1. Startseite
  2. Frankfurt

Stein um Stein - das wird fein

Erstellt:

Von: Alexandra Flieth

Kommentare

Das war nur der Anfang: Torsten Stüben, Initiator des Schulgartenprojekts und Lehrer an der Ludwig-Börne-Schule, vor den vielen Terrassensteinen, die seine Schüler aufgetürmt haben. FOTO: enrico sauda
Das war nur der Anfang: Torsten Stüben, Initiator des Schulgartenprojekts und Lehrer an der Ludwig-Börne-Schule, vor den vielen Terrassensteinen, die seine Schüler aufgetürmt haben. © Enrico Sauda

Drei Einrichtungen, ein Schulgarten - Terrasse wird als Nächstes gebaut

Das rund 2000 Quadratmeter große Gartengelände am Bornheimer Hang wirkt an diesem Vormittag ruhig. Die Vögel scheinen die wärmenden Sonnenstrahlen zu genießen und zwitschern laut im Chor, Bienen und andere kleine Insekten fliegen die aufgehenden Blüten der Blumen an, die auf dafür eigens geschaffenen Flächen angepflanzt wurden. Viele Monate hat es gedauert, aus dem zuvor noch mit Brombeersträuchern zugewachsenen und auch mit Müll bedeckten Gelände eine grüne Oase zu erschaffen, einen Schulgarten, an dessen Gestaltung Mädchen und Jungen dreier Schulen aktiv beteiligt sind: der Ludwig-Börne-Schule, der Charles-Hallgarten-Schule und der Panoramaschule.

Der Müll ist verschwunden

"Es ist Wahnsinn, was hier früher an Müll gelagert wurde", sagt Torsten Stüben, Initiator des Schulgartenprojekts und Lehrer an der Ludwig-Börne-Schule, einer Haupt- und Realschule in der Innenstadt. Trotz Osterferien steht er an diesem Morgen im Garten und schaut nach dem Rechten. Vieles ist, seitdem man im vergangenen Jahr das Grundstück von der Stadt zur Verfügung gestellt bekam, auf dem Gelände passiert: Einmal wöchentlich geht Torsten Stüben mit Schülern des Hauptschulzweiges der Ludwig-Börne-Schule in den Garten, um dort Ideen für das Gelände umzusetzen. Dass, was sie nicht selbst machen können, übernimmt ein Experte, ein Handwerker, den er für das Projekt gewinnen konnte.

"Allein vom Zusehen können die Schüler vieles lernen", weiß der Lehrer. Und die Mädchen und Jungen packen auch selbst sehr gerne mit an. Genauso wie die Kinder aus den anderen beiden Schulen. Bei der Gestaltung ist oft Teamwork gefragt und das fördert auch das Gemeinschaftsgefühl. Schulübergreifend.

Schritt für Schritt soll ein Lernort mit Aufenthalts- und Freizeitqualität entstehen und von den Schülern gepflegt und zusammen mit den Pädagogen weiterentwickelt werden.

Aktuell stehen noch Fragmente der alten Gartenhütte auf dem Gelände, die aber schon bald entfernt werden sollen. Dass sich unweit davon bereits etwas Neues zeigt, wird dahinter sichtbar: die neugebaute, massive Gartenhütte, die vor kurzem mit Kiefernholz verkleidet wurde. Dieses muss noch mit einem speziellen Anstrich wetterfest gemacht werden. In der Hütte sollen künftig unter anderem die für die Arbeit notwendigen Gerätschaften untergebracht werden. Zunächst aber muss die Tür erst einmal ertüchtigt werden, denn einen Einbruch hat es bereits gegeben.

Auch die Einfassung für die geplante Terrasse, die künftig etwa als "Grünes Klassenzimmer" genutzt werden soll, steht bereits. Finanziert wurden Hütte und Einfassung mit rund 10 200 Euro durch die Leberecht-Stiftung der Frankfurter Neuen Presse und ihrer Regionalausgaben, die sich seit mehr als 70 Jahren für behinderte und benachteiligte Kinder aus Frankfurt und der Region einsetzt. Mit den Schülern der Charles-Hallgarten-Schule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen sowie der Panoramaschule, einer Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung, profitieren viele Kinder von dem Projekt.

"Ich würde mich freuen, wenn wir in diesem Jahr die Gartenhütte mit der geplanten Terrasse fertigstellen können", sagt Stüben. Die für die Terrasse notwendigen Pflastersteine liegen zu einem kleinen Berg aufgetürmt einige Meter von der Gartenhütte entfernt. Es sind insgesamt zehn Tonnen Pflastersteine, gespendet von der Fraport, wie Stüben erzählt. Mit der Hilfe seiner Schüler und Schubkarren hat er sie von der anderen Seite des Gartens angekarrt. "Von 8 Uhr morgens bis 16 Uhr hat das gedauert", erinnert er sich. Nach den Osterferien soll es losgehen mit der Verlegung der Pflastersteine, die Fläche hierfür ist schon in Teilen vorbereitet. Der Untergrund muss zuvor noch mit fünf Tonnen Split gefüllt werden. Die Terrasse wird künftig mit sechs Sitzgruppen bestückt, die jeweils aus miteinander verbundenen Tischen und Bänken bestehen. Eine Grundlage für das Lernen im künftigen "Grünen Klassenzimmer".

Die Idee des Projekts ist, dass sich die Mädchen und Jungen aller drei Schulen aktiv in die Gestaltung des Schulgartens einbringen und dort Lernprojekte realisiert werden, die sich um Natur- und Umweltthemen drehen. Aber auch sportliche Angebote soll es geben.

Platz gibt es dafür genug und auch die Löcher für die zukünftigen Fußballtore sowie die für die geplanten Strom- und Wasserleitungen sind bereits gegraben - beides soll dann von der fast angrenzenden Charles-Hallgarten-Schule aus dann dorthin verlegt werden.

Kräuterschnecke und Außenküche

"Wir haben es genehmigt bekommen, wann es damit losgeht steht aber noch nicht fest", sagt Stüben. Erste Hochbeete sind bereits angelegt. Auch eine Kräuterschnecke sei angedacht sowie eine Outdoorküche. Zudem möchte er gerne das Thema Imkerei aufgreifen. Alexandra Flieth

Auch interessant

Kommentare