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Mit vorgehaltener Pistole und einem Elektroschocker schüchterten die Täter ihre Opfer ein. Foto: dpa

Seckbach

Streit zwischen AfD-Helfer und Gegner eskaliert - Polizei stellt Schusswaffe sicher

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Eine Auseinandersetzung zwischen einem AfD-Wahlkampfhelfer und einem Gegner in Frankfurt hat ein polizeiliches Nachspiel.

Gemeinsam mit einer Verwandten war der Islamkritiker Zahid Khan am Sonntagnachmittag in Seckbach unterwegs, um Wahlwerbung in Briefkästen zu werfen. Seine Tochter Mary Khan tritt dort als Wahlkreiskandidatin der AfD bei der Landtagwahl am kommenden Sonntag an. Auf dem Atzelbergplatz wurde ein Anwohner auf die beiden Wahlkämpfer aufmerksam und wollte sie aus der Siedlung vertreiben. Dies gipfelte in einem handgreiflichen Streit, der darin endete, dass Zahid Khan eine Pistole zückte.

Die von seiner Begleiterin bereits zuvor alarmierten Polizisten sicherten die Waffe und prüfen nun, ob er sie legal getragen hat. Außerdem liegen den Beamten wechselseitige Strafanzeigen wegen Körperverletzung vor. Über den Stand der Ermittlungen wollte die Polizei am Dienstag keine Auskunft geben.

Der AfD-Gegner aus der Atzelbergsiedlung sagte unserer Zeitung: „Hier wohnen 80 Prozent Migranten, wir wollen hier keine Nazis.“ Er habe Zahid Khan und seine Begleiterin nicht körperlich angegriffen, sondern nur dazu aufgefordert, die Siedlung zu verlassen. Daraufhin sei es zu einer „verbalen Auseinandersetzung“ gekommen, sagte der türkischstämmige Anwohner.

Etwas anders stellt Dennis Hohloch den Vorfall dar. Der AfD-Politiker aus Potsdam ist mit der Wahlkreiskandidatin Mary Khan liiert und war am Sonntag ebenfalls in Seckbach unterwegs, um sie zu unterstützen. Auf den Atzelbergplatz kam er allerdings erst, nachdem der Streit bereits eskaliert war. „Überall lagen Flyer auf dem Boden, die Polizei war da. Ich habe gefragt, was passiert ist“, sagt Hohloch. Mary Khans Vater habe ihm dann erzählt, dass ein arabisch aussehender Mann in aggressiv angepöbelt und angefasst hätte. Daraufhin habe Zahid Khan dem Mann seine Pistole als Warnung gezeigt. Die dürfe Zahid Khan zum Eigenschutz tragen, weil er schon mehrmals angegriffen worden sei. „Er ist an der Waffe ausgebildet und weiß, wie man damit umgehen muss“, sagt Hohloch.

Die Frankfurter AfD wollte den Vorfall am Dienstag nicht kommentieren. „Wir waren nicht dabei und halten uns deshalb mit voreiligen Bewertungen zurück“, sagte Kreissprecher Andreas Lobenstein. „Generell empfehlen wir unseren Wahlkampfhelfern aber natürlich nicht, Waffen zu tragen.“

Aus Sicherheitskreisen ist zu hören, dass der Seckbacher AfD-Gegner Kontakte zur Autonomen-Szene habe. Dazu passt: Um die Pistolen-Geschichte öffentlich zu machen, wandte er sich an keine Frankfurter Zeitung, sondern an die linksradikale „Junge Welt“ aus Berlin.

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