Linksradikale Aktivisten störten Frühschoppen

Straftaten gegen Burschen

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Im Zusammenhang mit dem jüngsten Burschenschafts-Frühschoppen auf dem Römerberg sind mehrere Straftaten begangen worden. Antifaschisten hatten im Internet dazu aufgerufen, die Veranstaltung zu stören – und ließen ihren Worten offenbar Taten folgen.

Der Frühschoppen der Katholischen Deutschen Studentenverbindung Badenia-Straßburg auf dem Römerberg lockte bei seiner 34. Auflage fast 500 Burschen und Gäste an. Wie erst jetzt bekannt wurde, erschienen zu der Veranstaltung an Christi Himmelfahrt aber nicht nur Freunde, sondern auch Gegner studentischer Verbindungen. Das „Offene Antifaschistische Treffen Darmstadt“ hatte unter dem Motto „Burschi-Frühschoppen entgegentreten“ zu Gegenprotesten mobilisiert. Offenbar mit Erfolg: Im Zusammenhang mit dem Frühschoppen wurden nach Angaben des Convents Deutscher Akademikerverbände (CDA) und der Frankfurter Polizei mehrere Straftaten begangen – von Diebstählen bis zu Sachbeschädigungen.

Der CDA berichtet, dass es in diesem Jahr erstmals „Vorfälle“ rund um den Frankfurter Frühschoppen gegeben habe. So seien in der Nacht zum Himmelfahrtstag und während des Frühschoppens „Farbanschläge“ auf die Häuser der Burschenschaft Arminia in Sachsenhausen und der Turnerschaft Alsatia in Niederrad verübt worden. Bei der Arminia sei auch Fensterglas zu Bruch gegangen. Polizeisprecherin Virginie Wegner sagte auf Nachfrage dieser Zeitung, dass im Hinblick auf die Sachsenhäuser Immobilie Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet worden sei. Die Täter hätten offensichtlich mit Farbe gefüllte Gläser geworfen.

Der CDA berichtet außerdem von „gewalttätigen Übergriffen und Diebstählen“in Seitenstraßen und Gassen rund um den Frühschoppen. Allein zehn Diebstähle von Studentenmützen, die zu den traditionellen Accessoires von Verbindungsmitgliedern zählen, seien bekanntgeworden. „Die Täter schlichen sich aus der Masse der Passanten von hinten an und rissen Korporierten die Mützen vom Kopf.“

Der CDA führt aus, ein älterer Herr habe auf der Treppe zur Toilette „einen Schlag auf den Kopf“ bekommen; anschließend sei die Mütze weg gewesen. Außerdem sei ein Mitglied der Frankfurter Verbindung Marcomannia bei der Verfolgung eines Mützendiebs von einer Gruppe aus fünf Personen attackiert und mit einem gestellten Bein zu Fall gebracht worden. Die Angriffe seien „aus dem Hinterhalt in Guerilla-Art“ erfolgt, hieß es.

Polizeisprecherin Wegner bilanzierte, dass im Hinblick auf Verbindungsmützen bislang fünf Diebstähle und ein räuberischer Diebstahl angezeigt worden seien. Im Zusammenhang mit dem Burschenschafts-Frühschoppen habe die Polizei zwei Personen kontrolliert und deren Personalien festgestellt. Festnahmen oder Platzverweise habe es keine gegeben. Der CDA zeigte sich betroffen über die „Vorfälle“ an Christi Himmelfahrt: „Leider hat die Gewalt gegen Korporierte nun doch Frankfurt erreicht.“ Bei öffentlichen Festen sei künftig „Vorsicht geboten“.

Auf der Internetseite linksunten.indymedia.org bekannte sich eine Gruppe namens „autonome farbexpert*innen“ zumindest zu dem Anschlag auf die Burschenschaft Arminia. Deren Haus in Sachsenhausen sei „mit roter Farbe verschönert“ worden. „Dabei ging traurigerweise auch ein Fenster zu Bruch“, hieß es in einem Bericht. Der Behauptung der linksradikalen Täter, Verbindungen seien sexistisch, rechts und im Fall der Arminia auch nationalistisch und völkisch, tritt der CDA entgegen: „Es gibt immer wieder Zeitgenossen, die versuchen, Korporationen auf perfide Art zu diffamieren.“ Die Frankfurter Studentenverbindungen distanzierten sich von der „Schreckenszeit“ des Nationalsozialismus und hätten damit „nicht im Geringsten“ zu tun.

(chc)

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