Geschlechtskrankheiten

Bundesweiter Höchststand bei Syphilis-Diagnosen: Zahlen in Frankfurt trotz Rückgang hoch

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Syphilis-Diagnosen in Deutschland einen Höchststand erreicht. Großstädte wie Frankfurt weisen eine starke Verbreitung der Geschlechtskrankheit auf.

  • Die gemeldeten Fälle von Syphilis-Infektionen in Deutschland steigen in den verganenen Jahren kontiniuerlich.
  • Besonders in Großstädten verzeichnet das Robert Koch-Institut (RKI) eine verstärkte Verbreitung.
  • Frankfurt hat einen Rückgang an gemeldeten Syphilis-Infektionen zu verzeichnen, die Zahlen sind dennoch hoch.

Berlin - Mit fast 8.000 Fällen hat die Zahl der Syphilis-Diagnosen in Deutschland im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat das Bundesland Berlin die meisten Nachweise der Geschlechtskrankheit zu verzeichnen. Auf 100.000 Einwohner wurden dort im Vorjahr 39,7 Syphilis-Infektionen gemeldet. In Frankfurt ist zwar ein Rückgang der gemeldeten Infektionen mit der Geschlechtskrankheit zu verzeichnen, die Zahlen bleiben mit 28,3 Fällen auf 100.000 Einwohner dennoch hoch.

Robert Koch-Institut (RKI) warnt: Zahl der gemeldeten Syphilis-Infektionen steigt

Wie aus einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, wurden im Jahr 2019 in Deutschland insgesamt 7.889 Infektionen mit der Geschlechtskrankheit gemeldet. Das ist die höchste Zahl registrierter Syphilis-Infektionen, seit in Deutschland im Jahr 2001 das Infektionsschutzgesetz eingeführt wurde und bedeutet einen Anstieg von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes muss auch eine Syphilis-Infektion innerhalb von zwei Wochen nach erhaltener Diagnose beim zuständigen Gesundheitsamt oder direkt beim RKI gemeldet werden.

Eine Illustration des Bakteriums Treponema pallidum, welches Syphilis verursacht.

Syphilis-Infektionen: Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind besonders Großstädte betroffen

Ebenfalls über dem bundesweiten Durchschnitt von 9,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegen laut dem RKI der Stadtstaat Hamburg sowie das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Nach Aussage des Robert Koch-Instituts sei zudem in den Städten Köln, München und Frankfurt eine vergleichsweise starke Verbreitung von Syphilis-Infektionen zu verzeichnen. Gemeldete Infektionen mit der Geschlechtskrankheit habe es jedoch auch in ländlichen Regionen „in relevanter Zahl“ gegeben.

Wie aus Angaben des RKI hervorgeht, ist seit dem Jahr 2010 ein kontinuierlicher Anstieg von gemeldeten Syphilis-Fällen* zu beobachten. Lediglich 2018 sei die Zahl leicht rückgängig gewesen, für das laufende Jahr verzeichnet das Robert Koch-Institut etwa 6.400 Fälle. In Frankfurt hat die Zahl der gemeldeten Syphilis-Infektionen 2019 im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen. Wurden 2018 in der Main-Metropole noch 34,9 Syphilis-Fälle auf 100.000 Einwohner gemeldet, war für das Folgejahr 2019 ein Rückgang von 18,9 Prozent zu verzeichnen. Trotz dieses deutlichen Rückgangs, sind die gemeldeten Zahlen für Frankfurt im bundesweiten Vergleich noch immer hoch.

Die Entwicklung der gemeldeten Syphilis-Infektionen in deutschen Großstädten für die vergangenen beiden Jahre gibt das RKI wie folgt an:

Stadt20182019Vergleich 2018/2019
Berlin 32,339,7+ 22,9%
Hamburg24,124,5+ 1,7%
München 29,130,2+ 3,8%
Köln42,757,8+ 35,4%
Frankfurt am Main34,928,3- 18,9%
Dresden9,818,6+89,8%

Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI): Nur wenig Frauen infizieren sich mit Syphilis

Nach Angaben des RKI werde die Geschlechtskrankheit Syphilis vorwiegend bei homo- und bisexuellen Männern diagnostiziert, darunter auch viele HIV-Positive. Im Jahr 2019 habe der Frauenanteil an gemeldeten Syphilis-Infektionen bei etwa sechs Prozent gelegen. Übertragen wird die Geschlechtskrankheit in Deutschland nach wie vor am häufigsten beim Sex, Kondome können das Risiko einer Übertragung reduzieren. Eine Syphilis-Erkrankung wird von Bakterien hervorgerufen und lässt sich mit Anwendung von Antibiotika heilen.

Bei der Krankheit unterscheiden Mediziner drei Erkrankungsstadien. Zunächst bildet sich ein schmerzloses Geschwür an der Eintrittsstelle des Erregers, später können Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten, Haarausfall und Hautausschläge auftreten. Unbehandelt sind noch mehrere Jahre nach der Ansteckung Schädigungen des Gehirns und der Blutgefäße möglich. Es gibt aber auch viele symptomlose Syphilis-Fälle. (Joel Schmidt mit Material von dpa) *hna.de ist Teil des Ippen-Digital Redaktionsnetzwerks

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