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Stadthaus wartet auf Gäste

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Durch ?goldene? Türen gelangen Besucher in den Neubau mit dem Veranstaltungssaal.
Durch ?goldene? Türen gelangen Besucher in den Neubau mit dem Veranstaltungssaal. © Rainer Rüffer

Kaum ein Bauprojekt war in jüngster Zeit so umstritten wie das Stadthaus über dem Archäologischen Garten am Dom. Jetzt ist das Veranstaltungsgebäude fertig. Der zwischenzeitlich diskutierte Umbau in ein Museum ist vom Tisch.

Gegenüber dem Hauptportal des Doms betritt man das neue Stadthaus durch eine goldene Tür. Naja, aus Gold ist sie natürlich nicht, vielmehr aus rautenförmigem Messingblech – dem gleichen Material, mit dem auch der Veranstaltungssaal verkleidet ist, der spektakulär über dem Archäologischen Garten aufgehängt ist. Auf die Mauerreste der Römer- und Stauferzeit blickt man im Erdgeschoss durch große Glasscheiben. Und im ersten Stock sind im Boden mehrere Scheiben eingelassen, die den Blick freigeben auf die Ausgrabungen, die künftig neu inszeniert werden.

Große Fenster ermöglichen eine Aussicht auf die „Goldene Waage“, die derzeit direkt neben dem Stadthaus rekonstruiert wird. Im großen Saal, der mit hellem Holz vertäfelt ist und durch das hohe, spitze Dach ein wenig an eine Kirche erinnert, gibt es hingegen nur wenige Fenster. Lediglich die Giebel sind mit rautenförmigen Scheiben verglast. Wer günstig sitzt, kann im Osten den Domturm erspähen.

Platz für 199 Personen

„Ich bin beeindruckt von den historischen Bezügen“, sagt Frankfurts Tourismus-Chef Thomas Feda, der am Montag den Neubau zum ersten Mal besichtigte. Nicht nur das: Fedas Tourismus + Congress GmbH hatte zur ersten Veranstaltung überhaupt ins Stadthaus eingeladen. Zusammen mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) präsentierte Feda die aktuelle Tagungsstatistik.

Die guten Zahlen können seiner Ansicht nach durch das Stadthaus noch besser werden. Bis zu 150 Personen passen in den Saal, zusammen mit Nebenräumen ist Platz für 199 Leute – eine Größenordnung, die bei Veranstaltern stark nachgefragt ist. Firmenpräsentationen und Empfänge, aber auch Hochzeiten kann sich Feda im Stadthaus vorstellen.

Betreiber noch unklar

Das ist zwar weitgehend fertig, präsentiert sich aber noch als Baustelle. An einigen Stellen hängen zum Beispiel noch lose Kabel aus den Wänden. Im Juni, so ist es geplant, wird die Dom-Römer GmbH das Gebäude der Stadt übergeben. Was dann passiert, ist noch unklar, der künftige Betreiber steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wird es auf die städtische Saalbau hinauslaufen. „Aber es gibt auch andere Interessenten“, sagt Mark Gellert, der Sprecher von Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Festzustehen scheint mittlerweile aber, dass das Gebäude als reines Veranstaltungszentrum genutzt wird – und nicht, wie zwischenzeitlich diskutiert, als Ausstellungshaus für Ikonen- und Diözesanmuseum. „Es gibt keine Bestrebungen, die Veranstaltungstechnik wieder herauszureißen“, sagte Feldmann. „Das wäre verschwendetes Steuergeld.“ Er sei überzeugt, dass sich das Haus gut bespielen lasse. Es sei als Alternative zum Römer nötig, der mit jährlich 1050 Veranstaltungen an den Kapazitätsgrenzen angelangt sei.

Das rund 20 Millionen Euro teure Stadthaus wurde von einer Bürgerinitiative kritisiert, weil es den Blick auf den Dom verstellt. Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) wollte das Projekt aus finanziellen Gründen kippen.

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