+
Wird die Gäste beim Frühlingsball im Palmengarten mit ihren Liedern verzaubern: Sängerin Cassandra Stehen.

Stadtgeflüster

Ein Tänzchen mit Cassandra Steen

Zwar schnuppert die preisgekrönte „Glashaus“-Frontfrau Cassandra Steen gern den Kerzenduft „Mandarin Cranberry“, doch noch mehr freut sich die Sängerin auf die echten Blütendüfte beim 6. Frühlingsball am 27. April im Palmengarten Gesellschaftshaus.

Die in Schwaben geborene US-Amerikanerin wird im Showprogramm der Benefiz-Gala die Ohren der rund 1500 Gäste mit deutschsprachigem Soul verwöhnen. Ihren Gold-Hit „Unter die Haut“, den sie 2013 im Duett mit Tim Bendzko einspielte, will sie an diesem Abend solo vortragen.

Die stilvolle Tanznacht bietet für Fans die Gelegenheit, die Powerfrau erneut auf einer Frankfurter Bühne zu erleben. Ihre beiden Konzerte in der „Batschkapp“ im Februar sind nämlich schon lange ausverkauft.

„Auch der Frühlingsball ist ein Heimspiel, denn Frankfurt ist meine zweite Heimat“, schwärmt die Künstlerin. Diese Verbundenheit ist kein Zufall, denn mit dem Rödelheimer Rapper und Musikproduzenten Moses Pelham verbindet sie eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Gemeinsam standen sie für die Band „Glashaus“, jahrelang war Cassandra Steen deren Stimme. 2008 nahm sich die heute 38-Jährige eine Auszeit und widmete sich eigenen Projekten. 2017 kam die Originalbesetzung wieder für ein neues Album zusammen. Wie fühlt sich die Rückkehr an? „Es ist nicht viel anders. Wir sind eben älter und manchmal auch reifer“, sagt sie und formuliert fast eine melancholische Liedzeile: „Es ist im großen Ganzen wie nach Hause kommen.“ Einer ihrer kulinarischen Lieblingsorte in der Mainstadt ist ein afrikanisches Spezialitäten-Restaurant in der Alten Gasse, verrät sie: „Im ,Savanna‘ wird man mich immer wieder finden.“

Die besten Ideen kommen ihr im Flieger oder beim Autofahren, „und es sind die Menschen, die meine Texte inspirieren“. Innere Stärke für die Herausforderungen des Lebens schöpfe sie aus dem, was ihr Umfeld bisweilen verunsichere: „Ich hole mir Kraft aus Zeit. Das ist nicht immer gut für andere um mich herum, aber Geduld haben und sich Zeit nehmen, hat sich bis jetzt für mich immer am besten bewährt.“ Nomen est omen: Mit dem Album „Kraft“ meldete sich „Glashaus“ mit Cassandra Steen dann auch nach einer gefühlten Ewigkeit zurück, erneut mit viel „German Soul“ und den Texten von Moses Pelham. Ob der Label-Chef, der im vergangenen Jahr mit der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt ausgezeichnet wurde, dem Soloauftritt seiner Künstlerin im Palmengarten lauscht, stehe noch nicht fest. Die Sängerin ist sich allerdings sicher, „falls er Zeit hat, kommt er bestimmt“.

Ihre ruhigen, sehr persönlichen Lieder beim Frühlingsball sind kaum für den Walzerfuß, sprich, sie regen Phantasie und Herzensdinge an, aber weniger den Tanz. Zu diesem animieren weitere Interpreten im Prachtsaal, darunter die Frauenband „Princess Cut“ und die Bossa-Nova-Virtuosen „Acoustic Club“.

Und wie ist das bei Cassandra Steen? Hat sie je einen klassischen Tanzstundenball mitgemacht? Sie schüttelt bedauernd den Kopf, „leider nein“. So bietet der Frühlingsball für sie den Anlass, bis in die frühen Morgenstunden einzutauchen in eine farbenfrische Tanzwelt, die frei ist von steifen Ballformalitäten. Tipp an die sympathische Sängerin: „Be sure to wear flowers in your hair“, unbedingt einen Blütenkranz im Haar. . . den tragen hier die Damen gern.

(fai)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare