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Ein Student schläft auf einem Feldbett im Studierendenhaus. Hier wird geholfen, wenn eine Wohnung fehlt.

Universität Frankfurt

Tausende Studenten auf Wohnungssuche

Erschwinglich soll sie sein und nicht so weit außerhalb: Die Suche nach einer geeigneten Bleibe gestaltet sich für viele Studenten in Hessen schwierig. Wohnheime sind eine Alternative, die Wartelisten aber lang.

Zwei Monate nach Semesterstart sind Tausende Studenten in Hessen noch immer ohne Bleibe. „Es fehlt an finanzierbarem Wohnraum in gesamten Rhein-Main-Gebiet“, sagt Sylvia Kobus vom Studentenwerk Frankfurt. Gründe hierfür sieht Kobus in fehlenden Wohnheimplätzen sowie zunehmender Konkurrenz auf dem freien Wohnungsmarkt. Allein in Frankfurt und Darmstadt warten noch 3500 Studenten auf einen Wohnheimplatz.

Um die Lage zu verbessern, fordern die Studenten- und Studierendenwerke in Hessen mehr Fördermittel. So werden zum Beispiel in Frankfurt 1000 neue Wohnheimplätze geschaffen, allerdings das Doppelte an bezahlbarem Wohnraum benötigt, wie Konrad Zündorf, Geschäftsführer des Studentenwerks Frankfurt, mitteilte.

Und auch in anderen Studentenstädten in Hessen ist die Lage angespannt. „Studenten müssen nicht nur intensiv suchen, um überhaupt etwas Passendes zu finden, sie müssen auch immer weiter aufs Umland ausweichen und lange Fahrtzeiten in Kauf nehmen“, sagte Brigitte Schwarz vom Studentenwerk Kassel. Über 460 Studenten stünden hier noch auf der Warteliste. Insbesondere betroffen seien Studenten, die nur wenig Geld für die Miete zur Verfügung haben oder nur für ein Semester in Kassel studieren. Auch in Gießen, Fulda und Friedberg benötigten insgesamt noch über 740 Studenten einen Platz im Wohnheim, teilte das Studentenwerk Gießen mit.

In den letzten sieben Jahren ist nach Angaben des Wissenschaftsministeriums die Zahl der Studenten in Hessen um ein Drittel auf 260 000 gestiegen. Um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, seien im gleichen Zeitraum 2955 neue Wohnheimplätze entstanden. Weitere Plätze seien im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung zur Schaffung von studentischem Wohnraum vom Umweltministerium geplant.

Frankfurt und Darmstadt zählen zu den zehn teuersten Studentenstädten in Deutschland. Aber auch in Fulda und Kassel hat sich nach Angaben des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) in den vergangenen Jahren die Lage verschärft. „Studierende, die lange Jahre gar keine oder nur geringe Probleme hatten, eine dem studentischen Budget angepasste Unterkunft zu finden, machen jetzt ganz andere Erfahrungen bei der Wohnungssuche“, teilte MMI-Direktor Stefan Brauckmann mit.

Im Durchschnitt müssen Studenten in Hessen nach Angaben des Deutschen Studentenwerks monatlich mit 338 Euro für Miete und Nebenkosten rechnen. Damit liegt Hessen deutschlandweit auf Platz drei aller Hochschulstandorte, direkt hinter Hamburg und Berlin. Viele Unis in Hessen bieten zum Semesterstart Notunterkünfte für Studenten an. Außerdem werden Privatleute aufgefordert, Studenten mit Zimmern auszuhelfen.

(dpa)

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