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Zuletzt trainierte Jonathan Elliot (rote Jacke) den Rüsselsheimer RK, mit dem er keinen Erfolg hatte.

SC 80 Frankfurt

Ein Taktiker aus Cardiff

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Auch wenn er beim Rüsselsheimer RK wenig erfolgreich war, bekommt der Waliser Jonathan Elliot an der Feldgerichtraße eine Chance als Trainer der Zweitliga-Herren des SC 80 Frankfurt.

Sechs Punkte verlor der SC 80 Frankfurt im Frühjahr wegen des Einsatzes des nicht spielberechtigten Belgiers Geoffroy Cosyns, und so war das Titelrennen in der Zweiten Hockey-Bundesliga Süd gelaufen. Was nicht heißen soll, dass Blau-Weiß Berlin nicht sowieso knapp besser war und verdient den Aufstieg schaffte. Worüber bei dem Frankfurter Traditionsverein nicht jeder traurig war.

Die erste Liga wird unter anderem von Abteilungsleiter Thorsten Hautzel als eine Herausforderung angesehen, die für das junge Team wohl noch zu früh käme. Zumal nach dem Abgang von Trainer Nicklas Benecke zum Frauen-Erstligisten Mannheimer HC wieder ein Neustart ansteht. Offiziell ab dem 1. August trainieren die „80er“ unter dem Waliser Jonathan Elliott für die neue Saison.

Elliot, der in Cardiff Sport- und Trainingswissenschaften studiert und schon einige Trainerstationen hinter sich hat, stand zuletzt beim Rüsselsheimer RK an der Seitenlinie, mit dem er allerdings aus der zweiten Liga und aus der Regionalliga abstieg. Gleichzeitig war er für ein Turnier als Interimstrainer mit der schwedischen Nationalmannschaft unterwegs (2015) und hospitierte bei der deutschen U16-Auswahl (2017). Zuvor coachte er ein Herrenteam in Valencia (Xaloc) und war als Trainer und Co-Trainer bei Universitäts- und walisischen Junioren-Auswahlmannschaften sowie einem Frauenteam (Whitchurch, Cardiff) am Start.

Er selbst war U18- und U21-Nationalspieler von Wales und spielte als Senior in der zweiten Liga in England. Mit 22 Jahren musste er seine Laufbahn verletzungsbedingt beenden.

Da er schon mit 16 Jahren mit der Trainerausbildungen begonnen hatte, gelang der Übergang nahtlos. Frankfurt ist nun also die nächste Stufe.

„In Rüsselsheim konnten wir die Ansprüche nicht erfüllen. Was schade ist und mir leid tut, denn der Verein hat mir ja meine erste Chance in Deutschland gegeben. Aber der Kader war zu klein und es gab nur fünf oder sechs wirklich gute Spieler. Dort wurde sich zu sehr auf ältere Spieler verlassen und auch in den nächsten drei bis vier Jahren kommen wenig Talente nach. Das war ein Hauptgrund, warum ich gegangen bin“, erklärt Elliot.

In Frankfurt hat seine neue Mannschaft wie üblich längst mit dem Training begonnen. Fitnesscoach Holger Soukup hat sich der Sache angenommen und Elliott war schon dabei „um die Jungs besser kennen zu lernen“.

Letzte Woche war der 30-Jährige dann bei einem Feriencamp in Rüsselsheim eingespannt. Ab Dienstag ist er wieder an der Feldgerichtsraße im Einsatz. Und dann sollten, so hofft er, auch die Spieler ihre Entscheidungen getroffen haben. „Ich hoffe und glaube, dass alle bleiben“, sagt der Coach, der sich derweil ausgiebig mit der Konkurrenz beschäftigt: „Ich werde die anderen Teams auch kennenlernen, indem ich mir Videos anschaue. Deswegen sehe ich keine Probleme darin, dass ich die Liga noch nicht so kenne. Außerdem bin ich ganz gut in Taktik, denke ich.“

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