Quartiersmanager Sebastian Wolff moderierte das Treffen zur Zukunft des Stadtteilcafés im Heinz-Ziemer-Haus.
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Quartiersmanager Sebastian Wolff moderierte das Treffen zur Zukunft des Stadtteilcafés im Heinz-Ziemer-Haus.

Treffpunkt für die Riederwälder

Stadtteil-Café im Hans-Ziemer-Haus holt neuen Schwung

  • vonAlexandra Flieth
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Das Stadtteilcafé im Heinz-Ziemer-Haus, das vor einem Jahr dort eröffnet wurde, stand vor einer ungewissen Zukunft. Ein Krisentreffen brachte neue Impulse.

Das Stadtteilcafé im Heinz-Ziemer-Haus, so heißt das Vereinsheim der Sportgemeinschaft (SG) Riederwald, bleibt geöffnet. Das ist das Ergebnis eines Treffens, zu dem die Initiatoren des Projekts, die „Initiative Stadtteiltreff“, gestern Bewohner des Riederwalds dorthin eingeladen hatten. Erst vor einem Jahr wurde das Stadtteilcafé in den Räumen der SG Riederwald eröffnet. Immer sonntags von 15 bis 17.30 Uhr gibt es seitdem Kuchen, Kaffee und Kontakt.

Zu Beginn kamen die Riederwälder zahlreich. Doch seit einigen Wochen sind die Besucherzahlen rückläufig, warum, wissen die Macher nicht. Ihre Motivation ist deshalb sprichwörtlich „in den Keller gerutscht“. Sie dachten ans Aufgeben, ein klärendes Gespräch gestern aber konnte das Ende abwenden.

Acht Ehrenamtliche aus der Initiative „Stadtteiltreff“, die 2015 aus dem Riederwald-Forum heraus entstanden ist, stemmen die Arbeit im Café. „Das ist zu wenig“, findet Claus Lauth, der von Anfang an dabei ist. Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da, auch seine Mitstreiter wünschen sich mehr Mitstreiter, die sich einbringen.

„Das Bedürfnis ist da“, versicherte Sebastian Wolff. Seit Jahresbeginn ist er Quartiersmanager für das Diakonische Werk und moderierte das gestrige Treffen. „Im Riederwald gibt es wenige Anlaufstellen, an denen sich Menschen begegnen können, Orte, die Möglichkeiten des Austauschs bieten. Das Stadtteilcafé ist ein solcher Ort“, ist er sich sicher und skizziert die Alternative: „Um sonntags Kuchen essen zu gehen, muss man in die U-Bahn steigen und beispielsweise nach Bornheim fahren.“ Das sei für viele schlicht zu teuer. „Stattdessen bleiben sie zu Hause, haben vielleicht keinen Kontakt zu anderen, Vereinsamung droht.“

Wolff stellte zwei Fragen in den Mittelpunkt: „Wie soll es mit dem Stadtteilcafé weitergehen?“ und „Gibt es jenseits des Betriebes das Bedürfnis nach weiteren Angeboten und einem Stadtteiltreff?“ Die Riederwälder diskutierten über die Fragen und notierten ihre Gedanken auf Karteikarten.

So wurden mögliche Gründe dafür sichtbar, warum das anfängliche Interesse am Stadtteilcafé abgeflaut sein könnte. Einer hiervon ist, dass das Gelände in der Schäfflestraße 20 für Senioren schwer zugänglich ist. Anderen gefällt der Raum nicht besonders. Ein Sommergarten wird vorgeschlagen, Sofa-Ecken und Sessel sowie eine Kinderecke.

Aber auch das geht nur, wenn sich weitere Menschen finden, die sich ehrenamtlich einbringen. Es sind nämlich nicht nur die zweieinhalb Stunden pro Woche notwendig, in denen der Café-Betrieb läuft. Der Kuchen muss bestellt und abgeholt, in den Wintermonaten muss im Raum vier Stunden vor Eröffnung die Heizung angemacht, Tische und Stühle auf- und später wieder abgebaut werden. „Bei einem größeren Team kommt jeder vielleicht nur einmal alle zwei Monate zum Einsatz“, erklärt Lauth. Das sei für jeden machbar.

Silke Meißner kann sich das gut vorstellen. Seit fünf Jahren lebt sie im Riederwald und hat das Stadtteilcafé für sich entdeckt. „Ich finde es wichtig, dass es erhalten bleibt“, sagte sie. Im Riederwald würde sonst etwas fehlen. So wie sie,dachten am gestrigen Nachmittag noch andere, sodass sich die Liste derjenigen, die sich für das Projekt einbringen möchten, füllte. Jetzt steht der Plan: Im Februar macht das Stadtteilcafé Pause. Die Zeit soll für die Organisation und die Einarbeitung der Neuen im Team genutzt werden. „Ab März geht es weiter. Es soll erst einmal alles so weiterlaufen wie bisher“, kündigte Wolff an. Er selbst hat auch einen Auftrag bekommen. „Ich werde Gruppen und Vereine im Stadtteil ansprechen, ob sie Interesse und Kapazitäten haben, sich mit Beiträgen für ein zusätzliches, kulturelles Angebot einzubringen.“

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