Frankfurts beliebter und beleibter OB Walter Kolb (1902-1956), der von 1946 an bis zu seinem Tode die Geschicke der Stadt lenkte. Und hier den Eisernen Steg wieder eröffnete. FOTO: stadtArchiv
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Frankfurts beliebter und beleibter OB Walter Kolb (1902-1956), der von 1946 an bis zu seinem Tode die Geschicke der Stadt lenkte. Und hier den Eisernen Steg wieder eröffnete.

75 Jahre FNP

Stadtteilgeschichte: Brückenschlag von Hibbdebach nach Dribbdebach

Seit 75 Jahren gibt es die FNP - viel hat sich seitdem verändert. Deshalb drehen wir die Uhren zurück und werfen einen Blick in die Vergangenheit. Wie sah es 1946 in den Stadtteilen aus und wie an selber Stelle 2021. Heute: der Eiserne Steg mit Blick gen Römer.

Frankfurt – Der Eiserne Steg steht wieder! An einem kalten Novembertag 1946 war es offiziell. Die wichtigste Brücke für Fußgänger von und nach Sachsenhausen wurde wiedereröffnet. Oberbürgermeister Walter Kolb (SPD), dem seit 1967 eine Hauptstraße in Sachsenhausen gewidmet ist, hielt die Eröffnungsrede - auf der Nordseite am Brückenaufgang. Sodann schritt die Festgesellschaft feierlich über das Brückenwerk und gelangte nach Sachsenhausen.

Zuvor war ein technisches Meisterwerk gelungen. Die Überreste der Brücke mussten aus dem Main geborgen und wiederhergestellt werden. Denn am 25. März 1945 hatte die Wehrmacht den Eisernen Steg in die Luft gejagt, um den Vormarsch der US-Truppen aufzuhalten. In den ersten Nachkriegstagen konnten die Menschen nur mit Fähren über den Main gelangen, später errichteten die Amerikaner einen Holzsteg ungefähr auf Höhe des Doms. Die Metallkomponenten lagen im Fluss, waren aber zum Großteil intakt geblieben. 220 000 Reichsmark kostete der Wiederaufbau.

Eiserner Steg in Frankfurt-Sachsenhausen: Lange Geschichte der Brücke über den Main

Der Eiserne Steg ist den Sachsenhäusern seit dessen ersten Tagen heilig. 1869 war die eiserne Fußgängerbrücke nach einem Jahr fertig gebaut - das Projekt hatten die Bürger in Frankfurt selbst in die Hand genommen. Die Stadt hatte zuvor die hohen Kosten gescheut und das Projekt abgelehnt. Bürger konnten Anteilsscheine kaufen, außerdem musste beim Überqueren Maut bezahlt werden. So konnte der Bau finanziert und schließlich der Steg 1886 der Stadt kostenlos übereignet werden. Ein typisches Stück Frankfurter Geschichte also. Später übernahm die Stadt selbst die Kosten - etwa für die Erhöhung des Bauwerks, das für die Schifffahrt zu niedrig lag. Das geschah mehrmals. 1912 wurde der Eiserne Steg verbreitert und höher gesetzt, auch die steinernen Aufgänge zu beiden Seiten wurden angepasst.

Der Eiserne Steg heute.

Das zweite Mal musste der Steg 1969 erneut um 40 Zentimeter höher gelegt werden, damit größere Schiffe darunter passieren konnten. Schließlich, daran erinnern sich viele, wurde der Steg 1993 renoviert und verschwand für eine Weile aus dem Angesicht der Stadt. Wieder fuhr eine Fähre.

Früher brauchten die Sachsenhäuser den Eisernen Steg als Transportweg, um zur Arbeit in der Stadt zu gelangen. Heute ist der Eiserne Steg ein Wahrzeichen Frankfurts, Befestigungspunkt für Liebesschlösser, Selfie-Spot und Party-Treffpunkt an Silvester. (stw)

Im letzten Teil der Stadtteilgeschichte haben wir den Frankfurter Westhafen genauer beleuchtet. Auch dort hat sich in den Jahren viel getan.

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