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„Das spricht sich einfach rum“: Dieses Restaurant in Frankfurt ist ein echter Geheimtipp

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Von: Sabine Schramek

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„Wer vermutet hier schon so ein authentisches Lokal?“, sagen Gäste. Das Tasquinha Da Jacinta in Frankfurt entwickelt sich inmitten von Kleingärten zu einem Gastro-Geheimtipp.

Frankfurt – An Wochenenden bei Sonnenuntergang ist die große überdachte Terrasse der Tasquinha Da Jacinta rappelvoll. Einige grüne Fischernetze hängen an den hellen Lampen unter dem Welldach und versuchen, das helle Licht der Strahler zu dämpfen, während darunter Paare, Familien und Freunde über Büsche in den himbeerfarbenen Himmel blicken oder auf die Spiegel-Lichtspiele auf verglasten Hochhäusern. José Rui Jacinta (63) steht lächelnd an der Theke und zapft Bier oder schenkt Wein ein. In der Küche klappert es und Maria Jacinta (61) bewegt geschickt Töpfe und Pfannen.

„Das Wort Tasquinha kann man nicht ganz richtig übersetzen“, sagt sie. „Taverne und Haus stimmen zwar irgendwie, aber in Porto beschreibt es auch ein Gefühl“, versucht sie zu erklären. Zwischen den Gästen wird es schnell klar. Ein Ort, der schlicht und gemütlich ist, in dem man ohne Scheu auf die Teller anderer gucken darf und in dem es familiär ist.

Fast ein wenig geduckt liegt das Tasquinha Da Jacinta zwischen den Hochhäusern. Aber mit etwas Phantasie wird der Lärm der Straße zum Meeresrauschen.
Fast ein wenig geduckt liegt das Tasquinha Da Jacinta zwischen den Hochhäusern. Aber mit etwas Phantasie wird der Lärm der Straße zum Meeresrauschen. © Rüffer

Beliebtes Restaurant in Frankfurt: Tasquinha Da Jacinta inmitten von 250 Kleingärten

Es duftet nach gebackenen Teigtaschen, Fleisch, handgemachten warmen Kartoffelchips, Fisch, Eintopf und Blumen. Wer die Augen schließt, kann im Dauerrauschen der Autobahn die Meereswellen hören. Fast unwirklich ist die Atmosphäre inmitten 250 liebevoll gepflegten Kleingärten, in denen gigantische Pfingstrosen um die Wette duften.

Zarter gegrillter Babytintenfisch, gebratener Stockfisch, Steak mit Spiegelei oder Lammkoteletts kommen in großen Portionen aus der Küche. „Die Rezepte habe ich von meiner Mutter und von meiner Großmutter“, erzählt Jacinta, die gelernte Schneiderin ist. 1996 kam sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern aus Porto nach Deutschland. „Bis wir nach Niederrad kamen, hatten wir zwei Lokale mit demselben Namen in Offenbach und ich koche immer noch alles frisch“, erzählt sie stolz.

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Die ersten Lokale waren die ganze Woche über geöffnet. Im KGV 1893 nur am Wochenende. „Freitags kommen meist deutsche Gäste, samstags deutsche, spanische und portugiesische und sonntags vor allem Portugiesen“, sagt sie. Warum, weiß sie nicht. Es habe sich einfach so eingebürgert. Dass Spanier und Portugiesen bevorzugt samstags ab 18 Uhr und sonntagmittags kommen, mag daran liegen, dass sie dann Leitão assado, das heiß begehrte Spanferkel, geschmortes Kalbfleisch mit dem Namen Vitela assada, den portugiesischen Bohneneintopf Feijooada und Carne de porco à alentejana - Schweinefleisch mit Venusmuscheln – auf der Karte haben.

Tasquinha Da Jacinta in Frankfurt: "Das spricht sich einfach rum"

Die Gäste schwärmen. „Das spricht sich einfach rum“, sagen sie. „Wer vermutet hier schon so ein authentisches Lokal? Wer einmal da war, kommt wieder“, sagen sie und an Nebentischen wird zustimmend genickt, während frisches Brot in Alioli getunkt wird. Es dauert, bis die Gerichte frisch zubereitet sind. „Aber das schmeckt man eben auch. Das Steak wird geschnitten, wenn es bestellt wird. Niemals früher“, so die freundliche Köchin. Einige kennen sie noch aus Offenbach. „Maria ist und bleibt Maria“, hat Jacinta schon von Gästen gehört, die sie zehn Jahre nach der Schließung des letzten Lokals in Offenbach wiedergefunden haben.

Portwein fließt ebenso reichlich dazu wie die Hausweine. Darum kümmert sich ihr Mann. Wenn die beiden Kinder Zeit haben, helfen sie im Service. Rätsel geben die Desserts auf. Vor allem Baba de Camelo – Kamelspucke. Jeder, der neu da ist, will die karamellige Eiercreme mit Kondensmilch und Mandeln probieren. Sie ist aus. Und ein Grund, wiederzukommen zu dem Ehepaar, das mit Leib und Seele Portugal nach Frankfurt geholt hat. (Sabine Schramek)

Durch Lieferengpässe ist der Restaurant-Besuch in Frankfurt zuletzt teurer geworden.

Tasquinha Da Jacinta

Das Tasquinha Dal Jacinta im KGV 1893 hinter der Goldsteinstraße 235 ist freitags von 17 bis 23 Uhr, samstags von 12 bis 16 Uhr und von 17 bis 23 Uhr und sonntags von 12 bis 16 Uhr und 17 bis 21 Uhr geöffnet. Telefonnummer: 0178/3574470

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