+
Ohne Daniel Wirtz wird?s nichts, der Frankfurter Rocker sorgte mit anderen Musikern für die richtige Stimmung an der Taunusstraße.

Kunst und Musik

TAB-Aktion sorgt für weltweite Beachtung der Mainmetropole

  • schließen

Nach dem Erfolg der Premiere von „TAB Sounds“ im vergangenen Jahr hat die Initiative „TAB“ – ein Zusammenschluss von Kreativen, Künstlern und Gastronomen aus dem Bahnhofsviertel – eine Schippe draufgelegt: Nicht nur die TAB Street Gallery präsentiert sich im neuen Format, auch die Taunusstraße wurde ab der Kreuzung Taunus-und Elbestraße bis zur Kreuzung Taunus- und Moselstraße zu einem temporären Kunstprojekt.

Über dem Teil der Taunusstraße, der auf die Moselstraße trifft, liegt Nebel. Bunte Lichter schießen hindurch und auf der Bühne, die der Anhänger eines Lastkraftwagens ist, steht Frankfurts Rocker Nummer eins Daniel Wirtz mit seiner Band. Sie geben ein Konzert. Es ist der Abschluss eines langen Tages, an dem die Musik eine wichtige Rolle spielte, aber Teil eines „Gesamtkunstwerkes“ war: „TAB Sounds“.

Die ganze Aktion war die Idee der „TAB Initiative“, dabei steht die Abkürzung für „Taunusstraße Arts and Bits“, einen Zusammenschluss aus Kreativen, Künstlern und Gastronomen aus dem Bahnhofsviertel. Bereits im vergangenen Jahr rockten sie diese Ecke des Quartiers – und auch dieses Jahr wollten sie es wieder wissen.

Es gab neben der Musik noch andere Kunst: Straßenmalerei und eine Lampion-Installation: Die Straße leuchtete als Hommage an Willy Fleckhaus’ Reihenentwurf für die „Bibliothek Suhrkamp“ in bunten Farben – und das im Kontext zu farblich gestalteten Lampions.

Für Florian Jöckel, unter anderem Manager von Balkan-Pop-Ikone Shantel und Präsident des exklusiven Radsportclubs Guilty 76, ging an diesem Sommersamstag ein Traum in Erfüllung. Er durfte den Straßenbelag zwischen Mosel- und Elbestraße (also gut 200 Meter) bemalen – und das ganz ohne legale Konsequenzen befürchten zu müssen.

„Wir dürfen die Straße ansprühen, das ist einzigartig in Deutschland. Normalerweise ist das verboten“, weiß Jöckel. „Es macht sogar Spaß“, scherzt er. „Wir bemalen die Tour-de-France-Wege, wir sind weltweit unterwegs und malen direkt auf der Straße und wenn du einmal die Gelegenheit dazu bekommst, es in deiner Stadt zu machen, da kannst du nicht Nein sagen“, erklärt Jöckel seine Motivation, sich an der TAB-Idee zu beteiligen.

„Wir sind heute mit gut 15 Leuten am Start“, sagt Jöckel. Die bringen 20 Farben in Fahrbahnbreiten Streifen jeweils zweimal auf. Das ganze Kunstwerk darf bis zur Buchmesse bleiben.

Nicht nur Jöckel zeigte sich vollauf zufrieden mit der Aktion. Am Ende des Tages war das auch Sicherheits- und Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU). „Wir finden, dass das ein großer Erfolg war und streben an, es im kommenden Jahr zu wiederholen“, kündigte Frank an, relativierte seine Aussage jedoch gleich: „Wir brauchen aber Unterstützer.“ Schließlich gehe es darum, „die Qualität zu halten“. Über mangelnde Hilfe bei dieser Ausgabe könne er sich aber nicht beschweren. Immerhin waren es bei dieser Edition gut 90 Unterstützer, die sich beteiligten.

Ungefähr 5000 Besucher sollen über den Tag verteilt an die Taunusstraße gekommen sein, um die Kunstaktion und die Musik von Fee, Gastone und Daniel Wirtz zu hören. „Das ist etwa genauso viel wie im vergangenem Jahr“, sagt Frank. „Und das, trotz der vielen Parallelveranstaltungen in der Stadt“, freut sich Monika Selke-Krüger vom Dezernatsbüro.

Tatsächlich feierten Stöffcheliebhaber nur einige Hundert Meter am Rossmarkt das Apfelweinfest, in der Commerzbank-Arena spielten die „Böhsen Onkelz“, das Rotlintstraßenfest stieg und „der 18.8.18 ist ein beliebtes Hochzeitsdatum, da sind auch viele Feiern“, gibt Monika Selke-Krüger zu bedenken.

Doch der Aufwand, das TAB Sounds zu organisieren hat sich gelohnt. „Es gibt tolle internationale Rückmeldungen auf die Aktion mit der Straßenbemalung aus allen großen Metropolen der Welt – sogar aus Hawaii“, schwärmt Frank.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare