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Auf dem Eisernen Steg drängten sich die Menschen dicht an dicht. Das Stadtgeläut wollten viele hören.

Dichtes Gedränge

Tausende besuchen am Samstag den Frankfurter Weihnachtsmarkt

Schon auf dem Weg von der Hauptwache Richtung Römer wurde jedem klar, dass dies kein normaler Samstag sein kann. Nur in Trippelschritten kamen die Menschen voran, mussten sich einreihen in die endlos scheinende Karawane. Wer versuchte, gegen den Strom zu laufen oder Wege zu kreuzen, erntete böse Blicke. Clevere nutzten Seitenstraßen, um zum Ziel fast aller an diesem Tag zu kommen: dem Frankfurter Weihnachtsmarkt.

Spätestens auf dem Römerberg war das Gedränge der Tausenden Menschen fast unerträglich. Theresa und Björn Schäfer hatten sich mit ihrem Sohn Fabio etwas abseits gestellt. Am Rathauseingang war tatsächlich viel Platz, um zu verschnaufen. „Für einen Samstagnachmittag ist ja fast noch wenig los“, sagte Björn Schäfer. Trotzdem sei es schon grenzwertig.

Die Familie aus Sachsenhausen ist ein bewährter Weihnachtsmarktbesucher. Alle Stände seien noch am gewohnten Ort und der Familienvater lobte, dass die Buden diesmal nicht so eng stünden. Theresa Schäfer war vom Weihnachtsbaum enttäuscht: „Der gefällt mir diesmal nicht, die Äste sind so dünn.“ Trotz allen Trubels sei der Markt aber der perfekte Ort, um Bekannte zu treffen und in der Vorweihnachtszeit etwas Gemütlichkeit zu haben.

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Unterdessen zog der Menschenstrom unermüdlich weiter seine Kreise. Viele Väter hatten ihre Kinder geschultert, die das ganze Geschehen dadurch wohl am besten überblicken konnten. Beliebtestes Accessoire auf dem Weihnachtsmarkt war das Handy. Wohin man auch blickte, es wurden Schnappschüsse oder Videos gemacht. Die angesagtesten Motive: der Weihnachtsbaum, ein Foto mit Weihnachtsmannfigur und das klassische Selbstporträt mit Weihnachtsbeleuchtung im Hintergrund. Der Besucher Bernd Fuchs war aus Köln zu Besuch bei Freunden aus Oberursel. Am Freitag waren sie bereits auf dem Oberurseler Weihnachtsmarkt und hätten nun den direkten Vergleich. „Der in Oberursel ist uriger und gemütlicher“, sagte Fuchs. Der Frankfurter sei deutlich kommerzieller, aber die Atmosphäre sei trotzdem gut.

An den Buden auf dem Paulsplatz mischten sich verschiedenste Gerüche. Der süße Duft der gebrannten Mandeln versuchte, gegen das Deftige der Bratwürste und Steaks zu bestehen. Wer weiterging, nahm weihnachtliche Gerüche von Seifen war. Der Hörsinn bekam mindestens gleichviel zu bewältigen. Die Melodien des Karussells vermischten sich mit weihnachtlichen Evergreens und auch manch mutigem Gesang der gut gelaunten Standbesitzer. Und dann war da ja noch das 30-minütige Geläut der Frankfurter Glocken. Anders als an Heiligabend war es schwierig, Menschen auszumachen, die eigens wegen des Stadtgeläuts in die Innenstadt gekommen waren.

Aus Limburg angereist

Sabine Schuchardt und ihre Begleiter waren deswegen angereist. Die Strecke von Weilburg bei Limburg sei kein Hindernis gewesen. „Meine Schwägerin und mein Schwager sind extra aus Niedersachsen gekommen“, verriet Schuchardt. Die schöne Atmosphäre hatte alle überzeugt. Auch die neue Altstadt hatten sie vor dem Stadtgeläut bereits besucht. „Zeitweise war es auf dem Weihnachtsmarkt sehr eng, aber wir haben damit gerechnet“, berichtete die Weilburgerin.

Jenseits des Trubels standen Sarah und Nicklas. Das Paar aus Frankfurt war einkaufen gewesen und trank noch einen abschließenden Glühwein. Die Adventszeit hat Sarah bereits fest im Griff: „In diesem Jahr fühle ich mich so richtig weihnachtlich. Ich habe Lust, Weihnachtsschmuck aufzuhängen.“

Steven Micksch

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