Studenten werben für die Stadt

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„Frantastisch“, das ist ein neues Werbewort, das Frankfurt-Plakate bereits geziert hat und eventuell weiter getrieben wird. Entwickelt haben es Studenten der Frankfurt University.

50 Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS), vormals Fachhochschule, haben sich die Köpfe zerbrochen: Wie kann man Frankfurt auf Plakaten als sympathische Stadt darstellen? Die Ergebnisse haben sie gestern im Rathaus Römer vorgestellt.

Auch für die städtische Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) hat die Gruppe ein Plakat entworfen. „Mein linker Platz ist frei“, wirbt ein Müllmann auf dem Beifahrersitz eines Entsorgungsfahrzeugs. Die FES ist ständig auf der Suche nach Fahrern.

Die Studenten aus dem Seminar von Prof. Ralf Jasny, „Grundlage und Praxis der Out-of-Home-Medien“, haben nicht nur Bücher gewälzt. „Wir agierten wie professionelle PR-Agenturen“, erläuterte Jasny. „Wir haben ein Konzept entwickelt, unter den Ideen die besten ausgewählt und auf Augenhöhe mit den Kunden diskutiert.“ Dass es richtig ernst war, zeigten auch die Ergebnisse: Sieben Gruppen haben Jasnys Studenten gebildet. Nur drei haben es geschafft. Ihre Plakate hingen im Januar für zehn Tage auf 200 Großplakatierflächen in Frankfurt. Finanziert hat dies die Ströer Deutsche Städte Medien GmbH, deren Geschäftsführer Rüdiger Stormin auch wöchentlich bei den Seminaren in der UAS war und die Arbeit der Studenten begleitet hat. „Für uns war es wichtig, dass wir neue Ideen auf die Plakatwände bringen konnten“, erläuterte er.

Die Plakate haben für die FES und die städtische Tourismus und Congress GmbH (TCF) nichts gekostet: „Es war eine Win-Win-Situation“, sagte deren Geschäftsführer Thomas Feda bei der Vorstellung der Plakate gestern. „Wir können die Ideen verwenden, auch auf unserem Internet-Auftritt.“

Für die Studenten war es ein etwas anderes Seminar. „Wir haben in unserer Gruppe über Facebook ständig in Kontakt gestanden“, sagte Stefanie Bauer (26). „Main Soundsystem“ mit einem Foto der Alten Oper – das war ihre Idee. „Jemand hatte die Idee: Main Sternenhimmel, dazu ein Foto der Skyline bei Nacht. Von da an sprudelten die Einfälle.“ Main Multivitaminsaft mit Bembel und Geripptem, Main Fitnessstudio mit einem Jogger am Mainufer – diese und viele andere Plakate wurden entwickelt, jeweils versehen mit dem Signet „Frantastisch“, das eine andere der sieben Gruppen entwickelt hatte. FRA ist für jeden Fluggast ein Begriff, denn es ist das internationale Kürzel für Frankfurt und prangt auf jedem Gepäckstück, das in Frankfurt aus dem Flugzeug kommt.

Die Studenten haben auch die Wirkung der Plakate auf die Zielgruppen erforscht. Dafür haben sie im Fall der TCF Passanten befragt. Gruppen, die Ideen für die FES entwickelt haben, hatten es nicht so einfach. Sie mussten gezielt Lastwagenfahrer ansprechen und sind dafür auf Rastplätze an der A 5 gefahren. Ein Ergebnis: Laut Umfrage kennen 56 Prozent der Fahrer die FES, und ebenso viele schätzen sie spontan als guten Arbeitgeber ein. Die meisten Fahrer sind mit der Wertschätzung durch ihren eigenen Arbeitgeber unzufrieden. Rund die Hälfte würde sich bei der FES bewerben.

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