+
Gruppenbild mit Dame (von links): Nikolaus Schweickart, Vorsitzender der Administration des Städel, Elke und Georg Baselitz sowie Max Hollein.

Max Hollein eröffnet Baselitz-Ausstellung

Auf Stippvisite in Frankfurt

  • schließen

Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein“, sagt Max Hollein . Denn er vermisse den Main schon ein wenig. Zu frisch ist eben noch der Abschied. Am 1.

Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein“, sagt Max Hollein . Denn er vermisse den Main schon ein wenig. Zu frisch ist eben noch der Abschied. Am 1. Juni trat der Kunsthistoriker nach 15 Jahren in Frankfurt seine neue Stelle als Direktor des Fine Arts Museums of San Francisco an. Zuvor hatte Hollein 15 Jahre lang die Schirn Kunsthalle und später auch das Städel sowie die Liebieghaus Skulpturensammlung geleitet. Doch bevor er die Mainmetropole verließ, hat er noch eine letzte Ausstellung auf die Beine gestellt: „Georg Baselitz – Die Helden“. Gestern wurde sie von ihm im Städel eröffnet.

„Es war nicht geplant, aber ich finde es passend und sehr gut“, erklärt Hollein. Schließlich sei es auch sein Anliegen gewesen, „sie zu eröffnen“. Das tat er gewohnt charmant und eloquent im Metzler-Saal im Städel. „Ich freue mich über meine Rolle als Gastkurator“, so Hollein, der sich in Frankfurt immer noch extrem heimisch fühlt.

Künstler Georg Baselitz , der mit seiner Frau Elke nach Frankfurt jettete, fühlt sich auch wohl am Main. „Ich bin schon zwei Tage hier und so viel Wohlwollen und Freundlichkeit sind mir noch nie begegnet“, sagt er. Und noch etwas sagt er, dass er ein „maues Gefühl“ hatte, als er die Ausstellungsräume das erste Mal betrat. Schließlich habe er die Originale seiner Werke seit Jahren nicht mehr gesehen. „Und wann kommt es schon mal vor, dass ein lebender Künstler einen Zyklus, der 50 Jahre zurückliegt, noch mal zu sehen bekommt“, sagt der 78-Jährige nachdenklich.

Die Werke, die vor fast genau fünf Jahrzehnten entstanden, „sind gegenständlich und erzählerisch. Sie erzählen eine Geschichte, die schlecht war.“

„Die Helden“, wie Hollein ausführt, „ist ein Meilenstein der deutschen Kunstgeschichte“. Er beschreibt die Bilder als „unschön, hart, eigenartig“. Gezeigt würden „fragwürdige Helden und fragwürdige Außenseiter“. Klar, dass er kurz wieder seine Position als Direktor des Städel schlüpft, Sponsoren und Kollegen dankt. Ausdrücklich bedankt er sich beim gesamten Team des Städels. „Ich habe jetzt den direkten Vergleich: Es gibt kein besseres“, sagt Hollein.

Trotz allem Optimismus und aller Vorfreude auf seine neue Aufgabe in San Francisco hat er doch etwas Heimweh. „Noch haben wir uns nicht richtig eingelebt“, sagt der Mann, der in wenigen Tagen seinen 47. Geburtstag feiert. Noch seien seine Frau Nina und die drei Kinder nicht nachgereist. „Sie kommen im August“, so Hollein. Doch alles jenseits des großen Teiches ist geregelt. „Die Kinder werden eine amerikanische Schule besuchen.“ Sein neues Zuhause beschreibt er als „eine Stadt, in der man jeden Moment denkt, wie schön sie ist. Hollein hat auch schon seine tägliche Jogging-Strecke gefunden. „Sie führt durch den Golden Gate Park“, erzählt er.

„Georg Baselitz ist für mich einer der bedeutendsten deutschen Künstlern“, sagt Mäzenin Sylvia von Metzler. Sie selbst besitzt keines seiner Werke. „Ich habe leider zu spät gemerkt, was für ein wunderbarer Künstler dieser Mann ist, da waren die Preise schon durch die Decke.“

(es)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare