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Die derzeitige verwirrende Straßenführung des Holbeinkreisels soll bald der Vergangenheit angehören.

Holbeinkreisel

Streit um neuen Holbeinkreisel in Sachsenhausen

Dass der Holbeinkreisel umgestaltet werden soll, darüber sind sich alle einig. Die CDU Sachsenhausen bemängelt aber die derzeitige Planung.

Der Termin kurz vor den Feiertagen und dann noch an einem Spieltag der Fußball-Bundesliga mit dem am Ende unentschiedenen Duell zwischen dem FSV Mainz 05 und der Frankfurter Eintracht sollte sich als ungünstig erweisen. Doch die Zeit drängt. Im Januar soll die Baumaßnahme Holbeinkreisel beschlossen werden, und obwohl die CDU Sachsenhausen das Projekt an sich laut ihrem Vorsitzenden Jochem Heumann schon seit zwei Jahren für notwendig erachtet, sieht der Vorstand in den aktuellen Plänen doch einigen Optimierungsbedarf. Über die entsprechenden Punkte informierte der Stadtteilpolitiker am Mittwochabend bei einer Veranstaltung im Saalbau Südbahnhof.

Umweg wird provoziert

So ist nicht nur für Heumann schwer nachvollziehbar, warum Autofahrer, die sich vom Norden aus auf der Holbeinstraße dem Kreisel nähern, in Zukunft nicht mehr direkt nach rechts in die Burnitzstraße einbiegen können sollen. Stattdessen müssten diese dem aktuellen Plan gemäß einmal um den Kreisel herum fahren. „Wo gibt es so etwas auf der Welt?“, fragte Heumann. Dadurch werde eine „Umwegfahrt“ provoziert, die man eigentlich vermeiden wolle. Seiner Meinung nach ist genügend Platz vorhanden, um die Rechtskurve möglich zu machen. Die Zunge zwischen den beiden Straßen dürfe einfach nicht so weit in den Kreisel hinein ragen.

Ähnlich sieht das für den Verkehr aus, der von der Nell-Breuning-Straße nach Süden in die Oppenheimer Landstraße will. Dieser Turn ist zwar möglich, aber auch hier waren die Anwesenden der Ansicht, man könne die Spitze des Bürgersteigs etwas abflachen.

Kein Radweg vorgesehen

Die CDU moniert weiter, dass es im ganzen Kreisel keinen Radweg oder -streifen geben soll. Ein Grund dafür ist laut Heumann, dass der Bereich als Teil einer Tempo-30-Zone vorgesehen ist. In dieser sind bestimmte Verkehrszeichen, darunter die für einen Rad- beziehungsweise einen geteilten Rad- und Fußweg, laut den Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung nicht zugelassen. Selbst wenn es einen für Zweiräder vorgesehenen Streifen geben sollte, müsste dieser nicht benutzt werden. „So verhindert man den Schutz der Radfahrer“, betont der Jurist und schlägt stattdessen vor, dass man, wie derzeit schon in der Burnitzstraße, lediglich mit Hilfe von Verkehrszeichen die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer festsetzt und damit das Problem umgeht. „Heute gibt es Radspuren an der Stelle“; diese müssten eher ausgebaut werden, statt bei einem Projekt, das 4,3 Millionen Euro kosten soll, die Radwege „zu eliminieren“.

Das hält Heumann auch deshalb für wichtig, da sich im Einzugsbereich des Kreisels sieben Schulen befinden. In dem Zusammenhang sei zudem zu regeln, wo in Zukunft die Busse halten werden, die die Kinder und Jugendlichen der IGS Süd zum Unterricht bringen. „Bisher gibt es eine Haltestelle direkt vor der Holbeinschule“, sagt Heumann. Doch das ist nach der neuen Planung nicht mehr möglich, die Straße ist dort gesperrt. Die CDU erhofft sich eine Lösung, die es darüber hinaus erlaubt, dass an den Wochenenden und während der Ferien die Durchfahrt möglich ist.

Ein Anwohner machte noch darauf aufmerksam, dass beim Bau der Bahnbrücke über der südlichen Oppenheimer Landstraße Anfang der 80er Jahre eigentlich eine Absenkung der Fahrbahn vorgesehen gewesen sei, die nie umgesetzt wurde. Stattdessen ist nun eine weitere Anhebung geplant, obwohl die Luft an dieser Stelle sowieso schon besonders schlecht sei und zahlreiche Schüler den Tunnel auf ihrem Weg nutzten. Heumann versprach, auch dies noch einmal im Vorstand zu besprechen. Dabei stellt sich weiterhin die Frage, warum die Radfahrer auf der westlichen Seite in Zukunft auf einem Streifen auf der Straße statt wie jetzt auf einem eigenen Weg fahren sollen.

Was auch immer das Resultat der Einwände sein sollte – ein ganz allgemeiner Punkt liegt der CDU Sachsenhausen am Herzen: Dass die Bauzeit für den Kreisel möglichst kurz gehalten wird, um jahrelange Beeinträchtigungen zu vermeiden. „Wir bauen hier weder den BER noch die Elbphilharmonie“, erklärte Heumann. Bei einer täglichen Arbeitszeit von zwölf Stunden sollte es innerhalb von einem statt zweieinhalb Jahren möglich sein, das wichtige Oval fertigzustellen.

Von Katja Sturm

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