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Julian Smith setzt auf den neuen Trend Streetfood Markt.

„Nice&Easy“ am Opernplatz

Streetfood erobert die Stadt

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Spätestens seit letztem Sommer sind Foodtrucks und Streetfood-Anbieter in Frankfurt in aller Munde. Etablierte Veranstaltungen wie der Markt im Hof oder der Food Truck Friday an der Jahrhunderthalle im Westen der Stadt ziehen regelmäßig hunderte Besucher an. Der neueste Coup ist das Streetfood-Festival „Nice&Easy“, das gestern auf dem Opernplatz eröffnete.

Noch am Donnerstagmittag herrscht auf dem Platz zwischen Opernbrunnen und Taunusanlage emsiges Treiben. Die letzten Bierbankgarnituren werden aufgebaut, Elektroleitungen verlegt, die Mitarbeiter der Streetfood-Stände hängen gerade noch Preislisten auf. Organisator Julian Smith ist dennoch guter Dinge: „In sieben Jahren, die ich in der Gastronomie-Branche Erfahrungen gemacht habe, lief es meistens so, dass in letzter Sekunde noch Hand angelegt und hier und da verbessert wurde“, sagt der 41-Jährige, der für den Nachmittag schon die ersten Besucher für die Veranstaltungspremiere erwartete.

Der Begriff Festival ist für „Nice&Easy“ eigentlich der falsche, findet die Veranstaltung doch nicht wie ähnliche Events nur einmal pro Woche, Monat oder Jahr statt, sondern hat bis zum 30. September rund viereinhalb Monate lang täglich Zeit, sich zu etablieren. Die Zielgruppe seien vor allem die Menschen, die rund um den Opernplatz arbeiten und leben, die hierher zum Mittagessen kommen oder den Feierabend an einem besonderen Ort genießen möchten, erklärt Smith. Er selbst bezeichnet seine Idee, den Platz vor dem ehemaligen Mövenpick-Hotel mit fünf Essens- und einem großen Getränkestand zu beleben, als „

Biergarten 2.0

“, der sich dem Zeitgeist angepasst hat.

Und der spricht gerade seit letztem Sommer in der Stadt für die kreativen Ideen, denen sich auch die Teilnehmer von Smiths kleinem Markt verschrieben haben. Mit dem Street-Food-Festival „Uff die Hand“ an der Eissporthalle und der „Street Food Arena“ an der Commerzbank-Arena hatten die Veranstalter große Erfolge, die „Food Truck Fridays“ an der Jahrhunderthalle sowie das Craft-Festival fanden in diesem Jahr bereits zum wiederholten Mal statt. Auch der „Markt im Hof“ in Sachsenhausen sowie der neue Wochenmarkt am Westend-Campus setzen auf das Mitwirken von Foodtrucks, umgebauten Kleinbussen, die über die Theke Essen auf die Hand verkaufen.

Den Platz vorm ehemaligen Mövenpick-Hotel, der seit Jahren nicht mehr bespielt wird, noch einmal zu nutzen, bevor die Abrissarbeiten am benachbarten Gebäude starten, war für Smith schon seit Februar ein Anliegen. Der Kult-DJ, der sich auch mit dem Chinaski und dem Restaurant Schmitz einen Namen als Gastronom gemacht hat, zeigte Mut und stellte seine Idee bei der Allianz, der das Gelände gehört, vor. „Ich habe einfach mal dumm nachgefragt und eine richtig gute Antwort bekommen“, scherzt Smith, dessen „Schmitz“ mit einem eigenen Stand mit Barbecue-Gerichten vertreten ist.

Mit ins Boot geholt hat er sich mit den Caterern von Main Food sowie den Häusern Mancini (italienische Köstlichkeiten), Eat Doori (indische Gerichte), Arancineria (sizilianische Spezialitäten) sowie jungen Winzern aus Rheinhessen und der Pfalz vor allem junge Unternehmen: „Wir alle nutzen damit die Möglichkeit, unsere Ideen bekannter zu machen und den Platz wieder richtig schön zu bespielen.“

Wie gut die Idee allein bei den Mitstreitern ankam, zeigt die Euphorie von Main Food-Mitgründer Mathieu Marquant: „Bei uns hat es vom ersten Telefonat, bei dem Julian seine Idee vorstellte, bis zur Zusage keine zwölf Stunden gedauert.“ Vorbereitet hat der 29-Jährige, der seine Gastronomieerfahrung im Bad Homburger Familienbetrieb sammelte, gemeinsam mit seinen beiden Geschäftspartnern den ultimativen Beweis, „dass Street Food auch Gourmet kann“. Es gibt neben Spießen aus argentinischem Weiderind, rotem Thunfisch und Wildfanggarnelen auch handgemachte Tortelloni mit Ricotta-Zitrone an Thymian-Soße. Die Preise liegen hier wie an allen anderen Ständen zwischen 6 und 10 Euro.

Geöffnet haben die Stände des Streetfood-Markts ab sofort täglich von 12 bis 22 Uhr. „Der Getränkeausschank kann an belebten Abenden auch länger dauern, da der Platz sich einfach auch ideal eignet“, sagt Smith. Für die Fußball-EM will der Organisator auch eine zehn Quadratmeter große Leinwand fürs Public Viewing aufstellen, die Gäste anziehen soll. „Bei bunten Lichtern und Lampions gibt das im Schatten der Alten Oper sicherlich eine ganz besondere Atmosphäre.

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