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Straßenbahn-Ausbau bremst Autoverkehr aus

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Von: Dennis Pfeiffer-Goldmann

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Eng geht es zu am Halt Börneplatz und drumherum. Und es wird noch enger: Wenn der Bahnsteig für die langen Straßenbahnwagen verlängert wird, fällt eine Auto-Fahrspur der Battonnstraße weg.
Eng geht es zu am Halt Börneplatz und drumherum. Und es wird noch enger: Wenn der Bahnsteig für die langen Straßenbahnwagen verlängert wird, fällt eine Auto-Fahrspur der Battonnstraße weg. © Michael Faust

Die Straßenbahn-Haltestelle Börneplatz in Frankfurt muss wachsen. An einer brisanten Engstelle fällt daher eine Fahrspur weg.

Frankfurt – Der nächste Ausbau des Nahverkehrs wird von Herbst an in der Stadt sichtbar. Da ab dem nächsten Jahr neue, längere Straßenbahnen geliefert werden, muss die Stadt Frankfurt auch Haltestellen ausbauen. Für sie wird der Autoverkehr an einer wichtigen Stelle Platz machen müssen, denn es geht eng zu an der Haltestelle Börneplatz in der Innenstadt. Gerade so passen die bisherigen, 30 Meter langen Bahnen an den Bahnsteig in Fahrtrichtung Römer. Bis ganz vorn müssen die Fahrer hier vorfahren, damit das Heck des Wagens nicht in den Fußgängerübergang der Kurt-Schumacher-Straße hineinragt. Ein 40-Meter-Wagen müsste also zehn Meter weiter vorfahren - dort aber befindet sich die Fahrbahn direkt neben dem Gleis.

Eigentlich ist die Langvariante der neuen Straßenbahnwagen vom Typ T eine kluge Lösung: Die Bahnen bieten Platz für mehr Fahrgäste, können aber dank ihrer Türenanordnung auch an nur 30 Meter langen Stopps halten. Die Bahnen ragen dann eben ein wenig vorn und hinten über die Haltestelle hinaus. Spätestens vom Fahrplanwechsel Ende 2023 an sollen die langen T-Wagen in der Stadt fahren, kündigt Wolfgang Siefert an, persönlicher Referent von Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Straßenbahnen in Frankfurt: Nicht alle Stopps passen für lange Züge

Das erste Fahrzeug vom Typ Citadis wolle Hersteller Alstom "vermutlich" im Sommer 2023 liefern, sieben weitere dann bis Jahresende. Eingesetzt werden sollen die langen Trams zunächst auf der am stärksten frequentierten Linie 11 zwischen Höchst und Fechenheim, später auch auf der 16 - die dann aber zwischen Oberrad und Nied verkehren soll.

22 der langen Bahnen hat die Stadt bestellt, wegen Corona hat sich die Lieferung der neuen Serie von insgesamt 45 T-Wagen bereits um anderthalb Jahre verzögert. Der erste neue T-Wagen - in der 30-Meter-Variante - soll in diesem Monat in Frankfurt eintreffen.

Bei der Prüfung der Haltestellen der Linie 11 habe sich gezeigt, dass die langen Wagen meist problemlos halten können. "Es sind fast überall nur kleinere Anpassungen nötig, was sich mit Farbe lösen lässt", sagt Siefert, sprich: Markierungen oder Haltelinien müssen geändert werden. An drei Stellen reicht das aber nicht: "Bauliche Anpassungen" sind laut des Referenten an der Galluswarte nötig, ebenso kleinere am Halt Hauptbahnhof. Beides sei noch in der Planung und solle voraussichtlich im kommenden Winter bis spätestens Ostern 2023 erledigt werden.

Neue Trams in Frankfurt: Weniger Platz auf der Ausweichroute für Mainkai

Am Hauptbahnhof Frankfurt soll der Umbau so gering wie möglich ausfallen, da die Straßenbahnhaltestelle in einigen Jahren verlagert und komplett neu und größer gebaut werden soll. Da der Umbau überall bestandsnah erfolgt, seien keine Genehmigungsverfahren notwendig, so Siefert. Das gilt auch für die schwierigste Stelle: den Bahnsteig am Halt Börneplatz.

Wird er verlängert, wächst er in die Autofahrspur der Battonnstraße hinein. "Die Straße hat genau hier ihre engste Stelle", erklärt Siefert. An der Nordseite ragt ein Haus auf den an dieser Stelle ohnehin schon schmalen Gehweg. Deshalb sei es unmöglich, einfach alle Fahrspuren zu verlegen. "Deshalb müssen wir den Verkehr hier neu sortieren."

Das hat Brisanz: Die Achse Berliner und Battonnstraße ist nämlich die nächste nördliche Parallelroute für den Mainkai. Die Straße am Fluss will die Römer-Koalition aus Grünen, SPD, FDP und Volt noch in diesem Jahr nachts, an Wochenenden und in Ferien sperren, später auch komplett. Anders als beim Verkehrsversuch 2019/20 soll es diesmal ein Umfahrungskonzept geben. Das hat das Parlament beim Ressort Majer in Auftrag gegeben.

Häufiger Auto-Stau in Frankfurt zu Stoßzeiten

Auch ohne Mainkai-Sperrung gibt es in Höhe der Straßenbahnhaltestelle Börneplatz bereits heute oft in Stoßzeiten Auto-Stau, aber fast nur auf der Linksabbiegespur Richtung Konstablerwache. Daher soll die lange Linksabbiegespur ab Fahrgasse auch erhalten bleiben. Es entfalle eine der zwei Geradeaus-Spuren in Richtung Allerheiligentor, erklärt der Majer-Referent. Auf beiden fließt der Verkehr heute flüssig; nur die rechte Spur wird ab und zu von Abbiegern blockiert, die gerade einer Tram Vorrang gewähren müssen.

Demnächst sollen die Stadtverordneten alle Details vorgelegt bekommen, um die Kosten für die Bauarbeiten zu genehmigen. Wie teuer die werden, sagt Wolfgang Siefert auf Nachfrage nicht. Geplant ist der Umbau der Haltestelle Börneplatz aber bereits: für die Woche vom 7. bis 13. November. (Dennis Pfeiffer-Goldmann)

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