Strengere Regeln für die Leichenschau

Das geänderte hessische Friedhofs- und Bestattungsgesetz wurde im Landtag am 22. August verabschiedet. Darin heißt es im Wortlaut: „Ist eine Feuerbestattung beabsichtigt, sind Todesursache und Todesart

Das geänderte hessische Friedhofs- und Bestattungsgesetz wurde im Landtag am 22. August verabschiedet. Darin heißt es im Wortlaut: „Ist eine Feuerbestattung beabsichtigt, sind Todesursache und Todesart in einer weiteren Leichenschau (Zweite Leichenschau) zu überprüfen. Die Zweite Leichenschau ist durch eine Ärztin oder einen Arzt eines öffentlichen rechtsmedizinischen Instituts oder durch eine Ärztin oder einen Arzt, die oder der von der Leiterin oder dem Leiter eines öffentlichen rechtsmedizinischen Instituts beauftragt wurde, vorzunehmen. Ist dieses nicht möglich, ist die Zweite Leichenschau durch eine Ärztin oder einen Arzt des für den Ort der Einäscherung zuständigen Gesundheitsamts vorzunehmen. Die Person, welche die Erste Leichenschau durchgeführt hat, darf nicht die Zweite Leichenschau vornehmen.“

Um zu verhindern, dass Tote zur Einäscherung in ein anderes Land gebracht werden, weil dort weniger strenge Regeln gelten, stellt die am 1. März 2019 in Kraft tretende Vorschrift klar: „Eine Zweite Leichenschau ist auch durchzuführen, wenn die Leiche an einen Ort außerhalb der Bundesrepublik Deutschland befördert werden soll.“ Dies gilt auch „im Fall einer Überführung in andere Länder der Bundesrepublik Deutschland zum Zwecke der Einäscherung, sofern dort eine Zweite Leichenschau (...) nicht vorgeschrieben ist.“ Das betrifft vor allem Bayern. Denn dort werden Tote im Krematorium nicht noch einmal untersucht. Um einen „Leichentourismus“ in den Freistaat zu erschweren, hat der hessische Gesetzgeber diese Festlegung getroffen.

Bei Erdbestattungen ist nach wie vor nur die erste Leichenschau durch einen normalen Arzt vorgeschrieben. dg

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