Sibylle Nicolai liest mehr als ein Buch - sie hat eine Sendung bei Rhein-Main TV, in der sie über Bücher spricht.
+
Sibylle Nicolai liest mehr als ein Buch - sie hat eine Sendung bei Rhein-Main TV, in der sie über Bücher spricht.

Tratsch und Klatsch

Sybille Nicolai liebt Bücher

  • VonEnrico Sauda
    schließen

Die Frankfurterin Sybille Nicolai hat jetzt eine eigene Literatur-Sendung bei Rhein-Main TV.

Sibylle Nicolai schreibt nicht nur Bücher und liest viele, sondern sie spricht auch gern über Literatur. Da hat es gepasst, dass sie Mitte Dezember des vergangenen Jahres, also im verschärften Lockdown, mit Saskia Winkelmann, Chefin von Rhein-Main TV, ein Gespräch hatte. "So kam der Gedanke auf, Fernseh-Zuschauerinnen und -Zuschauern die allgemein verordnete Stubenhockerei mit ein paar Lesetipps ein bisschen unterhaltsamer zu gestalten", erinnert sich die Schauspielerin und Moderatorin, die durch ihre Mutter zum Lesen kam. "Sie konnte kongenial vorlesen, und so wurde ich zunächst eine ,passive Leseratte'", berichtet Sibylle Nicolai. Das war die Geburtsstunde von "Er-Lesenes von und mit Sibylle Nicolai".

Das hat sich geändert - ein Blick auf ihre riesige Bücherwand genügt als Indikator. "Da ich selbst sehr gern lese und schließlich auch daheim herumsaß, war ich von Saskia Winkelmanns Idee hellauf begeistert", sagt Nicolai, die sich einen Namen als Autorin, Hörbuchsprecherin und Schauspielerin gemacht hat.

Die erste Sendung von "Er-Lesenes" wurde bereits am ersten Freitag im März zur Primetime ausgestrahlt. "Seitdem versuche ich jeden Freitag (und als Wiederholung jeweils mittwochs um 20.15 Uhr), meinen Spaß an der Literatur - vom Roman über Krimi bis hin zu Satire - an diejenigen weiterzugeben, die Lust haben, sich von mir Appetit machen zu lassen aufs Bücher-Lesen", so Sibylle Nicolai. In jeder der viertelstündigen Sendungen nimmt sie sich eines Buches an. Wenn sie ins Studio geht, nimmt sie zwei Sendungen hintereinander auf. Anfangs habe sie im Internet die Buch-Bestsellerlisten durchgeschaut, "aber da landest du auch so manchen Fehlgriff". Später fragte sie bei Experten in Buchhandlungen nach und hat nun den Laden ihres Vertrauens (Erhardt & Kotitschke) gefunden, auf deren Tipps sie großen Wert legt.

"Apropos Appetit: Die Ereignislosigkeit im Lockdown hat ja bei vielen die Pfunde wuchern lassen, weshalb ich mit einem stichhaltigen Argument für mehr Lesekonsum plädiere: Erwiesenermaßen kann man nämlich den dicksten Schmöker verschlingen und nimmt dabei kein Gramm zu", scherzt sie. Doch der neue Job hat auch mit Arbeit zu tun: "Natürlich hat sich mein eigenes Lese-Pensum immens erhöht." Früher habe sie eins oder zwei im Monat gelesen. Nun die gleiche Menge in der Woche. "Doch ich habe in den vergangenen Monaten dabei die Werke so wunderbarer Autoren und Autorinnen entdeckt, dass ich mein Glück schier nicht fassen kann, dass ich darüber regelmäßig vor Publikum plaudern darf", sagt sie. "Und das noch dazu in einem Alter, in dem man gerade als Frau im Allgemeinen nicht mehr unbedingt als TV-Moderatorin ,reaktiviert' wird ...", sagt das Frankfurter Mädche, das seit mehr als anderthalb Jahrzehnten im Bahnhofsviertel wohnt und das man unter anderem aus ihren Rollen in der Serie "Soko 5113" und als Gast in Serien wie dem "Tatort" kennt.

Doch sie kommt gut an. "Anfangs haben 50 000 Zuschauer die Sendung verfolgt. Im Sommer sind es natürlich weniger, und viele schauen die Sendung über die Mediathek von Rhein-Main TV", weiß Sibylle Nicolai.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare