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Ins Stadthaus kommen ein Museum und Veranstaltungen aus dem Römer

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Von: Thomas Remlein

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In das umstrittene Stadthaus kommt nun doch ein ökumenisches Museum.
In das umstrittene Stadthaus kommt nun doch ein ökumenisches Museum. © Bernd Kammerer (.)

Für das neue Stadthaus ist eine Doppelnutzung geplant. Neben Veranstaltungen im großen Saal sollen die oberen Räume für ein ökumenisches Kirchenmuseum in städtischer Hand genutzt werden.

Seit Juni steht der Prachtbau gegenüber dem Dom leer. Doch nun soll Leben in die Bude kommen. Firmen, aber auch Bürger sollen ab Januar die Räume mieten können. Gleichzeitig sollen in den Foyers und der oberen Etage des 25.3 Millionen Euro teuren Neubaus künftig Objekte des Ikonenmuseums, des Dommuseums und der evangelischen Kirche zu sehen sein. Das sagte Kirchendezernent Uwe Becker, der das Projekt gemeinsam mit Baudezernent Jan Schneider (beide CDU) vorantreibt. Der 199 Personen fassende Festsaal soll für Veranstaltungen vermietet werden. Mit dem Entschluss endet ein zähes Ringen innerhalb der Koalition aus CDU, SPD und Grünen über die Nutzung des prunkvollen Repräsentationsbaus am Fuße des Doms.

500 000 Euro Betriebskosten

Der Betreiber ist die Lectron GmbH, eine Reha-Einrichtung des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten. Nach Angaben des Vorstandes des Frankfurter Vereins, Peter Hovermann, wird bei der Vermietung zwischen gewerblichen und privaten Nutzern unterschieden. Gewerbliche Nutzer zahlen eines Tagesmiete von 3500 Euro. Private, die den Raum beispielsweise für eine Geburtstagsfeier nutzen wollen, 1500 Euro. Im Preis inbegriffen sind die Bestuhlung und die Nutzung der Tontechnik. Bühnenaufbau und Catering werden extra berechnet, wie Hovermann erläuterte. Die Tage mit den verbilligten Bürger-Mieten werden auf 50 pro Jahr begrenzt. Geplant ist, auch Veranstaltungen aus dem Römer in das Stadthaus zu verlegen, wenn der Kaisersaal und die Römerhallen bereits belegt sind. Der Verein wird das Haus sowie das noch einzurichtende Museum bewirtschaften. Rund 50 Beschäftigte der Lectron sollen dabei zum Einsatz kommen. Die Betriebskosten inklusive des Personals bezifferte Liegenschaftsamtsleiter Alfred Gangel auf 500 000 Euro jährlich.

Gefragtes Objekt

Baudezernent Schneider ist überzeugt, dass sich der Veranstaltungskalender für den Raum rasch füllen wird. Der Magistrat ist bei der Vergabe wählerisch: „Bei dem Haus im Zentrum der Stadt haben wir auch ein Interesse daran, dass hier Veranstaltungen stattfinden, die der Qualität des Umfeldes entsprechen. Einen 18. Geburtstag oder Veranstaltungen eines typischen Bürgerhauses sehe ich hier eher nicht“, sagte Schneider. Und wenn die Stadt hier ein Jubiläum feiern wolle, müsse der Raum ebenfalls zur Verfügung stehen.

Eröffnung ohne Plan

Die Stadtregierung hatte das im Juni eröffnete Haus errichtet, ohne über die spätere Nutzung entschieden zu haben. „Das Gebäude ist eigentlich nicht für ein Museum geplant“, räumte Becker daher auch ein. Es sei „kein optimales Vorgehen, man hätte es schon vorher erreichen können“. Becker ist einer der Befürworter eines städtischen Kirchenmuseums. Wie groß die Ausstellungsfläche des geplanten Museums sein soll und welche Kosten mit seiner Errichtung verbunden sind, ist nach Angaben der Stadt derzeit unklar. Becker, der auch Bürgermeister und Kämmerer ist, erwartet „keine allzu umfänglichen Baumaßnahmen“, will aber nicht „vor dem Konzept“ spekulieren. Dieses soll im Frühjahr 2017 vorliegen. Das Museum soll Mitte oder Ende 2018 eröffnet werden.

Becker ist überzeugt, ein gelungenes Konzept für ein ökumenisches Kirchenmuseum vorlegen zu können. Es sei angedacht, Ausstellungsobjekte des Dommuseums, des Ikonenmuseums sowie des Archäologischen Museums in das Museumskonzept zu integrieren. „Am Ort der Synode von 794 und der Kaiserpfalz trägt das Museum der christlichen Tradition unserer Stadt Rechnung“, betonte Becker. Das Stadthaus solle zudem auch den Dialog zu anderen Religionsgemeinschaften suchen.

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