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Wer sein Auto unter einer der Platanen abstellt, riskiert Schäden am Lack. Tauben, die in den Bäumen sitzen lassen der Natur freien Lauf. Der Kot der Vögel ist aggressiv und zerstört den Lack. Rolf Matner fordert Taten. Foto: Niklas Mag

Nieder-Erlenbach: Tierisches Ärgernis

Tauben vertreiben Autofahrer

  • vonNiklas Mag
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Anwohner der Lochmühlstraße klagen über Vogelkot und seine Folgen.

Seit 1979 lebt Rolf Matner in der Lochmühlstraße, die eine ruhige Straße nahe dem Friedhof ist. Doch auffällig wenig Autos stehen am Straßenrand. Und das hat einen Grund, entlang der Straße stehen hohe Platanen, über die sich die Bewohner mehr und mehr ärgern. "Dieses Jahr war es besonders schlimm", schildert Rolf Matner. "Momentan halten sich die Vögel aber zurück."

Taubenkot wird in der Lochmühlstraße immer wieder zum Problem. Matner spricht von Sommertagen, an denen Straße, Autos und Gehwege in hohem Ausmaß von den Vögeln "bombardiert" worden seien. Der Regen der vergangenen Tage hat zwar bis auf einige Reste viel von der Straße abgewaschen, doch zeugen Flecken auf dem Asphalt, den Gehwegen und auf einem der geparkten Autos von dem, was sonst in der Lochmühlstraße los ist.

Taubenproblem wird zum Parkplatzproblem

"Es gibt Tage, da ist hier alles vollgekotet", berichtet Matner. Und da hänge ein ziemlicher Rattenschwanz dran, denn die Anwohner trauen sich kaum noch, ihre Fahrzeuge unter den großen Platanen abzustellen und verursachen Parkdruck in den umliegenden Straßen. Matner ist mit seinen Beobachtungen nicht allein. Während er das erzählt, kommt ein Nachbar dazu und ergänzt gestikulierend: "Der Taubenkot ist ja auch wirklich aggressiv. Hat man den länger auf dem Auto, wird der Lack angegriffen." Ständige Fahrten in die Waschanlage seien die Folge. Das sei nicht nur zeitraubend, sondern gehe außerdem ins Geld.

Rolf Matner findet: "Diese Bäume, in denen die Tauben sitzen, sind eigentlich zu groß für ein Wohngebiet. Auch über die Äste mache ich mir Sorgen, gerade wenn es einen Sturm gibt." Matner deutet auf die Bäume, die die umliegenden Häuser mit Leichtigkeit überragen. Primär werde der Kot der vielen Tauben aber zu einem immer größeren Problem: "Der Ortsbeirat hat das aufgenommen, aber viel passiert ist noch nicht", moniert der Anwohner.

In der Sitzung des Gremiums Anfang Oktober hatte die CDU einen entsprechenden Prüfantrag formuliert: "Die Taubenpopulation hat in der letzten Zeit sehr stark zugenommen. In der Lochmühlstraße gibt es viele hohe Bäume, in denen die Tauben ungestört ihre Nester bauen können", heißt es darin. "Durch die Tauben ist es nicht mehr möglich, in der Straße ein Auto so zu parken, dass es nicht übermäßig mit Taubendreck verschmutzt wird. Aus diesem Grund nutzen Anwohner immer mehr die Nachbarstraßen, was zu einem vermehrten Parkdruck führt", fassten die Christdemokraten das Problem zusammen.

Vergrämung ist beantragt

Ortsvorsteher Yannick Schwander (CDU) präzisiert auf Nachfrage dieser Zeitung: "Wir haben die Vergrämungsmaßnahmen beantragt, haben da aber keine weiteren Vorgaben gemacht." Wie genau gegen die Vögel vorzugehen ist, obliege letztendlich den Experten seitens der Stadt. Schwander wisse zudem, dass einige Anwohner sich an den großen Bäumen in der Straße stören, immer wieder werde gefordert, diese radikal zu kürzen. "Ich habe für das Taubenproblem Verständnis, da das gerade an Autos auch Schäden verursachen kann. Wir haben bislang allerdings noch keine Stellungnahme des Magistrats dazu erhalten", erklärt der Ortsvorsteher, Niklas Mag

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