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Zwischen Dom und dem Museum Schirn ragt das Stadthaus in die Höhe. Auch ein Jahr nach Eröffnung wird der Bau kritisiert.

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Zu wenige Veranstaltungen: Kritik am Stadthaus in der Frankfurter Altstadt

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Seit Eröffnung der neuen Altstadt gewinnt auch das Stadthaus an Attraktivität. Es gebe vermehrt Anfragen für Buchungen. Das gab Baudezernent Jan Schneider (CDU) jetzt im Stadtparlament bekannt. Bis Jahresende wird es im Stadthaus 25 Veranstaltungen gegeben haben, eine mehr als 2017.

„Das Stadthaus ist das exzellente Veranstaltungsgebäude ersten Ranges im Herzen der Altstadt“ – so steht es auf der Internetseite des Stadthauses. Doch die Frankfurter haben dies offenbar noch nicht erkannt. Auch kurzfristig kann man dort noch einen Raum buchen. Baudezernent Jan Schneider (CDU) sieht das Stadthaus jedoch auf einem guten Weg. 25 Feste an 365 Tagen

„Seit der Eröffnung der neuen Altstadt hat es vermehrt Anfragen gegeben“, sagte er im Stadtparlament. In diesem Jahr hätten bereits 20 Veranstaltungen dort stattgefunden, bis Jahresende sollen fünf weitere folgen. Von den 20 Veranstaltungen seien zwölf zum regulären Preis von 3500 Euro gebucht worden. Die übrigen Veranstaltungen waren von städtischen oder stadtnahen Gastgebern ausgerichtet worden, die für die noble Adresse nur 1500 Euro Miete zahlen müssen. Im vergangenen Jahr hat es im Stadthaus 24 Feste, Empfänge und Konferenzen gegeben.

„Solch ein Ort braucht Zeit, um sich in verschiedenen Veranstaltungskalendern zu etablieren“, sagte Schneider, der darauf hinwies, dass das Umfeld bis zur Eröffnung der Altstadt vor wenigen Monaten eine Baustelle gewesen sei. Das habe eine Vermietung nicht unbedingt einfach gemacht. Zudem sei es aufgrund der Räumlichkeiten schwierig, mehrere Veranstaltungen „unter einen Hut“ zu bekommen. „Wir können nur einen Mieter pro Tag haben“, so Schneider. Man sei aber bereits mit der Lectron GmbH, einer Tochtergesellschaft des Vereins für soziale Heimstätten, die für die Bewirtschaftung des Stadthauses zuständig ist, in Gesprächen, wie man eine bessere Auslastung des Gebäudes hinbekommen kann. Er wolle auch noch mal das Gespräch mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) suchen, um zu schauen, welche Veranstaltungen aus dem Kaisersaal im Römer man in das Stadthaus verlegen könne. Zu teuer, kein Konzept

Die Stadtverordneten Kristina Luxen (SPD) und Eyup Yilmaz (Linke) kritisierten, dass die Miete für das Stadthaus zu hoch sei. „Es spielt in der Liga mit dem Haus am Dom“, sagte Luxen. Dort würde die Miete aber nur 950 Euro kosten.

Elke Tafel-Stein (FDP) bezeichnete das 25,3 Millionen Euro teure Stadthaus als „Schmuckstück, das jeden Pfennig wert“ sei. „Es war klar, dass das Stadthaus nicht die Saalbau ersetzt“, so Tafel-Stein. „Wir müssen dem Gebäude noch etwas Zeit geben.“

Ulf Baier (Grüne) forderte ein Konzept für das Stadthaus. „Es muss sich besser von den umliegenden Veranstaltungsorten wie der Evangelischen Akademie abgrenzen und ein eigenes Profil erarbeiten.“

Seit September 2017 können Privatleute, Unternehmen, Vereine oder städtische Institutionen einen Saal und zwei Seminarräume im Stadthaus für ihre Zwecke mieten. Mit maximal 200 Menschen kann man dort feiern, Konferenzen abhalten oder Empfänge geben.

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