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Seniorenanlage entsteht auf Areal in der Thudichumstraße

Die Tage des Bunkers in Rödelheim sind gezählt

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Der Bunker in der Thudichumstraße ist weg. Dort wo einst der Koloss stand, residieren künftig Senioren. Noch in diesem Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen, 15 Monate später könnten schon die ersten Zimmer bezogen werden.

Es war ein Abschied auf Raten. Stück für Stück, Stein für Stein ist der Bunker in der Thudichumstraße in den vergangenen Monaten verschwunden. Immer fester hat die große Baggerzange zugebissen, nach und nach hat sie die bis zu zweieinhalb Meter dicken Stahlbetonwände zerlegt. Was übrig geblieben ist, ist eine ebene Fläche mit Blick auf die angrenzenden Bauten.

Es wird allerdings nicht mehr lange dauern, bis schon die nächsten Baufahrzeuge anrücken. Die Hanseatische Gesellschaft für Seniorenimmobilien (HBB), die den Bunker bereits vor zwei Jahren von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) erworben hatte, will auf diesem und dem Nachbargrundstück, auf dem zwei kleine Nebengebäude abgerissen wurden, ein Seniorenpflegeheim errichten.

„Wir müssen die Bauleistung noch vergeben, einen genauen Termin, wann mit den Arbeiten begonnen wird, können wir deswegen noch nicht nennen. Allerdings wollen wir im Laufe dieses Jahres loslegen“, ist HBB-Geschäftsführer Oliver Radünz mit Prognosen zum jetzigen Zeitpunkt noch vorsichtig. 2000 Quadratmeter groß ist das Grundstück, auf dem der Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg stand. Dort diente er als Lager und als Schutzbunker während der Bombenangriffe für die Bevölkerung.

Geplant ist die Seniorenwohnanlage als fünfstöckiges Gebäude, mit Platz für 138 Betten auf einer Wohnfläche von rund 6 200 Quadratmetern. „Zum größten Teil wird es sich um Einzelzimmer handeln“, so Oliver Radünz. Unter dem Wohnheim gebaut wird eine Tiefgarage mit 20 Plätzen. Der rückwärtige Bereich wird als Garten gestaltet. Die Bauzeit schätzt die HBB auf 14 bis 15 Monate. Die Anlage in der Thudichumstraße wird bereits die dritte der HBB in Frankfurt sein. Sie betreibt zudem Seniorenwohnheime in Niederursel und in Höchst. Deutschlandweit haben die Hamburger bereits 30 solcher Projekte realisiert.

Bevor der Bunker vor zwei Jahren verkauft und schließlich vor wenigen Monaten mit dem Abriss begonnen wurde, diente er lediglich als Lagerfläche für einige Rödelheimer Vereine. Ansonsten galt er im Stadtteil eher als Schandfleck. Zumal er immer mehr zur Müllkippe mutierte.

Stetig wurde Unrat rund um den Koloss abgelegt, für die Reinigung waren jedoch die Frankfurter Entsorgungsbetriebe nicht zuständig, weil der Bunker in Privatbesitz war. Erst bei der BIMA und jetzt eben bei der HBB. Mit dem Neubau wird dieses Problem wohl Geschichte sein, ebenso wie der Bunker.

Diese illegale Müllentsorgung war für den Ortsbeirat 7 (Hausen, Industriehof, Praunheim, Rödelheim, Westhausen) schon länger ein Dorn im Auge. Ebenso wie der Bunker selber. Allerdings war der Wunsch des Stadtteilgremiums noch vor sieben Jahren vielmehr eine Grünfläche sowie Parkplätze – bis heute eines der großen Mankos im Stadtteil und immer wieder großes Diskussionsthema. Dieses Problem wird mit dem Seniorenwohnheim nicht behoben, aber zumindest der Bunker ist verschwunden.

Mit dem Abriss liegt das Offenbacher Abbruchunternehmen Zeller, das die Arbeiten übernimmt, übrigens absolut im Zeitplan. Obwohl die Wände teilweise noch dicker waren als erwartet. Zudem mussten die Fachleute bei den Arbeiten extrem vorsichtig vorgehen – weil der Bunker nicht frei, sondern inmitten eines Wohngebietes liegt. Doch die Anwohner können sich freuen: Mit dem richtig großen Krach ist es erst einmal vorbei, was aktuell passiert ist lediglich der Abtransport der Schuttberge. Laut könnte es erst wieder werden, wenn das Seniorenheim in die Höhe wächst.

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