Die dreischiffige Basilika der Justinuskirche stammt aus der Zeit nach 830; der spätgotische Hochchor (hinten) entstand ab dem Jahr 1441. Die Kapitelle der Säulen mit ihren Blättermotiven sind in der Karolingerzeit gefertigt, was ihre Besonderheit ausmacht.
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Die dreischiffige Basilika der Justinuskirche stammt aus der Zeit nach 830; der spätgotische Hochchor (hinten) entstand ab dem Jahr 1441. Die Kapitelle der Säulen mit ihren Blättermotiven sind in der Karolingerzeit gefertigt, was ihre Besonderheit ausmacht.

Höchst: Wechsel an der Spitze

Stiftergemeinschaft unter Interims-Führung

  • Holger Vonhof
    vonHolger Vonhof
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Trotz ausgefallenen Orgelsommer-Einnahmen: Die Justinuskirche wird per Drohne vermessen.

Wechsel an der Spitze der Stiftergemeinschaft Justinuskirche: Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Infraserv Höchst, und die Biologin Dr. Bärbel Frühbeis sind während der gemeinsamen Sitzung von Kuratorium, Vorstand und Beirat an die Spitze des Vereins bestellt worden. Aufgabe der Stiftergemeinschaft ist es, das öffentliche Interesse an der Justinuskirche zu verstärken und Geld für die Restaurierung und dauerhafte Erhaltung der Kirche zu beschaffen. Die Stiftergemeinschaft organisiert Führungen und den Höchster Orgelsommer, der dieses Jahr wegen Corona ausfallen musste.

Gründungsmitglied gewürdigt

Corona-bedingt fand die ursprünglich für März geplante Zusammenkunft erst jetzt in Höchst im Lindner-Hotel statt. Vormann übernimmt diese Funktion übergangsweise in Personalunion mit dem stellvertretenden Vorsitz des Kuratoriums. Er löst den seitherigen Vorsitzenden Dr. Werner Brodt ab, der aus persönlichen Gründen nicht mehr für dieses Amt kandidiert hatte. Diese Übergangsregelung wurde getroffen, da die ursprünglich vorgeschlagene Kandidatin aus familiären Gründen darum gebeten hat, das Amt der Vorsitzenden erst später anzutreten.

Christoph Bucher schied als Gründungsmitglied der Stiftergemeinschaft aus dem Vorstand. Er gehörte 1983 zum Leitungsteam, als Hoechst-Vorstand Erhard Bouillon die Gründung des Vereins initiiert hatte. "Als Vorstandsmitglied der ersten Stunde und stellvertretender Vorsitzender hat Christoph Bucher über Jahrzehnte die Stiftergemeinschaft bereichert und geprägt", würdigte Vormann das Engagement des Diplom-Ingenieurs. Bucher zeichnete vor allem für die Organisation des Stifter-Standes beim Höchster Schlossfest und dem Weihnachtsmarkt verantwortlich. "Wir sind beiden scheidenden Vorstandsmitgliedern zu großem Dank verpflichtet und bedauern deren Ausscheiden sehr", sagte Vormann, der die Gremiensitzung leitete. Buchers Nachfolgerin Bärbel Frühbeis, die dem Vorstand schon als Beisitzerin angehörte, wünschte er ein erfolgreiches Wirken.

In ihren Vorstandsämtern bestätigte das Kuratorium Schatzmeister Hans-Georg Fröhlich und Schriftführer Ulrich Boller. Ergänzend zu den bisherigen Beisitzern Günter Schöll, Holger Vonhof und Tobias Werr sind Dr. Bernadette Weyland und Heinrich Arndt gewählt worden.

Metternich weiter Sprecher des Beirats

Zuvor hatte das Kuratorium seinen Vorsitzenden, Oberbürgermeister Peter Feldmann, für weitere drei Jahre wiedergewählt, ebenso Vormann als Stellvertreter. Als Sprecher des Beirats fungiert unverändert der Historiker Dr. Wolfgang Metternich. Ihm steht Diözesankonservator Professor Matthias Kloft zur Seite. Dr. Maria Wüllenkemper vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege verstärkt den Beirat. Das Expertengremium unterstützt die Vereinsarbeit auf wissenschaftlicher Ebene.

Unverändert genehmigten die Kuratoriumsmitglieder die vorgeschlagenen Projekte für das Jahr 2021. Der Vorstand und der Sachausschuss Justinuskirche der Pfarrei Sankt Margareta haben eine umfangreiche Liste erarbeitet. Sie enthält unter anderem Restaurierungen von liturgischen Gegenständen und als Hauptposten die photogrammetrische Aufnahme von wichtigen Teilen des karolingischen Gotteshauses per Drohne. Sie dienen dazu, den Ist-Zustand an schwerer zugänglichen Gebäudeteilen festzuhalten. Dadurch lassen sich Veränderungen frühzeitig erkennen und nötige Schritte einleiten. Zugleich erweitert sich die Kenntnis über die in den 830er und 840er Jahren errichtete Kirche.

Die Justinuskirche ist das älteste erhaltene Bauwerk in Frankfurt und eines der frühesten noch zu bewundernden Gotteshäuser in Deutschland. Seit mehr als 1150 Jahren wird sie ohne Unterbrechung als katholische Kirche genutzt. Die Stiftergemeinschaft Justinuskirche hat seit 1983 Spenden für ihren Erhalt und für die Restaurierung ihrer Ausstattung gesammelt. Spenden gehen auf das Konto IBAN: DE06 5019 0000 0000 6537 05, BIC: FFVBDEFF bei der Frankfurter Volksbank oder IBAN: DE91 5005 0201 0000 0083 00, BIC: HELADEF1822 bei der Frankfurter Sparkasse. red

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