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Christopher Osgood, Geschäftsführer der Süwag, zeigt, wie das Einchecken bei einem der kleinen Roller funktioniert. 48 der Flitzer sind in Frankfurt verteilt.

Elektro-Roller für Frankfurt

Lautlose Flitzer für 22 Cent pro Minute

Der Energieversorger Süwag bringt mit Elektro-Rollern in Frankfurt ein neues Leihfahrzeug auf die Straßen.

Frankfurt - Der Energieversorger Süwag wagt sich auf lautlosen Mopeds in die Innenstadt: 48 Elektro-Roller unter der Bezeichnung "Frank-e" verteilte die Süwag in den vergangenen Tagen in der Stadt. Sie fahren elektrisch mit Öko-Strom des Unternehmens, schaffen bis zu 50 Stundenkilometer und können für 22 Cent pro Minute gemietet werden.

"Die Nachfrage ist groß, wir haben schon mehrere hundert Anmeldungen", sagte Christopher Osgood, Geschäftsführer der Süwag gestern, als die Flitzer in Höchst vorgestellt worden sind. Am Firmensitz im Frankfurter Westen sollen auch einige der Elektro-Roller stehen, eine Exklave gewissermaßen. Das Gros verteilt sich auf elf Quadratkilometern in der Innenstadt.

Frankfurter Innenstadt als Standort

Dabei gilt: Mieten und zurückgeben ist überall möglich - innerhalb der vorgegebenen Fläche. "Der Grund ist, dass wir die Fahrzeuge wirtschaftlich mit Ersatzakkus versorgen müssen", erklärt der Geschäftsführer. Und das heißt: Nicht ewig fahren bis zum nächsten Roller.

Um das müssen die Kunden sich gar nicht kümmern. Nachdem sie sich (für 9,95 Euro) mittels App angemeldet haben - das Smartphone schießt und sendet am besten auch gleich die Bilder von Personalausweis und Führerschein - erhalten sie auf dem Bildschirm Infos, wo der nächste Roller steht. Reservieren 15 Minuten im Voraus ist kostenlos. Wenn man beim Roller ist und den Code aktiviert, läuft die Zeit. Zugleich wird der Stromkreis des Fahrzeugs geschlossen. Helm aus dem Top-Case holen, aufsetzen, draufschwingen auf den immerhin 160 Kilo schweren Roller, schon geht die Fahrt ab.

Es macht Spaß, das kann man gleich sagen. Es ist nicht ganz günstig, wird unter dem Strich (und im Stau) wahrscheinlich schnell etwas teurer werden können, als ein Ticket für Busse und Bahnen gekostet hätte. Allerdings macht es deutlich mehr Spaß. Und wenn man morgens vom Hauptbahnhof zum Büro rollt, statt die Straßen- oder U-Bahn zu benutzen, ist das im Sommer kein Schaden.

Akkus werden getauscht

Die Zentrale in Höchst kann zu jedem Zeitpunkt überblicken, wie stark jedes einzelne Fahrzeug geladen ist, und bei Bedarf rücken Mitarbeiter aus und tauschen die Akkus. Rund 30 Ersatzakkus hat die Süwag auf Lager. Geladen werden die leeren Energieträger im Unternehmen.

"Wir sind in der Projektphase, wir wissen noch nicht, wie schnell sich alles rechnet", sagt Osgood. "Wir werden auch nicht die Einzigen bleiben." Die Ersten zumindest in Frankfurt zu sein, die die grünen Elektro-Roller (eines chinesischen Herstellers übrigens) zum Mieten anbieten, können die Süwag-Leute für sich in Anspruch nehmen.

"Wenn das Angebot ankommt, können wir noch Fahrzeuge nachordern", kündigt Osgood an. Oder auf andere Vehikel übertragen. Etwa auf Elektro-Leihräder, auf E-Autos oder gar auf die kleinen E-Scooter, die in den kommenden Tagen auf Frankfurts Straßen rollen werden.

Thomas J. Schmidt

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