Frauenfußball

Stärke durch Geschlossenheit

Vom Abstiegskandidat zum Spitzenteam: Das Frauen-Team der TSG 51 vollzog einen schnellen Wandel.

Geplant war sie nicht, die Meisterschaft der Fußballerinnen der TSG 51 Frankfurt. Nachdem der in Eschersheim beheimatete Verein in der vorhergehenden Runde noch gegen den Abstieg aus der Gruppenliga Frankfurt kämpfte, wandelte sich das Bild, als Benedikt Burger das Training übernahm. Er erkannte schon am ersten Spieltag, was in der Mannschaft steckt: „Wir lagen bei Phönix Düdelsheim nach 60 Minuten 0:1 zurück, haben dann aber mit großartiger Moral die Partie noch gedreht“, erinnert sich Burger. Um Druck von der Mannschaft zu nehmen, hieß das offizielle Saisonziel erst einmal nur Klassenerhalt. „In der Winterpause haben wir dann über unsere Möglichkeiten gesprochen und erst vier Spieltage vor dem Saisonende haben wir uns ernsthaft Gedanken über einen möglichen Aufstieg gemacht. Mit der Mannschaft und dem Vorstand wurde dann aber schnell geklärt, dass wir die Chance wahrnehmen sollten“, so der Coach weiter.

Obwohl die Stärke des Teams die mannschaftliche Geschlossenheit ist, gab es zu Beginn der Rückrunde einige Punktverluste, als die beiden Offensivspielerinnen Katharina Schäfer und Patricia Schwab erkrankt beziehungsweise verletzt etliche Wochen nicht zur Verfügung standen. „Mit den beiden haben wir die gesamte Saison über kein Spiel verloren“, schildert Burger, der selbst auch noch in der Herrenmannschaft aktiv ist und zuletzt immerhin 18 Tore erzielte. „Ich wollte eigentlich als Aktiver aufhören, doch möchte ich die Mannschaft nicht nach dem Abstieg in die A-Liga verlassen.“ So ist er weiterhin insgesamt viermal die Woche beim Training sowie an den Wochenenden bei den Punktspielen dabei. „Immerhin habe ich dann freitags frei“, meint der 29-Jährige schmunzelnd.

Frauenfußball wird bei der TSG 51 schon seit 1970 gespielt, die ersten vom Hessischen Fußball-Verband ausgestellten Spielerpässe für Frauen gingen damals an den Verein von den Niedwiesen. 1987 gelang der Aufstieg in die Landesliga, zehn Jahre später wurde auch dort die Meisterschaft und der folgende Aufstieg in die Oberliga gefeiert. Die damalige Landesliga entspricht der heutigen Verbandsliga, in der sich nach dem Aufstieg jetzt die Mannschaft von Burger bewähren muss: „Es macht mir mit der Truppe viel Spaß und ich hoffe, dass es auch beim Abenteuer Verbandsliga Süd so bleibt. Als Ziel steht bei uns natürlich nur der Klassenerhalt auf dem Programm.“

Sein Team stand in der abgelaufenen Saison am Ende mit fünf Punkten Vorsprung auf Tabellenplatz eins, profitierte dabei aber auch vom Verlust von insgesamt zwölf Punkten des SV Zellhausen, der sich so wegen verschiedener Verstöße um den Meistertitel brachte. Da die TSG 51 immer noch auf einen Kunstrasen wartet, muss man daher bei den Punktspielen häufig auf den ungeliebten Hartplatz ausweichen. „Das ist sehr bedauerlich“, findet auch der Vereinschef Dietmar Dorrmann. „Bei den Verantwortlichen der Stadt Frankfurt stößt man auf Verständnis, aber wir erhalten keine klare Aussage, wann wir endlich mit dem Bau eines Kunstrasenplatzes an der Reihe sind.“ Für ihn war es keine Frage, dass der Aufstieg wahrgenommen wird: „Wir sind stolz auf den Erfolg und haben unserer Damenmannschaft den Aufstieg natürlich gegönnt.“ Losgehen in der neuen Spielklasse soll es dann am 11. August beim FC Mittelbuchen, der zuletzt in den Aufstiegsspielen zur Hessenliga scheiterte. Da die TSG 51 an diesem Tag am „Eschersheimer Wochenende“ teilnimmt, bemühen sich die Verantwortlichen um eine Verlegung.

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