Schwindelerregende Szenen in der Rothschildallee.
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Schwindelerregende Szenen in der Rothschildallee.

Krimi

Die drei wichtigsten Fragen zum Tatort in Frankfurt

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Der „Tatort“ aus Frankfurt bietet zahlreiche Eindrücke aus der Stadt. Ein fiktives Café sorgt für Verwirrung bei Passanten. Und welche Rolle spielt die Stadtpolitik?

Eine junge Frau wird ermordet. Kurz zuvor hatte sie ein Buch geschrieben. Offenbar gibt es Parallelen zwischen der Geschichte und realen Ereignissen in ihrem Leben. Insofern könnte sich der Fall mit Hilfe des Buchs klären lassen. Aber hat Luise Nathan das gefeierte Werk überhaupt selbst geschrieben?

Wie überzeugend die Handlung des „Tatorts“ aus Frankfurt mit dem Titel „Luna frisst oder stirbt“ ist, darüber wurde schon während der Ausstrahlung am gestrigen Sonntagabend in den sozialen Medien intensiv diskutiert. Unstrittig ist hingegen eines: Kaum eine Krimiproduktion des Hessischen Rundfunks hatte in den vergangenen Jahren so viele Eindrücke aus Frankfurt zu bieten wie dieser Film. Die drei wichtigsten Fragen zum „Tatort“ aus Frankfurt.

Tatort in Frankfurt: EZB und bekanntes Hochhaus als Drehorte

Wo genau wurde der „Tatort“ gedreht?

An vielen Orten in Frankfurt. Luise stirbt am südlichen Mainufer – schräg gegenüber der Europäischen Zentralbank. Ihre beste Freundin, die zeitweise unter Verdacht gerät, wohnt mit ihrer Mutter und ihrer Schwester in dem den meisten Menschen in Frankfurt gut bekannten grünen Hochhaus an der Rothschildallee. Auf dessen Dach entstanden auch die Aufnahmen, die bei Menschen mit schwerer Höhenangst zu Panik geführt haben dürften. Immerhin gab es durch die Einstellungen mal wieder die Skyline zu sehen – ein Motiv, das seit den Zeiten der Kommissar:innen Dellwo und Sänger im „Tatort“ aus Frankfurt an Bedeutung verloren hat. Außerdem fahren die Ermittler:innen Janneke und Brix mal durch den Oeder Weg, mal durch die Weißfrauenstraße und besuchen auch ein Gewächshaus im Palmengarten.

Welche Rolle spielt die Frankfurter Stadtpolitik?

Luises Mutter ist Frankfurter Sozialdezernentin. Das erfahren die Zuschauerinnen und Zuschauer recht früh. Wer da allerdings auf einen Römer-Krimi mit enttäuschten Christdemokraten, parteiinternem Streit bei Volt und Grünen im Spannungsfeld zwischen Baugenehmigungen und Baumbesetzungen gehofft hatte, wurde enttäuscht. Die Frau hätte fast genauso gut Ärztin oder Anwältin sein können, ihre kommunalpolitische Arbeit war für die Handlung kaum von Bedeutung. Und mit Elke Voitl (Grüne), der echten Frankfurter Sozialdezernentin, hat Frau Nathan senior wenig gemeinsam.

Tatort in Frankfurt: Fiktives Café zieht Gäste an

Gibt es das „Café Kelle“ wirklich?

Nein. Das Café, in dem vor allem Luises Freundin oft anzutreffen ist, wird zwar zu Beginn des Films von der Sozialdezernentin eröffnet. Aber eben nur im Film. Tatsächlich gibt es kein „Café Kelle“ in der Berger Straße 6, wo die Aufnahmen entstanden. Allerdings wurde das Gebäude für die Dreharbeiten stilecht hergerichtet. Wie der Hessische Rundfunk mitteilt, fanden sich regelmäßig Menschen in dem „Café“ ein und wollten bedient werden. (Georg Leppert)

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