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Starke Mädchen und Monster

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Von: Alexandra Flieth

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Beate Zekorn-von Bebenburg, Leiterin des Struwwelpeter-Museums, stemmt ? in Anlehnung an die Geschichten von ?Pippi Langstrumpf? ? ein ?schweres? Gewicht. Das Kinderbuch der Autorin Astrid Lindgren zählt zu der Auswahl, die in der aktuellen Sonderausstellung als Klassiker vorgestellt werden.
Beate Zekorn-von Bebenburg, Leiterin des Struwwelpeter-Museums, stemmt ? in Anlehnung an die Geschichten von ?Pippi Langstrumpf? ? ein ?schweres? Gewicht. Das Kinderbuch der Autorin Astrid Lindgren zählt zu der Auswahl, die in der aktuellen Sonderausstellung als Klassiker vorgestellt werden. © Leonhard Hamerski

Wer sind die Bilderbuchhelden heute? Gibt es Geschichten und Figuren, die zeitlos sind? Eine Ausstellung im Struwwelpeter-Museum zeigt, dass so mancher Kinderbuch-Klassiker sogar seit mehreren Generationen nichts an seiner Beliebtheit eingebüßt hat.

Das Bild, als Pippi Langstrumpf, die Heldin aus der dreiteiligen, gleichnamigen Kinderbuchreihe der schwedischen Autorin Astrid Lindgren, das schier unendlich „schwere“ Gewicht in die Höhe stemmt, ist in der Erinnerung vieler Erwachsener immer noch präsent. Bis heute begeistern die 1944 niedergeschriebenen Abenteuer von Pippi die Mädchen und Jungen auf dieser Welt, das Buch ist zu einem Klassiker der Kinderbuchliteratur geworden.

Zeitlose Geschichten

Doch was zeichnet solch einen Klassiker aus? Dieser Frage sind 15 Studenten am Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität nachgegangen. Unterstützt wurden sie hierbei von Beate Zekorn-von Bebenburg, Direktorin des Struwwelpeter-Museums in der Schubertstraße 20. Sie hat einen Lehrauftrag und leitete das Seminar. Zekorn-von Bebenburg ist nicht nur eine Expertin für Leben und Werk von Heinrich Hoffmann (1809 - 1894), den Autor des Struwwelpeters, sondern studierte einst selbst am Institut für Jugendbuchforschung und kennt sich so mit Kinderbüchern aus.

Die Teilnehmer ihres Seminars haben sich einer Auswahl an alten und modernen Geschichten gewidmet. „Pippi Langstrumpf“ gehörte ebenso dazu wie „Pinocchio“, „Der Hase und der Igel“, „Pettersson und Findus“ oder etwa „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Die Sonderausstellung „Klassiker des Bilderbuchs. Von Rotkäppchen bis Grüffelo!“, die aktuell im Struwwelpeter-Museum gezeigt wird, zeichnet die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung nach. Die Ausstellung hat 14 Stationen, die sowohl chronologisch als auch inhaltlich durch die Geschichte der Kinderbuch-Klassiker führt. In Vitrinen werden teils seltene Buchausgaben präsentiert. „Außerdem wollten wir auch zeigen, dass es dreidimensionale Umsetzungen der Geschichte in Form von Pop-ups gibt“, fügt sie hinzu. Weitere Exponate wie ein „Max und Moritz“-Kinderservice ergänzen die Präsentation.

„Wir haben verschiedene Kriterien erarbeitet, nach denen Kinderbücher als Klassiker eingestuft werden können“, schildert Zekorn-von Bebenburg weiter. Als Beispiele hierfür nennt sie etwa die Zeitlosigkeit und die Nachvollziehbarkeit einer Geschichte. „Der Konflikt zwischen Klein und Groß ist so ein Thema wie es etwa beim Grüffelo aufgegriffen wird“, sagt sie. Aber auch das Buch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ aus dem Jahr 1989 gehöre dazu. „Die Kinder finden die Geschichte bis heute toll und sie lernen ganz nebenbei, dass man Hilfe bekommt, wenn man um Hilfe bittet“, beschreibt Zekorn-von Bebenburg.

„Das Thema der Ausstellung bietet zudem Möglichkeiten, eine Verbindung zwischen den bearbeiteten Kinderbüchern und dem Struwwelpeter zu ziehen“, betont sie. Der Struwwelpeter, den Hoffmann 1844 geschrieben hatte, sei der Beginn des modernen Bilderbuchs. Die Geschichten hätten bereits das Medium Buch verlassen, sind verfilmt worden und haben als Merchandising-Artikel Einzug gehalten in den Kinderzimmern.

Moderne Darstellungen

Mit anderen Herausforderungen als früher sehen sich die Illustratoren konfrontiert im Zeitalter des Internets, vor allem, wenn es um eine zeitgemäße Darstellung klassischer Geschichten in Bildern geht. Einer, der genau dies versteht, ist der Illustrator Jonas Lauströer. Er wagte sich an die Illustration des Wilhelm Busch Klassikers „Hans Huckebein“ und wurde hierfür 2010 mit dem Nachwuchspreis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. Er hat weitere Bücher illustriert, etwa die Geschichte „Der Hase und der Igel“ der Gebrüder Grimm. „Ich habe Spaß am Zeichnen und entwickele die Bilder zuerst für mich“, sagt Lauströer. Das Struwwelpeter-Museum zeigt begleitend 25 seiner Original-Illustrationen.

Die Ausstellung läuft bis zum 23. März und kann dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besucht werden. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro.

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