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Start oder Ziel? Egal. Hauptsache Flagge und genügend Stellplätze im Hessen-Center.

Am Hessen-Center in Bergen-Enkheim

Start frei für die neue Parkebene

Insgesamt gibt es jetzt 1400 Plätze. Ladestellen werden gut angenommen.

Derzeit gibt es nicht viel zu feiern. Vielleicht hatte sich der Manager des Hessen-Centers in Bergen Enkheim, Olaf Kindt, deshalb überlegt, das fertiggestellte Parkhaus vor dem Center mit Flammen, Startflaggen und wundervollen alten Autos zu eröffnen. "Toll, dass ihr da seid, und die Autos sind frisch geputzt", sagt Kindt zu den wartenden Oldtimer-Fahrern der PEP Cars Frankfurt. "Der Handel besticht aktuell ja nicht gerade mit guten Nachrichten", fährt Kindt fort.

Erfolgsmeldung in dunklen Zeiten

Umso schöner sei es, nun eine Erfolgsmeldung verkünden zu können: Nach dem Baustart am 21. August 2018 ist seit gestern auch das zweite neu gebaute Parkhaus fertig. Insgesamt rund 1400 Parkplätze sind nun in beiden Parkhäusern nutzbar. "Und das war nicht einfach. Wir haben die Parkhäuser ja im laufenden Betrieb gebaut und mussten das vorherige erst abreißen." Das sei logistisch eine Meisterleistung gewesen, findet der Manager.

Projektleiter Joachim Schmitt kann ihm da nur beipflichten: "Der Verkehr musste aufrechterhalten werden und außerdem mussten die Notfallwege immer offen sein." Die Corona-Pandemie habe die Bauarbeiten nicht einfacher gemacht, doch blieb das Team von Krankheitsfällen verschont. 1640 Betonfertigteile und 320 Steckplatten bilden das nun fertiggestellte Parkhaus, das seinem im vergangenen Dezember eröffneten Zwilling direkt gegenüber liegt. "Das Parkhaus ist 340 Meter lang und 80 Meter breit", zählt Schmitt auf. 68 kameraüberwachte Frauenparkplätze seien neben 68 Familienparkplätzen mit extra viel Platz zu finden. 41 Parkplätze für Menschen mit Behinderung kommen hinzu sowie 68 Ladesäulen. "Wir haben außerdem 95 Fahrradparkplätze und sechs für Motorräder."

Ein Parkleitsystem soll Kunden zukünftig helfen, einen Parkplatz zu finden. Auf der unteren Ebene zeigt sogar über jedem einzelnen Stellplatz ein LED-Signal an, ob frei ist. "Beim Transport haben wir auf Nachhaltigkeit geachtet. Die 320 Steckplatten wurden mit sieben Zügen geliefert. Andernfalls hätten wir über 300 Lkw auf die Straße schicken müssen, um das zu bewerkstelligen", so Schmitt. Symcharge aus Darmstadt hat sich um die Ladeinfrastruktur für die Elektroautos gekümmert. 2017 hatte die Firma die ersten drei Ladeplätze am Hessen-Center eröffnet und seitdem immer wieder erweitert. "Die Ladestellen werden gut angenommen und wir haben gemerkt, es müssen mehr her", so Symcharge-Geschäftsführer Andreas Mollmann. Das Problem sei hier das Henne-Ei-Prinzip. "Wir müssen immer überlegen, ob mehr Elektroautos kommen, wenn Ladestationen schon da sind oder anders herum."

Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Frankfurter Wirtschaftsförderung, kommt ebenfalls zu Wort: "Ich möchte mich bedanken, dass hier 45 Millionen Euro in das Hessen-Center investiert werden." Kaum ein Standort sei besser angebunden, die Attraktivität der Läden und der Events sei enorm wichtig. "Wir werden in ein oder zwei Jahren alle froh sein, dass diese Investitionen jetzt getätigt wurden", meint Schwebel. In naher Zukunft erwartet das Center die nächste Änderung: Die in die Jahre gekommene Waschbeton-Fassade erhält einen modernen Anthrazit-Look.

Dann weichen die Worte den Motoren. Kind, Schmitt und Schwebel zerschneiden das Band und die wunderschönen Oldtimer fahren auf das obere Parkdeck. Im kommenden Jahr wird das Center 50 Jahre alt. Niklas Mag

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