Der Verkehr am Buchrainplatz ist oftmals ein einziges Chaos; selbst jetzt, wo der Rewe renoviert und der Kundenparkplatz im Hinterhof ergo kaum genutzt wird. Der Ortsbeirat 5 hat bereits mehrfach bessere Ampelschaltungen gefordert. FOTO: michael faust
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Der Verkehr am Buchrainplatz ist oftmals ein einziges Chaos; selbst jetzt, wo der Rewe renoviert und der Kundenparkplatz im Hinterhof ergo kaum genutzt wird. Der Ortsbeirat 5 hat bereits mehrfach bessere Ampelschaltungen gefordert.

Frankfurter Verkehrsprobleme

Stets dräut der Stau am Buchrainplatz

Seit dem Umbau des Platzes quetschen sich die Autos zwischen zwei Fußgängerampeln

Der Verkehr am Oberräder Buchrainplatz ist eine Zumutung. Das sagt unisono jeder, den man im Eiscafé Dolce Vita, das direkt an der Kurve der Offenbacher Landstraße liegt, danach fragt. Besonders Mario, der Wirt, sagt mit Blick auf die Straße, auf der die Autos am Nachmittag dicht an dicht fahren, kopfschüttelnd: "Das geht hier so von früh bis spät, hier herrscht ständig Stau, Lkw rangieren hin und her, und besonders hier die Einfahrt von und in die Buchrainstraße ist gefährlich." Da habe es trotz des Zebrastreifens und einer beachtlichen Betonschwelle schon viele Unfälle mit Radfahrern gegeben, die habe er selbst beobachtet.

Das Problem: Seit der Umgestaltung des einstigen Kreisels zu einem Platz fließt der Verkehr nur selten einwandfrei. Der Ursachen sind viele: Die 90-Grad-Kurve im Bereich Buchrainstraße wird von gleich zwei Ampeln eingegrenzt, damit die Nutzer der Straßenbahn, die direkt auf dem Platz hält, schnell gut über die Offenbacher gelangen - eine kurz vor der Einmündung der De-Neufville-Straße, die andere in Richtung Wehrstraße. Stehen beide auf Rot, stockt alles. Und wenn dann auch noch die vielen Kunden des Rewe-Supermarktes (er wird derzeit umgebaut) vom Parkplatz auf die Offenbacher fahren, gibt es sofort Staus. Wer von der Buchrainstraße auf die Offenbacher will, egal, in welche Richtung, wartet mitunter eine Ewigkeit - denn diesen Zugang regelt keine Ampel.

Hinzu kommt die große Kreuzung unterhalb des Buchrainplatzes: Hier treffen Autos von der Offenbacher Landstraße aus Sachsenhausen, aus dem Wasserhofweg und aus der Wehrstraße von der Gerbermühlstraße/B43 her kommend und die Straßenbahnen aufeinander. Bei Berufsverkehr wird es richtig eng.

Zu allem Überfluss ist da noch der Zebrastreifen an der Einmündung der Buchrainstraße. Hier ist zu beobachten, dass Fußgänger nicht durchkommen, weil von oben ständig jemand auf den Zebrastreifen auffährt, in der Hoffnung, gleich abbiegen zu können. De facto ist der Streifen aber oft blockiert, da der Verkehr nicht weiterfließt. "Wer da mit Rollator oder Kinderwagen rüber will und nicht gut zu Fuß ist, muss oft lange warten oder traut sich gar nicht drüber", hat Bernd Neumann, Vorsitzender des Gewerbevereins, beobachtet.

Die Lage ist also kompliziert. Die Fußgängerampeln müssten so geschaltet sein, dass sich die Autoschlange in der Kurve weiter bewegen kann und nicht alles gleichzeitig stockt. Denn große Schuld am Chaos trägt, so finden die Oberräder, die Ampelschaltung. Die sei nicht durchdacht. Darum hat der Ortsbeirat 5 immer wieder deren Änderung gefordert. Schon 2001 wurde ein solcher Antrag gestellt, aber von der Stadt abgelehnt. Zuletzt ging ein SPD-Antrag Anfang Juni in den Geschäftsgang. Die beiden Ampeln sollten so synchronisiert werden, dass der Bereich dazwischen nicht volllaufen kann, so das Ansinnen.

Ein Antrag der CDU von vor zwei Jahren erklärte es so: Der Stau entstehe dadurch, dass zuerst die Ampel Ecke Offenbacher Landstraße und De-Neufville-Straße Richtung Offenbach auf Rot springt, Autos dann die Offenbacher bis hin zur nächsten Ampel blockieren, da diese erst später auf Rot wechselt. Es sei "zu prüfen und zu berichten, inwieweit eine Änderung der Ampelschaltung hier zu einer flüssigeren Verkehrsführung beitragen kann."

Die Stadt sah die Situation bisher so: Besser als bisher könne man es nicht machen. Die Schaltung könne nicht geändert werden, da es sich bei den beiden Ampeln um Fußgängerampeln handele, an denen zu jeder Zeit das Grünsignal händisch von den Fußgängern eingefordert werden könne. Für die Straßenbahn gelte dasselbe: Sie hat stets Vorfahrt und fordert das Signal zur pünktlichen Durchfahrt an. Auch weil die Wehrstraße von unten Verkehr in die Kurve Richtung Offenbach lenke, "gestaltet sich eine leistungsfähigere Signalsteuerung hier sehr schwierig."

Wem nun der Kopf raucht, kann sich das Chaos auf dem Buchrainplatz in Ruhe vom Eiscafé aus betrachten und kommt vielleicht auf des Rätsels Lösung. Immerhin ist zurzeit der Rewe-Parkplatz leer, weil der Supermarkt renoviert wird. "Es ist Chaos. Früher war es besser, als der Verkehr rund um den Platz lief", so Bernd Neumann. Doch das ist sehr lange her. Stefanie Wehr

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