Nach Wahlpanne

Stadtrat Schneider will eigene Wahl-Software

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Als Konsequenz aus der Pannenserie bei der Landtagswahl will Dezernent Jan Schneider (CDU) wieder ein eigenes Computersystem zur Erfassung von Wahlergebnissen bereithalten.

Als Konsequenz aus der Pannenserie bei der Landtagswahlwill Dezernent Jan Schneider (CDU) wieder ein eigenes Computersystem zur Erfassung von Wahlergebnissen bereithalten. „Wir brauchen in Frankfurt eine selbständige Software-Lösung, damit wir für den Fall gerüstet sind, dass das zentrale System des Landes wieder einmal ausfällt“, sagte er am Montagabend im Verwaltungsausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Schneider kündigte an, sich bis zur Europawahl im kommenden Mai mit dem Landeswahlleiter über eine entsprechende Lösung einigen zu wollen.

Bei der hessischen Landtagswahl am 28. Oktober kam es am Abend zu einer Reihe von Problemen bei der Erfassung der Ergebnisse. Hauptgrund dafür war: Das erstmals landesweit für die sogenannten Schnellmeldungen genutzte System „Wahlweb“ fiel wegen Überlastung teilweise aus oder reagierte nur sehr langsam. Die Mitarbeiter des städtischen Wahlamts mussten die telefonischen Meldungen aus den Wahllokalen daher handschriftlich erfassen. Die automatische Plausibilitätskontrolle der Software fiel dadurch weg. Übermittlungsfehler konnten zwar später anhand der Niederschriften aus den Wahllokalen aufgeklärt und korrigiert werden, in das vorläufige Ergebnis flossen sie allerdings ein.

Stadtrat Schneider will nun dafür sorgen, dass bei der Europawahl solche Fehler minimiert werden: mit einer Software gestützten Plausibilitätskontrolle, die notfalls unabhängig vom „Wahlweb“ funktioniert.

Vor der jüngsten Landtagswahl gab es ein solches städtisches System bereits. Doch der Landeswahlleiter untersagte den Kommunen diesmal es zu nutzen – aus Angst vor Manipulationen durch Hackerangriffe.

Neben den Computerproblemen gab es am Wahlabend auch Probleme in der Kommunikation zwischen Wahllokalen und Wahlamt. „Wir überlegen, wie wir die Telefonanlage optimieren und welche anderen Wege bei der Übermittlung der Schnellmeldung möglich sind“, kündigte Schneider dazu an.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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