Der Sommergarten in der Batschkapp war einer der wenigen, der in Frankfurt tatsächlich öffnen konnte. Beim Publikum kam das Konzept an. Für diesen Sommer wünschen sich die Stadtverordneten weitere solche Angebote.
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Der Sommergarten in der Batschkapp war einer der wenigen, der in Frankfurt tatsächlich öffnen konnte. Beim Publikum kam das Konzept an. Für diesen Sommer wünschen sich die Stadtverordneten weitere solche Angebote.

Letzte Hoffnung

Stadtparlament fordert mehr Open-Air-Veranstaltungen

  • vonUte Vetter
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Die Frankfurter Club-Betreiber und Schausteller darben. Die Stadtverordneten wollen deshalb mehr Flächen zur Bespielung freigeben. Doch der Magistrat sieht einige Hürden.

Frankfurt -Flächen und Plätze für Open-Air-Veranstaltungen soll die Stadt - falls es die Pandemie zulässt - freigeben und für die "Bespielung" zusammen mit Frankfurter Club-Betreibern entsprechende Konzepte erstellen. Das haben die Stadtverordneten angeregt. Örtliche Schausteller und Marktkaufleute sollen ebenfalls berücksichtigt werden. Die Open-Air-Veranstaltungen sollen in Industriegebieten sowie etwa an der Commerzbank-Arena, in Parks und an anderen geeigneten Plätzen im Stadtgebiet über die Bühne gehen. Auch der Opernplatz oder der Friedberger Platz sollen von den Club-Betreibern genutzt werden können.

Doch ganz so einfach ist das nicht, teilt nun der Magistrat mit. Zwar steht die Stadtregierung dem Vorhaben grundsätzlich wohlgesonnen gegenüber: Man sei sich der Bedeutung einer "attraktiven und imageträchtigen Kultur- und Clubszene für das Lebensgefühl in der Innen- und Außenwahrnehmung der Stadt bewusst", betont der Magistrat.

Frankfurter Sommer-Kulturgärten sollen fortgesetzt werden

Und man wolle den "wichtigen Wirtschaftszweig bestmöglich unterstützen", das Pilotprojekt "Sommer Kulturgärten 2020" könnte als Beispiel dienen. Es war im Corona-Jahr 2020 das bislang einzige dezernatsübergreifend finanzierte Projekt aus Mitteln der Tourismusabgabe. Als Träger fungierte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga), Kreisverband Frankfurt, im Verbund mit der "Initiative Gastronomie Frankfurt" und dem Verein "Clubs am Main". Vom Land gab es einen Zuschuss. Das Pilotprojekt soll weiter verfolgt werden.

Anwohner fürchteten um ihre Nachtruhe

Allerdings: Die Kultursommergärten gab es nur auf den Außen-Arealen der Batschkapp (Riederwald), des Tanzhauses West (Gutleut) und des Clubs "Das Bett" (Gallus). Die von der Stadt angepeilten Bereiche wie Roßmarkt, Weseler Werft und alter Uni-Campus fielen wegen Protesten von Anwohnern flach, die um ihre (Nacht-)Ruhe fürchteten. Nun favorisiert die Stadt Musik-Events in Industriegebieten, weil dort höhere Lärmimmissionen zulässig sind als in Wohn- und Mischgebieten. Doch müssen Veranstalter dafür eine Nutzungserlaubnis für Privat-Grundstücke bei den Eigentümern und Grundstücksverwaltern einholen. Immerhin offeriert die Stadt die mögliche Nutzung öffentlicher Plätze und Gehwege sowie Grünflächen wie Mainufer oder Parks.

Eine weitere Anregung der Stadtverordneten: Die Stadt soll helfen, notwendige Schutz- und Hygienekonzepte zu erstellen. Überprüft werden sollen auch die Lüftungsanlagen in den Clubs - und eventuell sogar eine Unterstützung beim Umbau dieser Anlagen gewährt werden. Auch soll der Magistrat prüfen, ob die Commerzbank-Arena und Areale des Flughafens Frankfurt für Veranstaltungen genutzt und für Events gemietet werden können.

Bei der Landesregierung soll sie sich für Rahmenbedingungen einsetzen, "die die Wiederöffnung der Clubs unter der Einhaltung bestimmter Auflagen ermöglicht".

Checkliste zum Hygienekonzept für Frankfurter Clubs

Zu den Lüftungsanlagen in den Clubs erklärt der Magistrat, das Gesundheitsamt habe zusammen mit der Akademischen Lehreinrichtung des Universitätsklinikums Frankfurt eine Checkliste zum Hygienekonzept für Veranstaltungen mit mehr als 250 Teilnehmern erarbeitet. Der Betrieb der Clubs als gastronomischer Betrieb ohne Tanzveranstaltungen sei bereits seit mehreren Monaten möglich. Sofern Clubs und Restaurants nicht gerade Corona-bedingt geschlossen sind.

Außerdem seien zur "Förderung des Frankfurter Schaustellerwesens" sieben Standorte (Roßmarkt, Roßmarkt 10, Römerberg, Paulsplatz, Opernplatz, Hauptwache und Freßgass') für die im Oktober 2020 erstmals etablierte Veranstaltungsreihe "Herbst in der Stadt" ausgewiesen. Einer privatrechtlichen Nutzung des Deutsche-Bank-Parks oder des Areals des Frankfurter Flughafens müssen die jeweiligen Verwaltungen der Eintracht Frankfurt Stadion GmbH, respektive der Fraport AG, zustimmen.

Frankfurter Magistrat: Keine geeigneten Freiflächen

Zudem kooperiere die Stadtverwaltung mit dem Schaustellerverband. Die Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM) organisiert den Betrieb und die Verwaltung der Markthallen sowie die Sonder- und Wochenmärkte. Entsprechend beschränke sich die Einschätzung, Open-Air-Veranstaltungen rechtskonform auf Flächen und Plätzen zu ermöglichen, auf die eigene Zuständigkeit.

Doch im Bereich des industriell-gewerblich genutzten Hafengebietes (Gutleuthafen, Osthafen 1 und Osthafen 2) gebe es keine geeigneten Freiflächen für Open-Air-Veranstaltungen, so der Magistrat. Zwar finde im Zwei-Jahres-Rhythmus im Osthafen 1 entlang der Lindleystraße und am Hafenbecken das Osthafen-Festival mit einer Mischung aus Infotainment, Sport, Kultur und Musik statt. Doch musste das für Mitte August 2020 geplante Festival wegen der Corona-Pandemie zuletzt abgesagt werden.

Info: Der "Frankfurt-Plan" von OB Feldmann

Mit einem "Frankfurt-Plan" will Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) die Innenstadt der Metropole nach dem Ende der harten Corona-Beschränkungen wiederbeleben. Ihm schwebe eine mehrwöchige Aktion dafür vor, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) der "Bild"-Zeitung am Montag. Dabei könne es um die Bespielung der zentralen Plätze durch Schausteller, Foodtrucks, Pop-up-Konzepte für Geschäfte sowie Aktionen gehen, um günstiger in die Stadt zu kommen.

Für diesen Donnerstag (14.1.) sei dazu ein Treffen mit Vertretern der Industrie- und Handelskammern sowie anderer Verbände geplant, bei dem Ideen gesammelt werden sollen, sagte der Oberbürgermeister.

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