Der Sommer im Günthersburgpark kann so schön sein, wenn das Stoffel stattfindet. 2021 fällt das Kulturfestival Corona-bedingt aus. Im kommenden Jahr rechnet das Team vom Stalburg Theater damit, dass es wieder Musik und Theater unter freiem Himmel gibt.
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Der Sommer im Günthersburgpark kann so schön sein, wenn das Stoffel stattfindet. 2021 fällt das Kulturfestival Corona-bedingt aus. Im kommenden Jahr rechnet das Team vom Stalburg Theater damit, dass es wieder Musik und Theater unter freiem Himmel gibt.

Günthersburgpark

Festival im Frankfurter Nordend: Stoffel-Team steht in Startlöchern

  • Matthias Bittner
    vonMatthias Bittner
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Kulturwochen des Stalburg Theaters sollen 2022 wieder steigen - Spendenaktion hilft nicht.

Frankfurt - So richtig prickelnd fand Michi Herl seine Schulzeit eigentlich nie. Den heutigen künstlerischen Leiter des Stalburg Theaters störte es, dass er Dinge machen musste, die ihm nicht lagen und die er deshalb auch nicht machen wollte. Schlimm empfindet er es, dass ihn Jahrzehnte nach seinem Schulabschluss dieses Gefühl jetzt erneut beschleicht. Der 61-Jährige muss Kalkulationen schreiben und sich um Überbrückungshilfen kümmern. Dieser ganze finanzielle Firlefanz langweile ihn aber, sagt er. Und doch weiß er, dass er überlebenswichtig ist in dieser Corona-bedingt so unfreundlichen Zeit für den Kunstbetrieb.

Festival im Frankfurter Nordend: Gut gemeinte Initiative

"Geld können wir natürlich immer brauchen", gibt Herl denn auch zu. Er sei auch froh, dass es großzügige Kulturliebhaber gibt, die das Stalburg Theater finanziell unterstützten. Ganz ohne die ginge es nämlich nicht. Mit einer kürzlich gestarteten Spendenaktion zugunsten des Stoffel im Günthersburgpark hat Herl aber etwas Bauchschmerzen. "Das bringt uns gar nichts. Das Stoffel scheitert ja nicht am Geld, sondern an den aktuellen Corona-Auflagen", sagt Herl. Freilich habe es Initiator Tilo Hillmer gut gemeint, freut er sich über dessen Engagement. Ein vorheriges Gespräch wäre trotzdem hilfreich gewesen, meint Herl.

"Das ist nicht böse gemeint, es sollte eher eine nette Überraschung werden, wenn ich das Geld übergebe", sagt Hillmer. Unter dem Motto "Ich! Will! Stoffel! 2022! Spätestens!" hatte Stoffel-Fan Hillmer auf der Plattform "Betterplace.Me" eine Spendenaktion gestartet. Auf Facebook hatte er zudem in einem Post darauf verwiesen, dass das Stalburg Theater zunächst einmal 2021 schadlos überstehen müsse, um im kommenden Jahr wieder das Freiluftfestival im Günthersburgpark veranstalten zu können.

Ganz so schlecht wie dieser Post vermuten ließe, gehe es dem Stalburg Theater jedoch nicht, betont Herl. Die Stadt unterstütze die kleine Bühne in der Glauburgstraße mit monatlich 7500 Euro. "Davon sind schon mal die vier Mieten für das Theater, Büro und zwei Lagerräume bezahlt", sagt Herl. Die 14 fest angestellten Mitarbeiter, die allerdings nicht alle eine ganze Stelle haben, seien in Kurzarbeit. Und der sehr sozial eingestellte Vermieter in der Glauburgstraße (Theaterbetrieb) habe von sich aus angeboten, bei finanziellen Engpässen noch etwas Spielraum bei der Miete zu haben.

Festival im Frankfurter Nordend: Künstler müssen gebucht werden

Grundsätzlich stehe das Stalburg Theater in den Startlöchern fürs Stoffel 2022. "Ich gehe davon aus, dass es stattfindet, im Februar müssen die Planungen beginnen - die Künstler müssen ja gebucht werden", sagt Herl. Stoffel steht übrigens für Stalburg Theater Offen Luft. Vier Wochen lang werden im Sommer Musik, Theater oder Lesungen geboten. Der Eintritt ist grundsätzlich kostenlos, es wird aber um Spenden gebeten, schließlich wollen 70 000 Euro Fixkosten für Bühne, Personal, Stromkosten und dergleichen gedeckt sein. Rund 100 000 Besucher kommen pro Stoffel-Saison.

Ob Künstler vor 250 oder 5000 Besuchern auftreten, der Aufwand ist laut Herl der gleiche. Einziger Unterschied: Bei 250 rechne es sich nicht mehr. Da aktuell aber schwierig einzuschätzen sei, ob die Corona-Pandemie eingedämmt werden könne oder ein dauerhaftes Auf und Ab bei den Inzidenzen drohe, habe auch das Stoffel mit Unwägbarkeiten zu kämpfen. Eines ist aber sicher: Sollte ein Zaun ums Festivalgelände errichtet werden müssen, um die Besucherzahlen kontrollieren zu können, gebe es kein Stoffel mehr. "Dann sind drinnen vielleicht 250 erlaubt und draußen stehen 2000 Leute rum - wie soll das funktionieren", fragt Herl. Das ist aber ohnehin noch Zukunftsmusik. Im Augenblick konzentriert sich das Stalburg-Team auf die Proben für den zweiten Teil des Stücks "Das Leben des Vernon Subutex", das demnächst gespielt werden soll. Und er selbst schreibe gerade auch an einem neuen Stück, sagt Herl. Die Spendenaktion von Hillmer steht derzeit bei 180 Euro - etwas mehr wollte er eigentlich schon übergeben. (Matthias Bittner)

Schon nach der Absage des Stoffel für 2020 ist das Festival nach Hause verlegt worden.

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