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Stückwerk in der Schloßstraße beenden

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Von: Matthias Bittner

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Das Radfahrbüro hat als erste Idee bereits einen Entwurf für eine mögliche Umgestaltung der Schloßstraße ausgearbeitet. Dieser soll nach dem Willen von Grünen, SPD und Linken so schnell wie möglich umgesetzt werden. Visualisierung: Stadt Frankfurt
Das Radfahrbüro hat als erste Idee bereits einen Entwurf für eine mögliche Umgestaltung der Schloßstraße ausgearbeitet. Dieser soll nach dem Willen von Grünen, SPD und Linken so schnell wie möglich umgesetzt werden. Visualisierung: Stadt Frankfurt © N.N.

Stadt soll Umgestaltung bis 2024 umsetzen - Eigene Fahrspur für Radfahrer

Viel zu lange schon wird in der Schloßstraße herumexperimentiert. So denken viele Bockenheimer. Anstatt den 700 Meter langen Abschnitt zwischen Adalbertstraße und Rödelheimer Straße so umzugestalten, dass Autofahrer und Radfahrer gleichberechtigt unterwegs sein können, wurde zuletzt versucht, mit Schildern, Markierungen oder Überholverboten die Verkehrssituation zu regeln. Grüne, SPD und Linke im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) haben jetzt aber genug von all den Provisorien und fordern: "Es wird angestrebt, den Umbau der Schloßstraße bis 2024 umzusetzen."

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Das ist die Kernaussage eines gemeinsamen Etat-Antrages, der in der nächsten Sitzung des Ortsbeirates 2 (Bockenheim, Westend, Kuhwald) abgestimmt wird. Das sei ein sportliches Vorhaben, aber nicht unmöglich, betont SPD-Fraktionsvorsitzender Martin Völker. "Beginnt man jetzt zügig mit der Planung, schreibt die Arbeiten dann schnell aus, bleibt 2024 für die Ausführung", sagt er. Der Wille müsse da sein, ergänzt Linke-Fraktionschef Hans-Jürgen Hammelmann. Und Grünen-Sprecherin Katrin Haus meint: "Alles eine Frage der Kosten und der Priorisierung."

Bei der Fülle der umzusetzenden Maßnahmen - beispielhaft seien Umgestaltung fahrradfreundliche Nebenstraßen oder Verkehrsberuhigung Innenstadt genannt - ist aber fraglich, ob die Schloßstraße nicht hinten runterfällt.

Stefan Lüdecke, Sprecher von Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne), wollte sich dazu nicht äußern und zunächst den Beschluss des Stadtteilparlamentes abwarten.

Mit Blick auf einen Ortstermin im vergangenen Jahr mit Vertretern diverser Ämter und der Polizei scheint eine schnelle Umgestaltung aber unrealistisch. Damals hatte es geheißen, dass eine Umgestaltung vor 2025 ausgeschlossen sei.

Linie 13 wird reaktiviert

Der Grund: Die Straßenbahnlinie 13 soll, das ist so im Nahverkehrsplan 2025+ vereinbart, bis dahin reaktiviert werden und durch die Schloßstraße bis zur Endhaltestelle Industriehof fahren. Eine vorherige Umgestaltung der Schloßstraße sei deshalb ausgeschlossen. Auch seien die Planungen für den Radschnellweg Frankfurt-Vordertaunus FRM 5, der durch die Schloßstraße verläuft, noch nicht abgeschlossen.

Völker und Hammelmann sehen darin kein Problem. Grundlage für die Umgestaltung soll ein als erste Idee vom Radfahrbüro präsentierter Entwurf sein. Dieser sei schnell und relativ günstig umzusetzen. Demnach rollt der Verkehr auf der asphaltierten Straßenbahntrasse. Die einstige Fahrbahn steht Radfahrern zur Verfügung. So könnten die Parkplätze am Straßenbahnrand erhalten bleiben. Eine Begrünung der Gleise sieht diese Variante nicht vor. Dafür gibt es Platz für Bäume am Fahrbahnrand

Schon seit Jahren wird im Stadtteil und im Ortsbeirat die Verkehrssituation in der Schloßstraße diskutiert. Hochgekocht war das Thema zuletzt, weil der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club bemängelt hatte, dass beim Überholen auf dem genannten Abschnitt der Mindestabstand zu Radlern nicht einzuhalten sei. Zudem seien Radstreifen und Parkplätze am Straßenrand zu nah aneinander platziert. Mache ein Autofahrer beim Aussteigen die Tür auf, ohne auf die Radfahrer zu achten, bestehe Sturzgefahr.

50 000 Euro für die Vorplanung

Überholverbot, Schilder und Aufklärung durch die Polizei hätten zwar dazu beigetragen, dass sich die Situation zwischen Auto- und Radfahrer etwas entspannt hat. Sicherer seien Radfahrer aber nur unterwegs, wenn es getrennt geführte Radspur gebe. Um das schnell realisieren zu können, soll für die Vorplanung "Umbau Schloßstraße" noch in diesem Jahr 50 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Zudem soll der Magistrat den Stadtverordneten und dem Ortsbeirat Anfang 2023 über den Stand der Planung berichten. Laut Völker wird es höchste Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen. Die Straße werde seit Jahrzehnten vernachlässigt. Das bestätigt Hammelmann: "Sie ist in ihrer Grundstruktur seit 1968 unverändert." Matthias Bittner

Der Ortsbeirat 2 tagt

Montag, 21. März, um 19 Uhr in der Aula der Georg-Büchner-Schule, Pfingstbrunnenstraße 15

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