachyoga-Seminar. Das gäbe ihnen eine Mentaltechnik, mit der sie in der Lage seien, sich immer wieder in positive Grundstimmung zu versetzen.

(es)

Rubriklistenbild: © Bernd Kammerer

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